Jabra Elite Sport im Test – Eigentlich gut, aber…

von Max Hohenwarter 10.11.2021

Jabra GN hat mir vor ein paar Monaten die Jabra Elite Sport, schweissresistente True Wirless Earbuds zur Verfügung gestellt, damit ich sie auf Herz und Nieren prüfe, während ich selbigen Stresstest meinem Herz-Kreislauf-System zumute. Ob die Buds etwas taugen, klärt mein Langzeit-Test.

Jabra Elite Sport – Look and Feel:

Heutzutage ist ja bereits das Öffnen der Verpackung etwas, das einem Produkt Wertigkeit verleiht.

Der robuste gelbe Schuber, in dem die Jabra Elite Sport angeliefert werden, verspricht da bereits einiges. Eine Verpackungsebene weiter begrüßen einen die zwei Ohrstöpsel mit dem Claim „Welcome to superior sound“.

Die Hörer selbst bestehen komplett aus Kunststoff. Das macht auch Sinn, verfügen die Jabra Elite Sport doch über eine IP67-Zertifizierung, die die Teile als staub- und wasserfest (für 30 Minuten bei einem Meter Wassertiefe) auszeichnen.

Weiters befindet sich im Schuber ein schlichtes graues Ladecase samt Mikro-USB-Ladekabel und zudem Silikonflügel, sowie Silikon- oder Memory-Foam-Stöpsel in jeweils drei unterschiedlichen Größen. So lassen sich die doch recht wuchtigen Ohrhörer recht gut an eure Ohrmuscheln anpassen und sobald einmal genügend justiert und probiert wurde, sitzen die Dinger auch bei den schweißtreibendsten und bewegungsintensivsten Workouts fest im Ohr.

Das Spiel ist aus

Das Ladecase, so unscheinbar es auch sein mag, zeichnet sich vor allem durch ein sehr stabil-strenges Schanier in penibelste Passformen für die Ohrhörer aus, wodurch eine Ladehemmung, wie ich sie nach ein paar Wochen bei meinen vorher genutzten Buds, den Soundcore Spirit X2 erleben musste, nahezu ausgeschlossen ist. Da wackelt nichts und die Stöpsel haben während des Ladevorgangs effektiv null Luft und Spiel.

Wie es sowohl um die verbleibende Ladung der Box, wie auch der Buds steht, verraten euch drei LEDS, die beim Öffnen entsprechend rot, orange oder grün leuchten.

Jabra Elite Sport – Technik, Klang und Features

Bleiben wir, was diesen Bereich angeht zuerst noch kurz bei der Ladebox. Dass im Jahr 2018 USB-C noch nicht zwingend Standard war, ist bekannt, aber da Jabra GN sonst immer versucht am neuesten Stand der Technik zu sein, ist das ein kleiner Malus.

Der generelle Klang, der aus den Jabra Elite Sport tönt ist tatsächlich sehr gut, jedoch erst, sobald man sich mit der genauen Passform der Plugs befasst hat. Erst mit dem korrekten Sitz in den eigenen Ohrmuscheln ergibt sich bereits ab Werk ein sehr gut ausbalanciertes Klangbild, das sich auch im Equalizer der umfangreichen hauseigenen Jabra Sport Life App noch nachjustieren und den persönlichen Präferenzen anpassen lässt.

App-laus für Jabra Sport Life

Die Features dieser App sind aber überhaupt ein absoluter Wahnsinn. Die Jabra Sport Life App ist Lauf- und Motivationscoach, Workout-Tagebuch, Kontrollzentrum für die Jabra Elite Sport und Monitor für den in den Kopfhörern eingebauten Pulsmesser zugleich. Außerdem ermöglicht sie auch, die Buds zu lokalisieren, sollte man sie wirklich einmal verlegen.

