Google Pixel 7 Test: Genau so soll ein Android-Gerät sein!

von Mandi 12.11.2022

Mit dem Google Pixel 7 bringt der Such-Riese das aktuellste Smartphone in heimische Gefilde. Was es kann, lest ihr im Review!

Die Pixel-Reihe von Googles Smartphones nimmt es im Prinzip direkt mit den iPhones von Apple auf. Denn hüben wie drüben kommen sowohl Hardware wie auch die Software vom selben Konzern, das heißt, beides ist im Idealfall optimal aufeinander abgestimmt. Da verwundert es nicht, dass Käufer:innen zu großen Teilen dabei bleiben, wenn sie erst einmal ein Pixel– oder ein iPhone-Gerät in den Händen gehalten haben. Ende 2022 hat Google das Pixel 7 veröffentlicht, und wir bekamen die Chance, es umgehend zu testen. Beim Smart Home-Spezialisten tink könnt ihr das Google Pixel 7-Smartphone in verschiedensten Ausführungen erstehen! Das getestete Produkt wurde uns von tink dankenswerterweise für diesen Testbericht zur Verfügung gestellt.

Über das Google Pixel 7

Dieses Smartphone ist laut seiner offiziellen Website etwas ganz Besonderes. Denn die hochwertigen Materialien, aus denen das Gerät gefertigt ist, sind zudem auch zu einem Teil (19 % des Gesamtgewichts laut Google) recycelt. Zudem soll das Produkt schnell und sicher sein, eine fortschrittliche Kamera bieten und über eine „beeindruckende Akkulaufzeit“ verfügen. Das 6,3 Zoll große Display wird positiv hervorgehoben, der Wasserschutz mit IP68-Rating angegeben, und das Kameramodul soll vor allem in der Preisklasse rund um die 649 Euro (UVP) seinesgleichen suchen.

Der erste Eindruck des Google Pixel 7 bestätigt die Vorschusslorbeeren des Herstellers zur Gänze. Das Handy ist äußerst wertig, liegt hervorragend in der Hand und ist ziemlich schwer – die edlen Materialien sorgen für einen gewichtigen Auftritt. Die Kanten sind ungewöhnlich clean und gut abgerundet, links findet ihr einen SIM-Schacht, oben ein Mikrofon, und unten sind der USB-C-Port sowie ein Mikrofon und ein Lautsprecher angebracht. Rechterhand gibt es eine Lautstärkewippe wie auch den Standby-Button, aber Vorsicht: Hier ist ungewöhnlicherweise die Anordnung vertauscht. Haltet ihr das Gerät also normal in der Hand, erwischt ihr die Lautstärke-Buttons anstatt des Ein/Aus-Schalters. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber nach zwei Tagen keine große Sache mehr. So sieht das Ganze aus:

Eingeschaltet und ab die Post

Ein Problem mit Datenblättern der Hersteller ist, dass sie sich alle irgendwie gleich lesen. Klar ist auch, dass jeder Hersteller sein eigenes Gerät als das performanteste beschreibt, das es je gab. Im Falle des Google Pixel 7 ist der Eindruck aber durchgängig, denn hier passt jedes Stück nahtlos in das andere. Die hochwertige Verarbeitung sorgt für einen grandiosen Start, der durch die nahezu unveränderte Android-Oberfläche nur noch unterstrichen wird. Durch die Erstkonfiguration werdet ihr mit einem Höllentempo geleitet, und sobald ihr das Handy eingerichtet habt, werdet ihr – anders als bei anderen Herstellern – nicht weiter mit irgendwelchen Vorschlägen oder Produktplatzierungen genervt. So unkompliziert kann Android sein, und da macht Google mit der Eigenmarke alles richtig.

Einen hohen Anteil an der gefühlten Geschwindigkeit hat natürlich das Display, das mit 90 Hz (also 90 Bildern pro Sekunde) operiert. Doch nicht minder wichtig ist der Google Tensor G2-Prozessor, dessen Design von Google selbst stammt. Viele alltäglichen Dinge wie ein flüssiges Nutzererlebnis und Animationen, aber auch die rasche und sichere Entsperrung durch Gesichtserkennung, Optimierungen von Fotos und Anpassungen werden durch die perfekt darauf abgestimmte Hardware ermöglicht. Anstatt sich wie Apple mit dem iPhone 14 (zu unserem Review) voll auf die Performance-Krone zu fokussieren, geht Google hier einen etwas anderen Weg und konzentriert sich stärker auf einzelne Teilbereiche, die im Alltag das Leben leichter machen sollen.

