iFrogz Airtime Vibe Test: Was taugt der Mid-Price-ANC-Kopfhörer?

von Stefan Hohenwarter 23.01.2020

Erst auf der CES 2020 angekündigt, landete der iFrogz Airtime Vibe nun auf meinem Schreibtisch – als jemand, der schon einige ANC-Hörer (in allen Preissegmenten) in der Hand hielt, wollte ich den neuen Hörer testen. Was ich davon halte, erfahrt ihr in meinem iFrogz Airtime Vibe Test. Weitere Informationen zum Produkt findet ihr auf der offiziellen Webseite.

Lieferumfang

  • iFrogz Airtime Vibe ANC-Kopfhörer
  • Micro-USB-Ladekabel
  • AUX-Kabel
  • Bedienungsanleitung
  • Transportbeutel

Inbetriebnahme

Für mich persönlich ist eine leichte Inbetriebnahme eines neuen Gerätes sehr wichtig. Ich will nicht extra zur Bedienungsanleitung greifen müssen, um die Kopplung oder Erstinstallation durchzuführen. Im Idealfall muss ich nichtmal nachdenken, wenn ich ein Gerät in Betrieb nehme. Und leider war genau das beim Airtime Vibe der Fall. Das Pairing hat mit meinem Huawei P30 Pro (hier geht’s zu unserem Test), das ich intuitiv durch längeres Druckens des Einschaltknopfs aktiviert habe, nicht so recht funktionieren wollen. Aus diesem Grund habe ich in der Bediendungsanleitung nachgelesen und traurigerweise festgestellt, dass ich ohnehin alles richtig gemacht habe. Dennoch brauchte ich einige Bluetooth-Aktivierungs- und Deaktivierungsversuche am Smartphone und den Hörern bis end endlich klappte. Für nicht technikversierte AnwenderInnen wäre ein Ein-/Ausschaltsymbol samt Bluetooth-Symbol ein richtiger Segen, um dem Griff zur Anleitung vorzubeugen. Alle anderen Buttons haben eine Beschriftung wie „+“, „-“ oder „NC“, nur dieser Knopf nicht. Warum? Keine Ahnung. Wenn die Hörer allerdings mal gekoppelt sind, funktioniert alles tadellos.

Verarbeitung und erster Eindruck

Der Hörer wirkt äußerst robust und gut verarbeitet. Das gilt vor allem für die einklappbaren Ohrmuscheln. Zudem lassen sich die Muscheln nicht nur zur Seite klappen (diese Funktion kann auch für den perfekten Sitz am Kopf verwendet werden), sondern auch die Größe über den verstellbaren Kopfbügel einstellen. Die Knöpfe sind gut erreichbar und mit LED-Anzeigen versehen. Eine Bedienung über unsichtbare Tasten auf der rechten Hörermuschel, wie man sie beispielsweise vom Teufel Mute BT (hier geht’s zu unserem Test) oder dem PXC 550 (hier geht’s zu unserem Test) kennt, sucht man hier allerdings vergebens.

ANC-Kopfhörer im Mid-Price-Segment

Ähnlich wie beim Low-Price-ANC-Hörern von TaoTronics hatte ich hier auf eine positive Überraschung beim Noise-Cancelling gewartet, doch leider fällt dieses für mein subjektives Empfinden nicht besser aus, als beim halb so teuren TaoTronics BH040 (hier geht’s zu unserem Test). Schade, denn bei der Positionierung der Hörer im Mid-Price-Segment, hätte ich mir ein wesentlich besseres Resultat erwartet.

Eigene Abbildung (Copyright BeyondPixels)

Der Soundcheck

Wie auch beim ANC merkt man beim Klang, dass der Hörer in einer anderen Liga als Sennheiser & Co. spielt. Die Abstimmung beschert euch ein ausgewognenes Klangbild ohne Wunder zu vollbringen. Egal ob Klassik, Pop oder Techno – mit allen Musikrichtungen kommt der iFrogz Airtime Vibe gut zurecht.

Das ungenutzte User-Experience-Potenzial

Bei meinem Test des Sennheiser PXC 550 habe ich gemerkt, wie cool smarte Designsüberlegungen oder Features auf den Anwender wirken können. Ich denke da beispielsweise an das automatische Ausschalten der Hörer, wenn man sie zur Seite klappt. Das Zur-Seite-klappen, funktioniert beim Airtime Vibe zwar auch, aber die Wiedergabe wird dadurch nicht deaktiviert. Gut, dass muss ein Hörer in diesem Preissegement auch nicht, aber was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass der Hörer nur nach außen zur Seite drehen lässt. Wenn man die Hörermuscheln zum Körper haben will, wenn man sie um den Hals trägt, muss man sie vorher abnehmen und drehen. Das ist für mich absolut unverständlich.

Eigene Abbildung (Copyright BeyondPixels)

iFrogz Airtime Vibe Test-Fazit

Gerade in einem so umkämpften Sektor wie Kopfhörern muss man sich meiner Meinung nach mit einer guten Experience und/oder einem guten Preis am Markt positionieren. Und das schafft der iFrogz Airtime Vibe leider überhaupt nicht. Während der Komfort am Kopf und die Soundqualität gut sind, fehlt mir eine überzeugende Experience. Ich ärgerte mich bei meinem Test über das mühsame Pairing, den Designfehler bei den Hörermuscheln, die sich nur nach außen klappen lassen, und die fehlende Beschriftung des Ein-/Ausschaltknopfes, obwohl alle anderen Buttons sehrwohl beschriftet sind.

Das Ergebnis beim Noise-Cancelling-Test war ok, aber alles andere als überragend – vor allem wenn man an den verhältnismäßig hohen Preis denkt. Ich habe mir in Anbetracht des Preises ein besseres Resultat erwartet, aber ich bin leider mit dem Preis-Leistungsverhältnis nicht zufrieden. Hier gibt es mit ähnlich gute Produkte einige Alternativen am Markt, die zum halben Preis des Airtime Vibe erhältlich sind.

Wertung: 6.0 Pixel

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