EET SolMate 3 im Test: Größerer Speicher mit smarten Ideen

von Mandi 24.01.2026

Der österreichische Hersteller EET hat mit dem SolMate 3 einen Solarspeicher auf den Markt gebracht, der vieles neu denken will.

Zum EET SolMate 3

Das Gerät präsentiert sich wie kein anderes Produkt dieser Kategorie: einfach einstecken, aufladen und vergessen. Wir durften auch schon seinen Vorgänger, den SolMate 2, testen – zum Testbericht geht’s hier. Legen wir also los! Der SolMate 3 ist ein Balkonkraftwerk-Speicher des österreichischen Unternehmens EET (Efficient Energy Technology GmbH), das sich mit innovativen Energielösungen schon einen Namen gemacht hat. Das Gerät präsentiert sich als intelligente Speicherlösung für den Eigenverbrauch von Solarstrom, die nach dem Plug-and-Play-Prinzip funktionieren soll – also völlig ohne Elektriker, ohne komplexe Installationen und ohne Fachkenntnisse. EET ist stolz darauf, dass alles in Österreich entwickelt wurde und dass der Speicher europäischen Sicherheitsstandards vollends genügt. 

Die offizielle Website bewirbt das Gerät mit dem Slogan „einfach einstecken und los geht’s“. Das Herzstück des Systems ist die patentierte SolBrain-Technologie, eine intelligente Software, die deinen Stromverbrauch automatisch über die Steckdose erkennen soll und den Solarstrom exakt dann abgibt, wenn ihr ihn benötigt. Keine zusätzlichen Sensoren, keine neuen Zähler, kein Kabelsalat – das ist das Versprechen. Mit einer Speicherkapazität von 2,56 kWh, einer Einspeiseleistung von bis zu 800 Watt und einer Notstromleistung von bis zu 2.500 Voltampere richtet sich der SolMate 3 an Balkonkraftwerk-Besitzer, die ihren selbst erzeugten Strom speichern und so maximal selber wieder aufbrauchen möchten. Der Preis liegt bei etwa 1.499 Euro, wobei eine großzügige 10-Jahres-Garantie auf das Produkt gewährt wird.

Aufgestellt und angesteckt

Beim Auspacken offenbart sich die erste große Herausforderung: Der SolMate 3 wiegt mit 43 Kilogramm deutlich mehr als sein Vorgängermodell und erfordert daher gleich zu Beginn die Unterstützung einer zweiten Person – zumindest, wenn man ihn nicht gerade aus dem Lieferwagen direkt an seinen Einsatzort transportiert. Das Gerät selbst fühlt sich hochwertig an, das Gehäuse wirkt robust und solide, und die Verarbeitung macht einen einwandfreien Eindruck. Das Netzteil samt Kabelwerk ist gut organisiert im Karton verstaut, und der Lieferumfang ist vollständig. Dabei muss man erwähnen, dass es anders als zuvor keinen Standfuß oder Ähnliches gibt, das Produkt steht ganz von selbst dank gummierte Füßen. 

Die Montage selbst erfordert kein Fachwissen, ein stabiler Platz mit direktem Zugang zu einer Steckdose reicht aus. Sobald das Gerät an eine Schuko-Steckdose angeschlossen ist, beginnt die wahre Magie: Die Inbetriebnahme erfolgt vollautomatisch über die EET SolMate-App, die man sich während der Einrichtung aufs Smartphone lädt. Nach nur wenigen Klicks koppelt sich das Gerät mit dem heimischen WLAN, und die App führt euch im Anschluss durch einen intuitiven Onboarding-Prozess. Es braucht wirklich keine Vorwissen, keine technischen Kenntnisse, keine Bürokratie – das Versprechen wird hier eingelöst. In wenigen Minuten war der komplette Setup-Prozess beendet, und der SolMate 3 war im Einsatz.

Zur EET SolMate-App

Diese zugehörige Begleiter-App ist äußerst übersichtlich aufgebaut und bietet euch genau vier Ansichten. Die erste ist der aktuelle Energiefluss: Wie viele Watt generieren eure Solarpaneele, wie gut ist der PV-Speicher gefüllt und wie viel Watt zieht gerade euer Zuhause? Dünne und dicke Pünktchen symbolisieren dabei den Energiefluss und machen so schnell klar, was gerade los ist. Unten gibt es zwei Knöpfe, nämlich eine Batterie und einen Blitz. Die Batterie steht für die Ladeleistung: Wollt ihr euren Speicher füllen, könnt ihr nach einem Tastendruck angeben, wie viele Watt er wie lange beziehen soll (100 bis 2500 Watt sind möglich, für eine Minute bis zwei Stunden). Betätigt ihr den Blitz, kommt ihr zum Einspeisungs-Boost: Hier dürft ihr angeben, wie viel Leistung (100 bis 800 Watt) ihr wie lange (eine Minute bis zwei Stunden lang) ins Haus einspeisen wollt. Der zweite Reiter nennt sich Performance und zeigt euch die Leistung an einem Tag, an zwei, vier oder sieben Tagen in dem von euch gewählten Zeitraum an. 

