Große Mulitplayer-Hoffnung: Mario Tennis Fever im Test

von David 17.02.2026

Mario Tennis Fever ist im Singleplayer mau, aber im Multiplayer mit den neuen Fever-Schlägen ganz großes Tennis.

Love means nothing in Mario Tennis Fever – die Story

Mein Name ist Mario, Super Mario und ich habe ein riesen Problem. Ich bin gefangen in dem Körper eines Babies und niemand darf das erfahren. Ihr denkt, das ist Unsinn? Das ist genau das, was mir in Mario Tennis Fever widerfahren ist. Früher war ich mal Tennisstar, aber jetzt schaffen es meine schlaffen Baby-Ärmchen kaum den Schläger zu halten.

Wie üblich sind Wario und Waluigi an allem Schuld. Daisy war krank und während Luigi und ich versuchten die heilende, goldene Frucht zu besorgen, haben die beiden Übeltäter etwas uraltes in diesem Tempel aufgeweckt. Es hat uns alle, inklusive Peach in Babies verwandelt. Das Königreich hat nun keine Herrscherin mehr und droht wohl im Chaos zu versinken. Und was mache ich? Ich bin im Körper eines Babies und in dieser merkwürdigen Tennisakademie gefangen. Ich wünschte mir ich könnte einfach ein Pilz Item einwerfen und erneut die Welt retten. Mein Babykörper würde davon aber höchstens Durchfall bekommen.

Ich muss am Ball bleiben

Ich muss irgendwie zu Kräften kommen, ich muss hart trainieren. Leider ist mein Trainer Toad und er redet so enorm viel. Alle Toads reden enorm viel. Ich kann diese Pilzköpfe nicht mal auseinander halten. Warum heißt jeder Toad eigentlich Toad??? Ich muss mich auf Tennis, auf mein Training konzentrieren, denn der Wahnsinn beginnt an mir zu zehren. Toad bringt mir also die Grundlagen des Tennis bei. Was ist ein Lob, was ein Slice? Die Erklärungen sind für Kinder, ja für Babies geeignet. Ich bin ein 35 Jahre alter Mann, im Körper eines Kleinkindes und so fühle ich mich ständig unterfordert. Ich darf aber mein Geheimnis niemanden Preis geben. Für sie bin ich einfach Baby Mario, sie wissen nicht wer ich wirklich bin. Niemand darf es erfahren! Warum eigentlich? Egal, der Toad- Akademieleiter meinte es wäre besser so.

Ich versuche meinen ersten Ball zu schlagen und scheitere kläglich, er fliegt nicht mal bis zum Netz. Toad gibt mir einen Privatlehrer an die Hand. Eine sprechende Blume, eine sogenannte Plauderblume, die ich von meinen Geschichten mit den Wunderblumen bereits kenne. Schon damals haben sie mir wirre, motivierende Sätze entgegen geschrien. Zugegebenermaßen irgendwie witzig, aber der Typ hier schreit mir bei jedem Schlag etwas entgegen. Noch dazu muss ich riesige Spikes durch die Gegend ziehen, Tennisbälle auf Trampolinen einfangen oder andere Minispiele absolvieren. Manchmal versetzt mich das gedanklich zurück in einfachere Zeiten, als wir noch große Mario Parties im Schloss veranstalteten.

