Marvel’s Agent Carter 2. Staffel (Blu-ray) im Test

von postbrawler 17.01.2017

Als eingefleischter Fan des Marvel Cinematic Universe habe ich etwas gewagt, dass ich sonst eher meinen KollegInnen überlasse: Ich habe mir eine TV-Serie angesehen, und zwar die zweite Staffel von Agent Carter. Ob, und wie mir dieses Experiment gefallen hat, lest ihr in meiner Review.

In der Box:

  • 4 Blu-ray Discs
  • 2 Staffeln mit je 8 Episoden
  • Deutsch und Englisch (DTS 5.1)
  • Outtakes vom Dreh

Agent Carter

Der zweiten Staffel von Agent Carter merkt man sofort an, dass die Produzenten dafür tiefer in die Tasche greifen konnten, als noch in der ersten Staffel. Explosionen, Visual Effects und wilde Stunts überschlagen sich quasi im Stakkato-Takt! Leider hat Agent Carter dabei einen großen Teil ihres Charmes eingebüßt. Nicht mal ihre kecke rote Sonnenbrille mag darüber hinwegtäuschen, dass das Script zur Staffel 2 eher dünn ausgefallen ist. Doch hübsch der Reihe nach.

Von New York nach L.A.

Nach New York verschlägt es Peggy Carter diesmal ins sonnige Los Angeles. Dort hat ihr früherer Kollege Agent Sousa eine Zweigstelle des Geheimdienstes SSR eröffnet.  Das mutet nicht nur zufällig nach dem CSI-Schema an. Agent Carter gibt sich redlich Mühe im Look und Tempo an die erfolgreiche Krimiserie anzuknüpfen. Ursprünglich als Kurzurlaub geplant, wird Peggy in einen mysteriösen Kriminalfall verwickelt, der mit einer tiefgefrorenen Leiche in einem See beginnt. Als bei deren Obduktion auch noch der Gerichtsmediziner zum Eisblock erstarrt, wird schnell klar, dass wir es hier mit keiner natürlichen Kälte zu tun haben.

Etwas mehr Fantasie, bitte

Staffel 2 von Agent Carter mutet deutlich fantastischer und mystischer an, als der geerdete Vorgänger. Statt mit eiskalten Hypnose-Russen werden wir diesmal mit transdimensionaler Nullmaterie, Geistererscheinungen und besessenen Super-Machtis konfrontiert. Das wirkt zwar im Marvel Universum nicht zwingend weit hergeholt, stellt aber doch einen harten Bruch zur ersten Staffel dar. Zu allem Überdruss fallen den Visual Effects auch die gelungenen Cameo-Auftritte der ersten Staffel zum Opfer. Weder die Howling Commandos, noch Serienschöpfer Stan Lee dürfen in Los Angeles vor die Linse treten.

Fremdschäm-Faktor: Marvellous!

Zumindest bekommt der stark überzeichnete Butler Jarvis in Staffel 2 Rückendeckung. Nicht nur von seiner Frau, die er liebevoll Mrs. Jarvis nennt, sondern auch von den meisten anderen SchauspielerInnen. Deren halbgare und teils skurril anmutenden Dialoge stehen denen des Vorzeigebriten auf der nach oben offenen Fremdschäm-Skala um nichts nach.

Dieser Umstand wird auch noch verstärkt, als die eigentlich knallharte Powerfrau Peggy zum Opfer ihrer eigenen Hormone wird, und gleich mehrere Liebschaften zur gleichen Zeit aufreißt. Das ist nicht nur kitschig inszeniert, sondern trägt auch wenig zum Iron-Lady-Image der Vollblut-Agentin bei. Die Intention der Produzenten war klar: Peggy bricht bewusst und gezielt mit Konventionen und Regeln, denen sich Frauen ihrer Zeit unterzuordnen gehabt hätten. Leider geht der Schuss nach hinten los. Statt Peggy selbstbewusster und souveräner wirken zu lassen, wirkt ihr Charakter dadurch schwach und unsicher. Was hätte wohl Steve Rogers dazu gesagt?

Was hätte Caps dazu gesagt?

Der Captain selbst spielt in der Zweiten Staffel übrigens gar keine Rolle mehr. Los Angeles interessiert sich wohl nicht so sehr für seine Heldentaten, wie seine Heimatstadt New York das noch tat. Eigentlich schade, denn Peggys tragische Liebschaft mit dem Captain aufzulösen, und sie dadurch bereit für eine neue Liebe zu machen, daran scheitert Staffel 2 der Marvel-Serie kläglich.

Fazit zu Agent Carter: Staffel 2

Schade, ich habe mich nach der spannenden, und liebevoll inszenierten ersten Staffel von Marvel’s Agent Carter wirklich auf ein gelungenes Comeback gefreut. Den Ortswechsel nach L.A hätte ich noch am besten verkraftet. Auch die Spezialeffekte sind durchaus überzeugend, und tragen viel zur Spannung der zweiten Staffel bei. Leider scheitert Agent Carter an der eigenen Messlatte, einer dünnen Handlung und einem Seifenopern-Script. Da wäre deutlich mehr drin gewesen!

 

Wertung: 5 Pixel

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