Ihr seht, wie viele Wattstunden ihr in einem von euch gewählten Zeitraum von der Sonne erzeugen konntet, eingespeist habt, wie die Ladung des SolMate 3 war und wann er vom Netz Strom bezogen hat. Reiter Nummer drei nennt sich „Dynamischer Tarif“. Hier könnt ihr zu den günstigsten Stunden des Tages euren Speicher über das Netz wieder laden und auch eine maximale Ladeleistung festsetzen, zwischen 500 und 2500 Watt sind möglich. In den Einstellungen wird es dann ernst: Ihr könnt eurem SolMate einen Namen geben, einer PLZ und einem Land zuweisen sowie Energiemanagement betreiben. Dazu zählt der gewünschte minimale Akkustand (da könnt ihr zwischen 12 und 30 Prozent einstellen), ein Einspeisebereich zwischen 0 und 800 Watt ist zu definieren, alternativ dazu könnt ihr aber auch ein Einspeiseprofil mit minimaler und maximaler Einspeisung in Watt vorgeben, je nach Uhrzeit. Die integrierte SolBrain-Technologie macht das aber so gut wie überflüssig, dazu gleich mehr!

Zur SolBrain-Technologie

In der Anleitung steht, dass sich die patentierte SolBrain-Technologie nach dem ersten Anschließen bis zu zwei Wochen lang in einer Selbstkalibrierungsphase befindet. Solange diese läuft, ist die SolBrain-Leistung limitiert. Aber was ist das genau? Diese innovative Neuerung ermöglicht es euch, euren gesamten Hausstromverbrauch über alle drei Phasen in Echtzeit zu erfassen – und das ohne zusätzlichen Zähler oder Hardware im Sicherungskasten. Anders als beim Vorgänger, der auf eine Phase limitiert war, könnt ihr so euren tatsächlichen Gesamtverbrauch checken. Der SolMate 3 „hört“ sozusagen am Stromnetz mit, erkennt über feinste Spannungsschwankungen den Gesamtverbrauch auf allen Phasen und steuert so intelligent die Einspeisung. Damit wird aus jeder Steckdose ein virtueller Smart Meter – ganz ohne komplizierte Technik oder Zusatzgeräte. Wie funktioniert das ganz genau? Das Produkt misst winzige Spannungsschwankungen zwischen N (Neutralleiter) und PE (Schutzleiter) direkt an der Steckdose, an der ihr das Gerät angeschlossen habt. Diese Spannungsschwankungen enthalten indirekt Informationen über den Verbrauch auf allen drei Phasen des Hausanschlusses. 

Denn jeder Verbraucher im Haus – egal, an welcher Phase er angeschlossen ist – verursacht charakteristische, messbare Änderungen in der Netzspannung. Mit Hilfe von KI-gestützten Algorithmen analysiert SolBrain diese minimalen Spannungssignale. Daraus kann der Virtual Smart Meter den aktuellen Gesamtverbrauch des Haushalts berechnen, auch wenn SolMate nur mit einer einzelnen Phase verbunden ist. Auf Basis dieser Daten passt SolMate 3 seine Einspeiseleistung dynamisch an den tatsächlichen Bedarf an. Dadurch wird der Eigenverbrauch optimiert, und es wird vermieden, dass Strom unnötig ins öffentliche Netz eingespeist wird. Die Vorteile davon liegen auf der Hand: Es sind keine zusätzlichen Ausgaben oder Anschaffungen wie etwa Lastmessgeräte notwendig, es benötigt keinerlei Eingriffe in einem Sicherungskasten, und die hohe Messgenauigkeit ist laut Angaben des Herstellers vergleichbar mit einem fest installierten Zähler. Zudem ist das Ganze zukunftssicher, da die Machine-Learning-Modelle kontinuierlich verbessert werden. So werden in Summe auch kleine Lasten unter 20 Watt erkannt, aber nicht direkt, wenn das Ein-/Ausschalt-Ereignis passiert. Insgesamt ist das alles eine sehr runde Sache!