Perspektivwechsel: Der Storymodus bietet leider keinen so intensiven RPG Modus, wie am N64 ab. Er dient eher als langsames Tutorial, welches es auch Kindern ermöglichen soll den Tennissport und die Bewegungen im Spiel verständlich zu machen. Absolut ok, eben nicht ganz für mich gemacht. Die Story ist auch eher wirr, aber immerhin sind die wenigen Zwischensequenzen hochwertig und lustig gemacht. Die Minispiele sind ganz nett, aber auf Dauer zu repetitiv. Von meinen ca. 4 Stunden, die die Kampagne gebraucht hat, habe ich mich eineinhalb davon in der Tutorial Akademie rumgeschlagen. Der Rest war dann begleitet von eher simplen Minispiele, die eigentlich ganz lustig, aber zu oft wiederholt wurden. Die Kampagne im Vorgänger Mario Tennis Aces war zwar ebenfalls einfach, jedoch steckte deutlich mehr Liebe und Abwechslung im Detail. Wie gesagt ist es ein guter Einstieg, für Kinder oder wenn ihr noch nie etwas mit Tennis am Hut hattet. Es wäre aber so viel mehr drin gewesen.

Das Coregameplay brilliert

Allerdings spielt man weder Mario Kart, noch Mario Tennis wegen dem großartigen Einzelspielermodus. Am schönsten ist das Spiel mit Freunden zu viert auf der Couch (oder wahlweise online). Mario Tennis Open am 3DS hat mich schon in den Bann gezogen und Aces, hat es mich lieben gelernt und diese Liebe für dieses Core Gameplay ist auch in Mario Tennis Fever erhalten geblieben.

Standardmäßig könnt ihr Slices, Topspin, Lobs, Stoppbälle und harte Schläge spielen. Damit seid ihr top gerüstet um eure Gegner über den gesamtem Platz zu schicken. Im Gegensatz zu Aces, müsst ihr Lobs und Stoppbälle nun über zwei Tasten (zuerst A und dann B Knopf). Das lässt sich im Menü aber umstellen und auf die viel angenehmeren Schultertasten legen. Bevor der Ball zu euch gelangt, könnt ihr die Schlagtaste aufladen, um mehr Fever-Energie zu bekommen (dazu später mehr). Für einen richtig wuchtigen Schlag drückt ihr die Taste zwei Mal und ladet dann auf. Ihr müsst also immer das Risiko abwägen, wie viel ihr aufladen wollt und könnt auch mit langsamen Bällen richtige Rythmuswechsel einleiten. All diese Mechaniken sind schnell erlernt, aber bieten viel Platz um sie richtig zu meistern. Sie greifen perfekt ineinander und bieten richtig schönes, arcadiges Tennisspiel.

Ein schöner Fever-Traum

Es verhält sich bei mir ein bisschen wie echtes Tischtennis oder Billard. Das „Grundspiel“, welches sich bei echten Sportarten ja nie ändert ist an und für sich super gelungen und macht einfach Spaß. Um diese Basis jedoch zu erweitern, hat man sich die namensgebenden Fever-Schläge ausgedacht. Ladet ihr eure normalen Schläge auf, lädt sich die Fever-Spezialleiste auf und ihr könnt einen mächtigen Schlag ausführen. Je nachdem welchen Fever-Schläger man ausgerüstet hat, es gibt 30 dieser Schläger freizuschalten, beginnt die gegnerische Seite zu brennen, wird von Tornados oder einer riesigen Schlammpfütze heimgesucht.

Ja es gibt sogar einen Schläger, der euren Charakter verdoppelt und euch für kurze Zeit aushilft. Langsamen Charakteren wie Donkey Kong könnt ihr den Turbo-Schläger in die Hand drücken, wodurch sogar sie über den Platz sausen können. Die Schläger sind eine coole, kleine Neuerung, die das chaotische und actiongeladene Gameplay nochmal unterstreichen. Ihr müsst sogar aufpassen, dass eure Lebensleiste nicht auf null geht. Im Doppel müsst ihr sonst für kurze Zeit raus, im Einzel werdet ihr langsamer. Eine kleine, aber feine Neuerung ist, dass ihr mit dem Fever-Schlag nicht mehr jeden Ball zurück bringt, wie es noch in Aces der Fall war. Ihr müsst nun zumindest in der Nähe des Balles stehen, was sich deutlich fairer anfühlt. Achja und natürlich könnt ihr einen Fever-Schlag eines Gegners auch erfolgreich retournieren, bevor er den Boden berührt. Dann platzt die Bombe auf der anderen Seite. Außer, die spielen den Ball sofort wieder zurück. Dadurch ergeben sich spannende Kämpfe am Netz, wo es gar nicht mehr um den Punkt geht, sondern darum das gegnerische Feld zu verwüsten. Diese Scharmützel um die Fever-Bälle sind richtig gut gelungen.

