HONOR nickt entschlossen der Zukunft entgegen: Das war die Präsentation am MWC 2026 in Barcelona

von Max Hohenwarter 01.03.2026

Barcelona im März hat immer diesen ganz eigenen Vibe. Die milde Meeresbrise vermischt sich mit der elektrisierenden Hektik der La Rambla, und mittendrin steht ein Unternehmen, das sich längst von seinem Image als Newcomer emanzipiert hat. HONOR hat den Mobile World Congress 2026 nicht einfach nur als Bühne für kleine technische Updates genutzt, sondern eine Vision skizziert, die gleichermaßen fasziniert aber auch ein wenig sprachlos macht. Unter dem Banner der Augmented Human Intelligence, kurz AHI, läutete HONOR CEO James Li eine Ära ein, in der die Grenze zwischen State-of-the-art Technologie und Sci-Fi verschwimmt.

HONOR im Alpha Mindset

Alphamänner sind peinliche Cringelords!Aber HONORs sogenannter Alpha Plan hat damit zum Glück nichts zu tun. Er bildet das Fundament für „eine technologische Zivilisation“, die auf drei starken Säulen ruht: dem Alpha Phone, dem Alpha Store und dem Alpha Lab. Ganz genau hat James Li es so formuliert:

„Innovationen für den Menschen zu entwickeln, ist unser Leitgedanke. Wir lenken die Entwicklung der KI durch die harmonische Verbindung von IQ und EQ, um drei Intelligenzformen zu vereinen. Mit dem Alpha Phone erforschen wir das neue Paradigma für KI-Geräte, mit dem Alpha Store gestalten wir das neue Paradigma eines KI-Ökosystems und mit dem Alpha Lab bauen wir das neue Paradigma einer Silizium-Carbon-Civilization auf. Mit den drei Säulen des Alpha Plans sind nun alle Komponenten vorhanden, und wir treiben diese Reise mit voller Geschwindigkeit voran.“ – James Li, CEO von HONOR

Der absolute Showstopper und das Gesprächsthema in den Messehallen war zweifelsohne das Robot Phone. Wer hier ein handelsübliches Tech-Kasterl aus Glas und Metall erwartet hat, liegt zwar nicht ganz falsch, unterschätzt aber den wortwörtlichen Bewegungsdrang, der HONOR wohl antrieb, dieses Gerät zu bauen. Es ist ein bisschen so, als hätte man einem Smartphone das Laufen beigebracht – oder zumindest das Tanzen und soweit man bei Robotern davon sprechen kann, empathische Interaktion. 

Wall-E meets Smartphone

HONOR spricht hier von einer völlig neuen Smartphone-Spezies, einer verkörperten Intelligenz. Das Gerät reagiert nicht mehr nur passiv auf Berührungen oder Sprachbefehle, sondern nutzt ein hochkomplexes, im Gehäuse verstecktes Mikromotoren-System, um sich physisch auszudrücken, also sich bspw. im Takt zur Musik zu bewegen. Wenn das Telefon bei einem Videoanruf dem Nutzer wie von Geisterhand folgt oder auf eine Frage mit einem charmanten Nicken reagiert, fühlt sich das weniger nach Technik und viel mehr nach einer organischen Interaktion an. 

Möglich macht diesen mechanischen Zauber ein eigens entwickeltes 4DoF-Gimbal-System, das so kompakt konstruiert wurde, dass es trotz der Beweglichkeit kaum dicker aufträgt als ein herkömmliches Flaggschiff-Handy. Dass HONOR hierbei auf das Know-how aus der Foldable-Entwicklung zurückgreift, merkt man sofort.

Die Präzision, mit der das Drei-Achsen-System arbeitet, dient aber nicht nur dem Ausdruckstanz des Robot Phones. In Verbindung mit dem gewaltigen 200-Megapixel-Sensor entstehen Videoaufnahmen, die in Sachen Stabilisierung und kinematischer Bildsprache neue Maßstäbe setzen und mich zudem davor bewahren, mir nen Bruch mit meinem alten DJI-Gimbal zu heben – gut so, denn mit 40 wird diese Gefahr bei mir immer realer.

Der sogenannte AI SpinShot erlaubt Drehungen von bis zu 180 Grad, die selbst bei einhändiger Bedienung so flüssig wirken, als hätte ein professioneller Kameramann die Arbeit übernommen. Es ist dieser Schritt weg vom statischen Objekt hin zum mitdenkenden, sich bewegenden Begleiter, der das Robot Phone zu einem echten Meilenstein, ja fast wie HONOR es selbst bezeichnet, zu einer neuen Smartphone-Spezies macht.

Dich falt ich zusammen, dass du in ne Hosentasche passt!

