Flashdance – Das Musical feierte Premiere im Wiener MQ

von Michael Neidhart 14.11.2018

Flashdance – Das Musical läuft seit gestern, 13.11.2018, im Wiener Museumsquartier und konnte das Premierenpublikum mit tollen Performances überzeugen. Es ist der Stoff aus dem die Träume sind. Die vermeintliche Außenseiterin Alex schafft den Sprung in die anspruchsvolle Tanzschule. Ohne sich dabei selbst zu vergessen. What a feeling!

Flashdance – Kult aus den 1980ern

Das Musical verarbeitet einen Stoff, der in den 1980er Jahren zu einem regelrechten Hype führte: Aerobic in knappen Bodies, schulterfreien Sweatshirts und mit Stulpen an den Füßen. Der Titelsong, gesungen von Irene Cara, darf auf keiner 80er Party fehlen und wurde damals unter anderem mit einem Oscar ausgezeichnet. Doch worum gehts eigentlich?

Alex Owens arbeitet tagsüber in einem Stahlwerk und verdient sich abends ein wenig Geld dazu, indem sie in einem Club tanzt. Eigentlich träumt Alex aber von der großen Karriere einer Tänzerin. Dieser Traum führt sie zu einem Vortanzen an einer elitären Schule, auf das sie ihre Freundin, die ehemalige Balletttänzerin Hannah vorbereitet. Natürlich darf eine kleine Romanze auch nicht fehlen. Nick Hurley, der neue Chef im Stahlwerk, macht seiner begabten Mitarbeiterin schöne Augen.

© Morris Mac Matzen, Photography

Tolle Bühnenshow und Choreographie

Mit dem Thema Flashdance im Hintergrund hat man bei den meisten ZuseherInnen natürlich bereits einen Stein im Brett. Der Film begeisterte eine ganze Generation und hat neben „What a feeling“ gleich mehrere Hits im Gepäck. Darunter „Maniac“, „Gloria“ und „I Love Rock ’n’ Roll“, die allesamt auf Englisch gesungen werden.

Die Qualität der Stimmen lässt dabei kaum Wünsche offen. Vor allem die Newcomerin Hannah Leser überzeugt. Ihr schauspielerisches Talent, dass sie in den Sprechszenen zeigt, und ihre tolle Singstimme machen sie zu einer Top-Besetzung für die quirlige und freche Alex Owens. Ihr gelingt es, genauso wie Kollegen Sasha Di Capri in der Hauptrolle des Nick Hurley, stets über der Musik zu singen, sodass auch die gelungenen Texte hörbar werden.

„Tanzen ist die ehrlichste Kunstform. Ich finde sowieso, dass das Leben getanzt werden muss.“ (Gitte Hænning)

Ein besonders gutes Paar sind die ehemalige Balletttänzerin Hannah, grandios dargestellt von Gitte Hænning, und ihre Pflegerin Louise, gespielt von Tanja Rübcke. Das Wechselspiel von alterndem Star und resoluter Pflegerin sorgt an diesem Abend für einige Lacher. Überhaupt lockern einige Szenen den romantischen Plot etwas auf. Das tut dem ganzen Stück sehr gut und damit schaffte es der Cast auch, eine Verbindung zum Publikum herzustellen.

 

Flashdance – Eine gelungene Premiere

Die Premiere der deutschen Musical-Version des 1980er Hits kann in fast allen Punkten überzeugen. Die Choreographie ist dann am besten, wenn fast der ganze Cast auf der Bühne steht. Eine Szene im zweiten Teil sticht dabei besonders hervor. Alex und Nick besingen darin ihre bevorstehenden Aufgaben und spätestens jetzt springt der Funke vollends aufs Publikum über.

Das einzige was ich einfach nicht verstehen kann, ist die Rolle des schmierigen Clubbesitzers C.C.. Die einzig tatsächlich etwas bösere Rolle des Stücks wurde mit einem Schwarzen Darsteller besetzt. Die Produzenten mögen das nicht mit Absicht gemacht haben, aber da selbst die filmische Vorlage Johnny C. von einem Weißen Darsteller gespielt wird, fällt das einfach auf. Immerhin stehen mehr als ein Dutzend DarstellerInnen auf der Bühne.

Flashdance – Das Musical gastiert noch bis zum 25.11.2018 in der Halle E des Wiener Museumsquartier.

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