Das Google Pixel 7 in der Praxis

Beim herkömmlichen Test mit meiner App-Suite zwischen Alto’s Odyssey, Pinguininsel, Diablo Immortal und Konsorten gab sich das Smartphone absolut keine Blöße. Unterstützte Apps laufen stets mit der Maximalbildrate von 90 Hz ab, ruckelfrei könnt ihr eure Games genießen – das hat schon richtig Premium-Feeling. Beim App-Wechsel, aber auch bei intensiver Nutzung bleibt das Geschehen ruckelfrei, für Alltagsnutzung ist das Smartphone gelinde gesagt Overkill. Sowohl Bildschirm wie auch das Display selbst geben sich zu jeder Zeit betont reaktionsfreudig, da macht das Interagieren mit dem Produkt wirklich Spaß! Bei Vielnutzung wird das Gerät allerdings gerne warm, da merkt man dann die Leistung doch. Genauso zu betonen ist der exzellente Vibrationsmotor, der Interaktionen dezent unterstreicht.

Ein Always-on-Display, das euch stets Datum, Uhrzeit und Benachrichtigungen anzeigt, lässt sich genauso ein- und ausschalten wie die Möglichkeit, 60 statt 90 Hz beim Bildschirm zu verwenden. Beides geht allerdings zu Lasten der Akkulaufzeit – doch auch mit diesen aktivierten Optionen kommt ihr durch jeden Tag. Google selbst wirbt mit bis zu 72 Stunden Akkulaufzeit, allerdings nur, wenn ihr den Extrem-Energiesparmodus ständig verwendet. Das macht das Google Pixel 7 aber dann auch wesentlich weniger smart, seid gewarnt – in der Regel hält der Akku bei Normalnutzung eineinhalb bis zwei Tage durch. Ein besonderes Hauptaugenmerk jedoch gilt dem Kamera-Verbund des Geräts, und dem widmen wir uns gleich im nächsten Absatz!

Die Kameras des Smartphones

Das Google Pixel 7 bietet euch zwei Objektive auf der Rückseite, und zwar ist dies eine Weitwinkel-Hauptkamera (50 MP) mitsamt einer Ultraweitwinkellinse (12 MP). An der Front erwartet euch eine Selfie-Kamera mit 10,8 MP Auflösung, und dank des Google-Prozessors sollen sie alle wunderbare Fotos schießen können. Und was kann ich sagen? Genau so ist es – die Hauptkamera besticht schon allein durch ihre Hardware und bringt in sämtlichen Belichtungsszenarien brauchbare bis grandiose Resultate hervor. Der Super Resolution-Zoom kann sich ebenfalls auszeichnen, die Qualität passt. Bei der Ultraweitwinkel-Kamera ist es schon ein wenig differenzierter, aber auch hier muss man sagen, dass die Ergebnisse (ebenso bei der Selfie-Kamera) merklich besser werden als bei der Konkurrenz! 

Richtig cool ist auch die Kamera-App, die euch einige Features wie etwa eine Langzeitbelichtung oder ein Action-Foto-Shooting (beides in Beta-Phase) bietet. Zudem wird ein Nachtsichtmodus angeboten, der seinem Namen alle Ehre macht – dieser gehört zu den besten Umsetzungen von Low-Light-Fotografie, die es überhaupt gibt. Selbst, wenn ihr dann in die einzelnen Fotos, ungeachtet welches Objektivs, hineinzoomt, merkt ihr die Qualität der Resultate. Für den Preis von grade mal 649,- Euro UVP bekommt ihr hier eines der besten Kamera-Handys überhaupt, das ist schon beachtlich. Man merkt, dass sich Google hier eher auf die Unterstützung des optischen Sensors der Kamera-Objektive konzentriert hat, und das zahlt sich bei starker Nutzung vollkommen aus.

Google Pixel 7 als Intelligenzbestie

Der Chip im Inneren des Smartphones kann aber noch mehr und bringt viele Features nahtlos in Reichweite. Nur einen Tipp entfernt sind Dinge wie Google Lens, intelligente Spracheingabe und Videofunktionen wie etwa „Filmreife Unschärfe“. Diese funktioniert in etwa so wie der Portrait-Modus bei Fotos, der eure Motive im Fokus hält, während der Hintergrund für einen dramatischen Effekt verschwimmt. Das funktioniert in der Regel ziemlich gut! Genauso ermöglicht der Prozessor eine verbesserte und friktionsfreie Live-Übersetzung, die euch in 48 Sprachen Unterhaltungen dolmetschen, in Echtzeit chatten und mit Hilfe der Kamera auch Geschriebenes problemlos übersetzen lässt. 