EET SolMate 3 in der Praxis

Im täglichen Betrieb offenbarte sich schnell: Der SolMate 3 funktioniert wirklich so, wie es der Hersteller verspricht, und das war auch schon beim Vorgänger so. Die EET SolMate-App ist wirklich gelungen und wirkt übersichtlich, schnell, intuitiv. Sie zeigt euch in Echtzeit an, wie viel Strom eure Solarpanele gerade produzieren, wie voll der Akku geladen ist und wie viel Energie gerade in euren Haushalt fließt. Dabei seht ihr eure Datenkreise (Stromerzeugung aus Solar, Einspeisung in Watt, Akkuladung in Prozent, Ladeleistung in Watt) sowie eine animierte Darstellung des Energieflusses – sehr befriedigend zuzuschauen, wenn die Sonne vom Speicher direkt in euer Haus fließt. Natürlich müsst ihr die technische Begrenzung auf 800 Watt Ladeleistung beachten, das ist nun mal ein regulatorisches Limit für steckerfertige PV-Anlagen. Das Produkt speist übrigens generell nicht durchgehend ein, weil sehr geringe Einspeisungen keine gute Effizienz haben – soll eure Grundlast abgedeckt werden, müsst ihr diese als Minimaleinspeisung einstellen. 

Im Testzeitraum rund um den Dezember 2025 und Jänner 2026 war in der App es noch so, dass ein Einspeiselimit von 120 Watt das niedrigste funktionierende war. Das wird in Zukunft laut Support auf 60 Watt abgesenkt! Im Inselbetrieb (also bei einem Stromausfall) funktioniert alles perfekt, und bis zu 800 Watt Notstromleistung reichen aus, um Kühlschrank, WLAN und wichtige Verbraucher zuverlässig am Laufen zu halten. Das ist beruhigend. Ein weiterer interessanter Punkt: Der SolMate 3 ist kein All-in-One-Gerät mehr. Im Gegensatz zum Vorgänger hat es keinen integrierten Solar-Laderegler (MPPT), das heißt: Wer bislang etwa den SolMate 2 hatte, benötigt nun einen externen Wechselrichter (etwa den TSUN 800W), um die Solarpaneele anzuschließen. Alle anderen mit einem Balkonkraftwerk, die ihre Solarpaneele schon an einem Mikrowechselrichter hängen haben, können dann dieses Produkt einfach als super-simple Nachrüstlösung erstehen und das Gerät als Speicher nutzen. Alles funktioniert so, wie es sein soll!

Was alles aufgefallen ist

Das erste große Highlight des Produkts ist zweifellos die innovative SolBrain-Technologie. Sie arbeitet grundsätzlich wie beschrieben – ohne dass ihr Sensoren installieren müsst, erkennt das Gerät automatisch, wann Strom verbraucht wird, und speist intelligent ein. Wenn Updates folgen, ist das eine klasse Lösung. Ein weiteres Highlight ist die massive Speicherkapazität von 2,56 kWh, die gegenüber dem Vorgänger nahezu verdoppelt wurde. Das reicht für einen typischen Haushalt aus, um morgens und abends den generierten Solarstrom sinnvoll zu nutzen. Die LiFePO4-Speichertechnologie ist dabei bewährt und langlebig – mit über 80 % Kapazität nach 6.000 Zyklen garantiert EET eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren. Das dritte Highlight ist die ausgezeichnete Praxisorientierung: Ihr braucht wirklich keine Fachkraft, kein kompliziertes Equipment und nicht mal besondere technische Kenntnisse. Die App-Steuerung ist dermaßen elegant gelöst, dass selbst ältere Menschen mit dem Gerät zurechtkommen. Seine zwei integrierten Steckdosen sind ebenfalls praktisch, im Notfall könnt ihr Geräte direkt am SolMate 3 anschließen.

Ein letztes Highlight ist die lange Garantie: Die 10 Jahre Garantie bedeuteen, dass ihr wirklich lange ganz ohne große Überlegungen auskommt, und das ist selten in dieser Branche. Es gibt aber auch so manche Dinge, die nicht ideal sind. Erstens: Die beiden Steckdosen sind direkt nebeneinander angeordnet, und auch, wenn ich die Technik dahinter verstehe, wäre es vielleicht doch geschickt gewesen, sie zumindest ein bisschen auseinander zu setzen. Zweitens: Griffmulden jedweder Art fehlen komplett. Bei 43 Kilogramm sind Griffmulden oder wenigstens strukturierte Kanten zum Anfassen sehr sinnvoll, die fehlen hier aber und fallen der Schönheit des Produkts zum Opfer. Transport und Montage gestalten sich dadurch mühsam. Im Internet ist die Rede von Shelly-Integrationsproblemen und fehlender Open-API-Unterstützung. Vorherige Produkte waren noch mit externen Sensoren kompatibel, das hat sich leider geändert – wer intelligent eine Smart-Home-Landschaft aufbauen möchte, muss Kompromisse eingehen. Und dass die App im Januar 2026 noch nicht ganz ausgereift war, wird sich in Zukunft durch Updates ändern.