Doch HONOR vergisst bei all der futuristischen Robotik nicht seine bisher gezeigte Expertise im Bereich der High-End-Hardware. Das Magic V6 ist die logische Perfektionierung dessen, was wir an faltbaren Smartphones lieben. Mit einer Dicke von gerade einmal 8,75 Millimetern im geschlossenen Zustand fühlt es sich in der Hosentasche kaum anders als ein normales Smartphone an, entfaltet aber beim Aufklappen eine Brillanz, die ihresgleichen sucht.

Das Herzstück ist hier die Silizium-Carbon-Akkutechnologie der mittlerweile fünften Generation. In Kooperation mit ATL ist es den Ingenieuren gelungen, den Siliziumanteil auf beachtliche 25 Prozent zu schrauben, was zu einer Energiedichte führt, die man bisher für unmöglich hielt.

Bei der Akkukapazität gehts mit dem Teuel (x10) zu

Trotz der extrem schlanken Bauweise beherbergt das Magic V6 einen 6.660 mAh starken Akku, der selbst anspruchsvollste Nutzer locker durch den Tag bringen sollte und dabei kaum dicker ist als eine Spielkarte.

Auch bei den Displays macht HONOR keine Gefangenen. Die dualen LTPO 2.0 Bildschirme bieten eine adaptive Bildwiederholfrequenz und knacken bei HDR-Inhalten Helligkeitswerte von bis zu 6.000 Nits auf dem externen Display. Das ist so hell, dass man selbst unter der prallen Sonne Kataloniens jedes Detail erkennt.

 

Besonders beeindruckend ist jedoch die Reduzierung der Falte im inneren Display. Dank einer neuen Scharnierarchitektur und flexiblem Glas wurde die Faltentiefe im Vergleich zum Vorgänger fast halbiert, was die Immersion beim Arbeiten oder Filmschauen massiv steigert, gleichzeitig der Belastbarkeit aber keinen Abbruch tut. Dass das Gerät zudem nach IP68 und IP69 zertifiziert ist, zeigt, dass HONOR hier ein echtes Arbeitstier für den Alltag geschaffen hat, das trotz aller Eleganz nicht wie ein rohes Ei behandelt werden muss.

HONORs Lieblingsgetränk: Tränen aus Cupertino

Ein Blick über den Smartphone-Rand hinaus zeigt, wie ernst es HONOR mit dem gesamten Ökosystem ist. Vor allem zeigt es aber auch, wie sehr sie nach „Tim Apples“ Tränen lechzen, weil ihre neueste Technik länger durchhält und dünner ist, als die aktuellen Gadgets aus Cupertino. Die vielen Vergleiche zu Apples Tech-Daten während der Präsentation haben recht deutlich gemacht, wem die Chines:innen da den Fehde-Handschuh hinwerfen.

Das MagicPad 4 ist mit seinen 4,8 Millimetern Dicke (0,3mm dünner als das iPad Pro 13“) fast schon beängstigend dünn, liefert aber dank der Snapdragon 8 Elite Gen 5 Plattform eine Performance ab, die man sonst nur von Workstations kennt.

Ein echtes Highlight für alle Power-User:innen ist das integrierte Linux Lab, das es erlaubt, den OpenClaw KI-Assistenten direkt on-device auszuführen. In Kombination mit dem MagicBook Pro 14, das auf die neuesten Intel Core Ultra Prozessoren setzt, entsteht ein nahtloses Geflecht aus Hardware, das sogar die Brücke zum Apple-Ökosystem schlägt. Diese Offenheit ist ein kluger Schachzug, um Nutzer dort abzuholen, wo sie stehen, anstatt sie in einen goldenen Käfig einzusperren.

Terminator, bist dus?

Zum krönenden Abschluss der Präsentation griff HONOR nach dem heiligen Gral der modernen Technik: dem humanoiden Roboter. Es ist ein mutiger Schritt, die jahrelange Erfahrung in der Miniaturisierung von Smartphone-Komponenten auf die Entwicklung eines Roboters für Endverbraucher zu übertragen.

Dieser soll künftig nicht nur als Alltagsassistent, sondern vor allem als empathische:r Begleiter:in im privaten Umfeld fungieren. HONOR profitiert hier von seinem tiefen Verständnis für menschliche Bedürfnisse, das sie über Jahre hinweg durch die Analyse von Nutzerverhalten auf mobilen Geräten perfektioniert haben.
Ein Roboter, der seinen Besitzer erkennt und dessen Bedürfnisse intuitiv versteht, ist kein Traum mehr, sondern ein Ziel des Alpha Plans, der zum Greifen nah scheint.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass HONOR in Barcelona klargestellt hat, dass sie die Zukunft der KI nicht nur in Zeilen von Programmcode sehen, sondern in der physischen Realität und vor allem im Zusammenspiel mit dem Menschlichen Dasein. Ob es nun das Telefon ist, das uns zunickt, oder der humanoide Helfer, der uns im Alltag unter die Arme greif: Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Technologien im realen Einsatz schlagen werden, wenn das Magic V6 und die weiteren Geräte in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Eines ist jedoch sicher: Langweilig wird es in der Welt von HONOR definitiv nicht.

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