Und trotzdem habe ich diese App und auch den verbauten Herzfrequenzsensor nie genutzt. Das hat dreierlei Gründe. Zum einen leben wir mittlerweile im Jahre 2021, in dem Wearables mittlerweile an aller Leute Handgelenk baumeln, zweitens funktioniert die App nur für Cardio-Workouts und weniger für klassischen Kraftsport und drittens gibt es schon diverse andere Marktführer im Bereich der Laufapps – beispielsweise das ehemalige Runtastic, das mittlerweile von Adidas aufgekauft und in Adidas Running umbenannt wurde.

Push it real good

Die Bedienung der Jabra Elite Sport ist auch noch ein kleiner Wermutstropfen. An den Jabra Elite Sport befinden sich links und rechts jeweils zwei Knöpfe. Hiermit werden die gängigen Funktionen wie Anrufannahme, Abspielpause, Titel vor oder zurück, lauter, leiser, sowie die Wecktaste für euren präferierten Sprachassistenten gesteuert.

Zudem könnt ihr ein neues Workout in der Sport Life App starten und einen Transparenzmodus aktivieren, der die Mikrofone anschaltet und euch Umgebungsgeräusche zwecks Verkehrssicherheit in die Ohrmuschel überträgt. Auch diese Features sind natürlich allesamt super, leider lassen sich sowohl die unterschiedlichen Tasten nicht sehr leicht erspüren und auch das Drücken gestaltet sich etwas fummelig, da der Druckpunkt etwas streng gewählt ist und man sich die Buds so oftmals stärker in den Gehörgang drückt, was unangenehm sein kann.

Was die Akkulaufzeit betrifft, bin ich mit den Jabra Elite Sport zufrieden. Die vom Hersteller angegebenen 4,5 Stunden werden definitiv erreicht und auch die weiteren zwei Ladungen im Case sind zutreffend.

Wo die True-Wireless Earbuds den Mitbewerb allerdings deutlich abhängen ist im Bereich der Sprachqualität bei Anrufen. Derart klare Verständigung habe ich bisher bei den von mir getesteten Ohrstöpseln erlebt. Das liegt wohl einerseits daran, dass Jabra GN seit jeher eigentlich professionelle Headsets für Callcenter produziert und nicht zuletzt an den insgesamt 4 Mikrofonen, die das Gesprochene glasklar einfangen und zugleich störende Umgebungsgeräusche wegfiltern. Absolute Referenz.

Jabra Elite Sport - das Fazit:

Die Jabra Elite Sport machen es mir mit der Bewertung nicht einfach und dann plötzlich doch. Warum fragt ihr euch? Nun:  Das was sie tun sollen, machen sie eigentlich durchweg gut. Sie sind robust, sitzen beim Sport stabil, klingen gut und die Gesprächsqualität ist einfach göttlich. Zudem liefern sie mit der App eine der tollsten Begleit-Apps, die ich jemals genutzt habe.

ABER: Ich denke, dass die App in vielen Fällen ungenutzt bleibt, da es eben schon andere etablierte Apps gibt. Warum gibt es seitens Jabra GN nicht einfach eine Unterstützung zur Integration des Pulsmessers für Third-Party-Apps? Es war denke ich der falsche Weg, eine eigene Fitness-App zu entwickeln, anstatt einfach mit anderen Anbieter:innen zu kooperieren.

Auch sonst sind die Elite Sport leider technisch etwas veraltet. Der angesprochene Mikro-USB-Port zum Laden und auch die fummeligen Buttons. Was die Jabra Elite Sport aber im Jahre 2021 trotz ihrer Feature-Fülle aufs Abstellgleis stellt, ist der Preis. Bei Markteinführung im Jahr 2017 kosteten sie 249€ UVP. Dieser Preis hat sich zwar in den vergangenen Jahren ca. halbiert, aber trotzdem rechtfertigen die angesprochenen Features den Kauf im Jahr 2021 nicht mehr. Da gibt es viele gleichwertige und dabei noch günstigere Alternativen.

Ich hoffe sehr, dass Jabra GN eine weitere Iteration der Elite Sport auf den Markt bringt, die dann sowohl preislich, als auch in Sachen App-Integration bei Third Party-Programmen auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Wertung: 7.9 Pixel

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