EET SolMate 3: Die Technik

Der SolMate 3 läuft mit folgenden Spezifikationen: Seine Speicherkapazität liegt bei 2,56 kWh nutzbarer Kapazität auf Basis von LiFePO4-Technologie, die Nennspannung beträgt 48 Volt. Die Einspeiseleistung beträgt maximal 800 Watt im Netzbetrieb, im Inselbetrieb sind bis zu 2.500 Voltampere verfügbar. Seine Notstromleistung liegt daher bei 2.500 VA – das reicht für die meisten Haushaltsgeräte. Die PV-Eingangsspannung wird mit bis zu 2.500 VA spezifiziert, die AC-Ladegeschwindigkeit ist auf 800 Watt limitiert. Was die Maße des Geräts angeht, sie betragen etwa 800 x 400 x 100 Millimeter, das Gewicht liegt bei den genannten 43 Kilogramm, leider ohne Griffmulden.

Die Schutzklasse ist IP65, somit ist das Gerät perfekt gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Der Temperaturbereich liegt bei -20 bis +55 Grad Celsius, was dem Außenbetrieb auf Balkon oder Terrasse gerecht wird. Die Batterie hat eine erwartete Lebensdauer von über 15 Jahren oder etwa 6.000 Zyklen – je nachdem, was zuerst erreicht wird. Mit einer garantierten Restkapazität von mindestens 80 % nach 6.000 Zyklen ist das eine sichere Sache. Die Garantie beträgt 10 Jahre, das ist nicht nur in dieser Branche außergewöhnlich großzügig. Zwei Steckdosen und LEDs als Anzeige sind verbaut. Das war’s soweit zu den technischen Daten, also kommen wir nun zu einem Schluss!

Fazit: Das ist die Zukunft

Der SolMate 3 ist ein wirklich innovatives Produkt, das das tut, was es verspricht – mit kleinen, aber wichtigen Einschränkungen. Seine SolBrain-Technologie ist genial durchdacht und tatsächlich ein Game-Changer für alle, die keine Elektriker beauftragen möchten. Die Inbetriebnahme ist unglaublich einfach, die EET SolMate-App ist elegant und funktional, und die Verarbeitung ist hochwertig. Zu guter Letzt: Die massive Speicherkapazität des Produkts und die großzügige Garantie sind echte Pluspunkte. Allerdings: Die SolBrain-Software arbeitet noch nicht perfekt. Zum Testzeitpunkt werden Mindesteinspeisungen unter 120 Watt nicht bedient, das soll sich in Zukunft aber durch ein Update auf 60 Watt ändern. So kleine Einspeisungen sind nicht effizient! Die 800-Watt-Ladeleistungs-Grenze ist zwar regulatorisch vorgegeben, bleibt aber frustrierend, wenn die Sonne mehr produziert. Die fehlende Shelly-Integration und Open-API-Unterstützung sind enttäuschend für Smart-Home-Enthusiasten. Das Gewicht und die fehlenden Griffmulden machen den Transport zu zweit fast notwendig.

Für wen ist der SolMate 3 geeignet? Für alle, die ein unkompliziertes, gut verarbeitetes Balkonkraftwerk-Speicher-System suchen, das keine Installation durch eine Fachkraft erfordert. Jene Menschen, die Wert auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und europäische Qualität legen. Für alle, die gerne ihren Solarstrom selbst verbrauchen möchten, ohne sich mit technischen Details auseinandersetzen zu müssen. Für wen ist das Gerät nicht gedacht? Für alle, die eine perfekt zuverlässige, ausgefeilte Software erwarten, Smart-Home-Integration brauchen oder täglich mit der maximalen Ladegeschwindigkeit rechnen wollen. Trotz der Kritik bleibt dies ein empfehlenswertes Produkt für den Massenmarkt. EET hat hier ein System geschaffen, das Sonnenenergie wirklich zugänglich macht. Die Software-Thematik wird sich durch Updates in Zukunft noch verbessern, und spätestens dann wird der SolMate 3 zu einem echten Top-Produkt. Aber auch jetzt schon, wenn ihr die Mindesteinspeisung auf 120 Watt setzt, macht das alles wirklich Sinn. Daher auch meine Empfehlung für EET!

Wertung: 9.0 Pixel

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