Umfang

Apropos Donkey Kong, es gibt 38 freischaltbare Figuren und unterschiedliche Arenen, die Bälle verlangsamen, schneller machen oder sie z.B. auch extrem hüpfen lassen. Es gibt auch drei verschiedene Balleinstellungen von langsam bis schnell, wodurch ihr das Grundspiel angenehm variieren könnt. Die einzelnen Charaktere, Mario als Allrounder mal ausgenommen, haben Stärken und Schwächen. Je nachdem sind sie sehr schnell, schießen besonders hart oder präzise und wer eine trickreiche Figur nimmt, wird bananenartige, schwer zu berchnende Flugkurven beim Schlagen erzeugen. Das ist besonders für Einsteiger ziemlich fies.

Wollt ihr mal zu zweit gegen die KI spielen, dann gibt es da noch drei Turniere in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Noch ein bisschen cooler sind aber die Türme, die man so auch aus Mortal Kombat kennt. Es gibt hier immer schwieriger werdende Tennismatches zu bestreiten, wo Sonderregeln eingestreut werden, wie z.B. dass drei Babycharaktere gegen Bowser spielen. Es kommt auch gerne mal vor, dass ihr wie bei bei einem Flipper ein Multiball aktiviert wird und plötzlich fünf Tennisbälle am Platz sind. Zu guter letzt gibt es dann noch den Spezialmix, wo alles auf den Kopf gestellt wird und Tennisbälle durch riesige Hippos ersetzt werden und alles durch Reifen geschossen werden muss. Das ist eine nette Ergänzung für Zwischendurch. Das gleiche gilt für die Bewegungssteuerung, die ebenfalls für Abwechslung und gute Unterhaltung sorgt. Das alles macht mit mehreren Leuten sehr viel Spaß.

Deshalb könnt ihr mit Game-Sharing auch euer Spiel kostenlos Vorort teilen und so auf mehreren Konsolen (auch Switch 1) spielen. Auch online gibt es eine Rangliste und die Spiele laufen sehr stabil. Mein größter Kritikpunkt ist, dass es momentan im Ranglistenmodus nicht möglich ist gemeinsam im Doppel (zwei Leute auf einer Couch) online gegen andere anzutreten. Es geht zwar ohne Rangliste, aber dann nur in den Lobbies, die in meiner Testzeit nicht gut besucht waren. Das ist so typisch Nintendo, dass das noch nicht klappt und ich hoffe dieses Feature wird so bald wie möglich nach gereicht.

Fazit Mario Tennis Fever

Nutzt die Kampagne um gut reinzukommen und ab da an lasst sie links liegen und sucht euch Leute mit denen ihr Mario Tennis Fever spielen könnt. Dann nämlich werdet ihr herrlich chaotische Tennisabende verbringen können, denn das Gameplay macht einfach enorm viel Spaß. Ansonsten gibt es auch genug freizuschalten und im Koop macht auch das einiges her. Ich hoffe, dass sich die Online-Modi im Laufe der Zeit halten werden und nicht schon nach Monaten wieder gähnende Leere wie in Aces aufweisen werden. Dann hat Mario Tennis Fever zumindest bei mir das Potenzial die gesamte Switch 2 Ära immer wieder hervor gekramt zu werden.

Wertung: 8.4 Pixel

für Große Mulitplayer-Hoffnung: Mario Tennis Fever im Test von
Benachrichtigungen
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Comments
neuste
älteste
Inline Feedbacks
View all comments