Der vorhin angesprochene Super Resolution-Zoom ist so stark, dass er bei 8-fachem Zoom dennoch der Bildqualität eines 2-fachen optischen Zooms entspricht. So könnt ihr eure Motive aus größerer Entfernung in hoher Qualität ablichten – das ist genial! Weitere Funktionen wie „Scharfzeichnen“ wirken Wunder, wenn ihr in der Google Fotos-App etwa alte, unscharfe Bilder in der Galerie habt. Alles passiert auf Fingertipp, beispielsweise ist auch ein „Magischer Radierer“ mit von der Partie, der mittels Künstlicher Intelligenz unerwünschte Personen aus dem Bild entfernen kann. Aber nicht nur das, auch Farben und Helligkeit einzelner Objekte können so angepasst werden, damit das Bild insgesamt homogener wirkt und in sich zusammenpasst. Hier ist Google nichts weniger als ein Vorreiter!

Die Technik des Smartphones

Das Datenblatt des Google Pixel 7 ist äußerst übersichtlich aufgebaut. Die Abmessungen betragen 155,6 x 73,2 x 8,7 mm bei einem Gewicht von 197 Gramm. Der 6,3 Zoll (160,5 mm) große OLED-Bildschirm löst mit 2400 x 1080 Bildpunkten auf (416 ppi) und kann bis zu 90 Bilder pro Sekunde darstellen. Er wird bis zu 1.400 nits hell und bietet neben HDR-Unterstützung auch volle 24-Bit-Farbtiefe. Dem Google Tensor G2-Prozessor stehen 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite, und für euch sind entweder 128 oder 256 GB Speicherplatz reserviert. Der Google Tensor G2-Prozessor geizt nicht mit Leistung, was Geekbench 5 mit 1045 (single), 3250 (multi) und 4651 (compute) Punkten beweist. Und dank Google gibt es jederzeit die aktuellste Android-Version, auch in Zukunft. Nice.

Eine Dual-SIM-Funktion und WLAN 6E ergänzen den Verbund, genauso wie der aktuelle 5G-Mobilfunkstandard. Was die Kameras angeht, so gibt es eine 50 MP-Weitwinkelkamera mit Octa PD und Quad Bayer, eine 12 MP-Ultraweitwinkelkamera mit 114° Sichtfeld und eine Frontkamera mit 10,8 MP, die mit 92,8° Sichtfeld ebenfalls als Ultraweitwinkel-Sensor zählt und für Gruppen-Selfies ideal ist. Der Akku fasst um die 4.350 mAh und kann mittels Schnellladefunktion (bis zu 30 W) in 30 Minuten bis zu etwa 50 % aufgeladen werden. Kabelloses Laden ist ebenfalls möglich, und das Google Pixel 7 ermöglicht es euch dank „Akku teilen“ auch, den Strom an andere Geräte wie etwa Earbuds oder dergleichen abzugeben. 

Fazit zum Google Pixel 7: Ein klares Ja

Wer schon immer neidisch auf die Apple-Smartphones geschielt hat, bei denen alles wie aus einem Guss wirkt: Das Google Pixel 7 tritt genauso selbstbewusst auf, bietet seine ganz eigenen Vorteile und kostet nebenbei bemerkt weniger, und zwar um einen ordentlichen Betrag. Schon ab 649,- Euro bekommt ihr das aktuellste Smartphone aus dem Hause Google, und hier gibt es absolut nichts zu meckern: Die Verarbeitungsqualität ist immens hoch, die Haptik ist einwandfrei, die Leistung ist klasse, bis zu 5 Jahre Updates werden versprochen, die Kameras sind absolute Oberklasse, die Akkulaufzeit ist gut genug, der Bildschirm ist richtig stark – und es gibt nicht mal nervige Apps, die wie bei Drittherstellern zur Eigenwerbung vorinstalliert sind, von der Google-Suite abgesehen.

Wirkliche Kritikpunkte abgesehen von der Wärmeentwicklung gibt es nicht, mich hat anfangs nur irritiert, dass der Standby-Button an der rechten Kante höher liegt als die Lautstärkeregelung. An das hat man sich aber binnen weniger Tage gewöhnt, und rein vom Preis-Leistungs-Verhältnis her bekommt ihr hier ein ganz, ganz starkes Smartphone, das locker für die nächsten Jahre reicht. Ehre, wem Ehre gebührt – Google zeigt hier eindrucksvoll vor, wie ein leistbares (und nachhaltiges!) Gerät aussehen kann. Es ist so gut, dass da nur noch nur noch die Entscheidung aussteht, in welcher Farbe (Lemongrass, Snow oder Obsidian) ihr das Google Pixel 7 haben wollt. Auch, wenn diese nicht ganz easy ist, so bin ich selbst höchst erfreut: Manchmal kann eine Smartphone-Empfehlung so einfach sein.

9.5

Wertung: 9.5 Pixel

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