Als eingefleischter Fan des Marvel Cinematic Universe habe ich etwas gewagt, dass ich sonst eher meinen KollegInnen überlasse: Ich habe mir eine TV-Serie angesehen, und zwar die erste Staffel von Agent Carter. Ob, und wie mir dieses Experiment gefallen hat, lest ihr in meiner Review.

In der Box:

  • 4 Blu-ray Discs
  • 2 Staffeln mit je 8 Episoden
  • Deutsch und Englisch (DTS 5.1)
  • Outtakes vom Dreh

Die SSR-Agentin Peggy Carter kennen Captain America- Fans bereits aus den First Avenger-Filmen. Die toughe Power-Frau des patriotischen Superhelden rückt in der Serie Agent Carter in den Mittelpunkt des Geschehens. Flankiert wird sie dabei von jeder Menge Prominenz aus den bisherigen Marvel-Filmen, aber auch von vielen neuen Gesichtern. Über 8 Episoden nimmt sich Agent Carter Zeit, am bekannten Story-Arc anzuknüpfen, bereits bekannte Charaktere mit Substanz auszupolstern, und neue Gesichter einzuführen.

Agent Carter

Die Handlung

Der 2. Weltkrieg ist vorbei, und Steve Rogers, aka Captain Amerika geistert nur mehr als Mythos durch nachkriegszeitliche Radioshows. Die Kriegsveteranin Peggy hat beim US-Geheimdienst SSR angeheuert, und muss dort die niedrigen Arbeiten für ihre männlichen Kollegen verrichten. Da kommt ihr ein Auftrag eines alten Bekannten gerade recht. Der erneut von Dominic Cooper (WarCraft, The Movie) verkörperte Howard Stark hat ein Problem. Und ist nicht nur die ausgeprägte Narzissmus-Störung des Playboys, Milliardärs und Erfinders gemeint. Die Erfindungen des Waffen-Entwicklers tauchen plötzlich auf dem Schwarzmarkt und in den Händen der Feinde der USA auf.

Starks einzige wahre Freundin Peggy muss verhindern, dass der Staat ihn des Hochverrats verdächtigt. Die russische Organisation Leviathan möchte Stark Absicht am Verschwinden seiner Erfindungen untestellen, und gleichzeitig ein Exempel an der amerikanischen Bevölkerung statuieren. Unterstützung erhält Peggy Carter dabei von Starks Butler Jarvis, der mit trockenem britische Humor, Charme und Melone für die nötige Brise Salz in der Suppe sorgt.

Gelungene Referenzen

Howard Stark Agent Carter

Bei Marvel-Fans haben da jetzt sicher einige Glöckchen geklingelt. Howard Stark wird noch als Vater des brillanten Tony Stark in die Geschichte eingehen. Dieser wiederum ist besser bekannt unter seinem Superhelden-Namen Iron Man. Jarvis ist auch der Name von Tonys digitalem Helferlein. Diesen hat er offensichtlich nach dem Butler seines Vaters benannt. Und auch Captain America selbst bekommt einige Cameos spendiert, zumindest in Form von Rückblenden und Fotos. Fans des MCU dürfen sich auch auf ein Wiedersehen mit den Howling Commandos und dem Serienvater Stan Lee freuen.

Kein Kino-Budget

Budgetär merkt man der ersten Staffel von Agent Carter an, dass es sich nicht um eine Blockbuster-Kino-Produktion handelt. Mit Spezialeffekten wird an allen Ecken und Enden gespart. Viele Sets wie ein verschneiter russischer Wald muten eher künstlich an, und die ständig gleiche Luft-Aufnahme vom New York der 50er Jahre wirkt bisweilen schon arg recycelt. Schauspielerisch schöpft Agent Carter hingegen aus dem Vollen. Mit Hayley Atwell und Dominic Cooper hat man die Hollywood-Prominenz der Filme verpflichtet. Auch die sonstigen Figuren wie Carters Agenten-Kollegen Sousa, Thompson und Chief Dooley sind gut gecastet, und machen ihren Job großartig. Lediglich James D’Arcy in der Rolle des Butlers Edwin Jarvis wirkt gelegentlich ein wenig aufgesetzt und wenig glaubhaft.

Fazit zu Agent Carter

Die erste Staffel von Agent Carter fügt sich geschmeidig und elegant in den Handlungsstrang des MCU ein. Es tut gut, dass Peggy zwischen ihren Auftritten in The First Avenger und den neuzeitlichen Caps-Filmen mit einer ordentlichen Background-Story ausgestattet wird. Auch die Referenzen und Cameos aus The First Avenger sorgen für jede Menge Charme. Leider ist die Handlung rund um das verbrecherische Leviathan-Syndikat arg dünn geraten. Die Bösewichte sind Stereotyp und Eindimensional geraten, was der Spannung gegen Ende aber keinen Abbruch tut. Fans der Kinofilme kann ich Agent Carter daher uneingeschränkt empfehlen! Ich werde mir auch die zweite Staffel ansehen, und liebäugle danach bereits mit der Serie Agents of Shield, wo der charismatische Agent Phil Coulson seine gebührende Screentime zugesprochen bekommt.