JBL Live 300TWS Test: JBL-Sound für die Hosentasche

von Stefan Hohenwarter 20.04.2020

Vor kurzem sind die JBL Live 300TWS Earbuds bei uns gelandet und ich verrate euch in meinem JBL Live 300TWS Test, ob die In-ears halten, was sie versprechen.

Lieferumfang: Opulent

Starten möchte ich mit dem Lieferumfang.

  • JBL LIVE 300TWS Ohrhörer
  • Ohrstöpsel in den Größen S, M und L
  • Stabilisierende Ohrpassstücke in den Größen SS, S, M und L
  • USB-C-Ladekabel
  • Ladebox
  • 1 x Garantieschein
  • 1 x Kurzanleitung/Sicherheitsdatenblatt

Bevor ich weitermache, hier ein Unboxing-Video:

Inbetriebnahme: Kinderleicht

Für mich steht und fällt sehr viel mit der Inbetriebnahme. Wenn ich zu einer Bedienungsanleitung greifen muss, nervt mich das ungemein. Daher ist für mich eine intuitive Inbetriebnahme sehr wichtig. Und diese erste Hürde haben die JBL Live 300TWS In-Ears mit Bravur gemeistert. Ich musste nur die Earbuds zuerst ins Transportcase packen und dann nochmals herausnehmen, um den Paring-Modus zu aktivieren. Die App, die in der Pairing-Anleitung angeführt wird, musste ich für die Kopplung nicht herunterladen. Ich habe bei meinem Huawei P30 Pro lediglich im Bluetooth-Menü die Earbuds ausgewählt und schon war die Verbindung hergestellt. So wünsche ich mir das.

Halt und Komfort: Mehr als nur gegeben

Ich bin normalerweise kein großer Fan von Earbuds, da sie bei mir meistens unangenehm drücken, oder permanent aus dem Ohr fallen. Ähnlich wie beim Soundcore Liberty 2 Earbuds oder den Teufel Move verfügen auch die JBL Live 300TWS über einen Halteflügel (auch Ear Hooks genannt) sowie verschiedene Aufsätze, damit genau das, was ich vorher beschrieben habe, nicht passiert. Ich habe ich mir etwas Zeit genommen, die verschiedenen Aufsätze zu testen und so meinen „Perfect Match“ gefunden. Ab dem Zeitpunkt waren selbst ruckartige, unnatürliche Bewegungen mit dem Kopf kein Problem mehr. Auch beim Kochen, Joggen oder beim Workout in den eigenen vier Wänden hielten die Earbuds perfekt im Ohr.

Der Soundcheck: Basslastig

Nachdem bislang vieles positiv überrascht hat, so fragt ihr euch bestimmt, wie denn das wichtigste Kriterium eines Kopfhörers aufällt: der Sound. Ich habe die JBL Earbuds mit verschiedenen Musikrichtungen – angefangen von Klassik, über Rock bis hin zu Techno gefüttert. Und ich bin auch hier vom Ergebnis sehr angetan. Für mich könnte es etwas weniger Bass sein, aber das ist ein rein subjektives Empfinden. Sprachübertragung bei Calls sind sehr klar und gut verständlich (in Stereoqualität). Ambient Aware und TalkThru liefern hier einen tollen Mehrwert. Beides wird im folgenden Video kurz vorgestellt:

Bedienelemente: Überraschend vielseitig

Von Over-ear-Headphones wie dem PXC 550 (hier geht’s zu unserem Test) zum Bespiel kennt man die Komfortfunktion, dass man auf der rechten Ohrmuschel nicht sichtbare Bedienelemente hat (vorspulen, Lautstärke ändern, etc.). Von den kleinen Earbuds hätte ich das nicht erwartet und so bin ich überrascht, wieviele Bedienmöglichkeiten auf den kleinen In-ears zu finden sind. Und das wirklich ganz ohne Knöpfe – wie sie beispielsweise bei den günstigeren Soundcore Liberty 2 Earbuds (hier geht’s zu unserem Test) zum Einsatz kommen.

Ich persönlich brauche sie zwar nicht, aber wer Sprachassistenten verwendet, kann sich freuen, denn laut Hersteller sind die JBL Live 300TWS In-ears mit Google Assistant und Amazon Alexa kompatibel. Dafür müsst ihr einfach den entsprechenden Sprachassistenten in der My JBL Headphones-App auswählen und schon kann es losgehen. Zum Aktivieren müsst ihr lediglich über die Ohrhörer wischen.

Die My JBL Headphones App: Optional und wenig Mehrwert

Nahezu jeder Kopfhörer-Hersteller beschert den KundInnen eine zusätzliche App, die meistens kaum Mehrwert bietet – so verhält es sich für mich auch bei der My JBL Headphones App. Und hier bin ich offenbar nicht alleine, denn im Google Play Store rangiert die App mit 2 von 5 Sternen. Großteils wird die Standortzugriffsfreigabe der App von den NutzerInnen äußerst kritisch betrachtet und als Hauptgrund für die Deinstallation der App genannt.

Hier ein Zitat des verärgerten Users Lukas Caspari vom 30.3.2020: „Wofür braucht eine App zur Steuerung von Kopfhören Standortzugriff? Die Funktionen der App sind sehr überschaubar (eig. Nur ein Equalizer). Erweckt den Eindruck, als sollen nur Daten abgegriffen werden. Deinstalliert.“

Akkulaufzeit

Ein weiteres Kriterium ist für viele NutzerInnen die Akkulaufzeit, die vom Hersteller mit 6 Stunden beziffert wird. Damit liegen die In-ears definitiv nicht im Spitzenfeld, aber mit nur einer kurzen Aufladung von 10 Minuten könnt ihr die Earbuds bereits eine weitere Stunde verwenden. Mit einem voll aufgeladenem Transportcase, könnt ihr die Akkulaufzeit um 14 Stunden erweitern.

JBL Live 300TWS Test-Fazit: JBL-Sound für die Hosentasche

Bislang habe ich einen großen Bogen um In-ear-Kopfhörer gemacht – wenn ich es versuchte, hatte ich immer die selben Probleme: die In-ears sind unbequem, sie fallen leicht aus dem Ohr und die Soundqualität konnte nur im seltensten Fall mit einem Over-Ear-Hörer mithalten. Und all diese Vorurteile haben die JBL Live 300TWS Earbuds widerlegt bzw. eines draufgesetzt. Ich denke da beispielsweise an die gute Soundqualität beim Telefonieren aber auch Musikhören, oder den guten Halt im Ohr.

Bei der Akkulaufzeit oder der App hätte ich mir etwas mehr für den stolzen Preis von 149,00 Euro (empfohlener Preis) erwartet, aber das ist für mich in Anbetracht der Vorteile des Produkts vernachlässigbar. Wenn euch diese Punkte wichtig sind, solltet ihr euch das Ganze allerdings genau überlegen. Trotz meiner anfänglichen Zweifel und kleiner Mankos haben mich die kleinen In-ears im Praxistest überzeugt.

Wertung: 8.7 Pixel

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