Welock Smart Lock Touch41 Test: Türschloss, ob mit oder ohne App

von Mandi 12.11.2023

Mit dem Welock Smart Lock Touch41 kommt die Möglichkeit, eure Haustür mit einem Fingerabdruckscanner zu versehen. Lest unseren Test!

Welock, WeLock, WELOCK oder auch WE.LOCK hat mittlerweile einiges im Sortiment. Wir haben uns nun dank dem Hersteller einige Zeit mit dem Smart Lock Touch41 beschäftigen dürfen. Anders als bei einer Draufsetzlösung wie etwa von Nuki tauscht ihr hier das ganze Schloss aus! Es ist in zwei Varianten (Standard und mini) erhältlich – der einzige Unterschied dabei ist die Kompatibilität. Die Standardvariante passt für Türen zwischen 50 und 100 mm Dicke, und die mini-Variante für Türen zwischen 30 und 70 mm. Ihr könnt, sofern ihr diese Lösung an eurer Tür installiert, diese dann mittels Fingerabdruck, der WeLock-App (für iOS und Android erhältlich) oder auch mit einer RFID-Karte entsperren. Klingt soweit gut – packen wir das Schloss einmal aus!

Der erste Eindruck

Nach dem Auspacken liegen nun mehrere Dinge vor euch. Das Welock Smart Lock Touch41, 3 RFID-Karten, eine Gebrauchsanweisung (auch online abrufbar) und eine kleine Box mit Werkzeugen sind in der Verpackung enthalten. Das Schloss selbst besteht aus Edelstahl und macht dementsprechend einen wertigen Eindruck; sowohl Gewicht wie auch Verarbeitungsqualität sind durchwegs gelungen. Ihr seht, dass beim Batteriefach des Produkts ein QR-Code aufgeklebt ist, und beim Zylinder ist eine ID eingraviert. Beides wird bei der Konfiguration mit der WeLock-App wichtig, dazu aber später mehr.

Die Anleitung gibt euch Schritt für Schritt vor, wie ihr das Gerät montieren und konfigurieren könnt. Wichtig ist, dass das Welock Smart Lock Touch41 fürs Funktionieren 3 AAA-Batterien benötigt, die nicht im Lieferumfang enthalten sind. Somit solltet ihr zuerst das Batteriefach bemühen – eine Schraube später habt ihr die Batterien eingesetzt, und es kann weitergehen. Wer, so wie ich, ohne zu lesen gleich mal alles mit der WeLock-App koppelt und dann meint, groß loszulegen, steht dann plötzlich ratlos da. So wie ich. Denn dieses Schloss positioniert sich ganz klar als Auch-ohne-App-Lösung.

Die Konfiguration des Touch41

Das bedeutet: Das Welock Smart Lock Touch41 ist initial rein am Schloss selbst einzurichten. Die WeLock-App hat durchaus ihre Qualitäten, aber bei der Ersteinrichtung bleibt ihr rein beim Lock selbst. Dieser Vorgang ist übrigens in der Anleitung beschrieben, und so richtet ihr das Schloss durch Halten des Standby-Knopfs und mehrmaliges Drücken (13x, um den Piepton abzustellen, beispielsweise) ein. Sämtliche Dinge wie Bluetooth, die Dauer der Sperrzeit, das Hinzufügen oder Entfernen von Fingerabdrücken und RFID-Karten – all dies funktioniert mit nur einem Knopf und einem Mini-Display, auf dem gerade mal das Wort „Erfolgreich“ Platz hat.

Doch in Wahrheit ist das schon in Ordnung, denn auch, wenn es ungewöhnlich ist, macht diese Vorgehensweise Sinn. So wird sichergestellt, dass die Person, die sich als Erstes registriert, auch der Administrator dieses Schlosses ist. Die WeLock-App ist also nicht unbedingt notwendig, aber ich persönlich habe einfach vorausgesetzt, dass sich das Welock Smart Lock Touch41 auch via App erstkonfigurieren lässt. Also bitte, wiederholt meinen Fehler nicht, und verlasst euch auf die geschriebene Anleitung – dann funktioniert alles so, wie es soll!

Der Einbau des Schlosses

Mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel könnt ihr das Batteriefach öffnen und schließen. Genauso könnt ihr mit einem mitgelieferten Schraubenzieher die Länge des Zylinders einstellen, so stellt ihr sicher, dass das Welock Smart Lock Touch41 genau zu eurer Haustüre passt. Der Einbau selbst an der Tür gestaltet sich als sehr einfach, selbst für Leute, die handwerklich wenig Erfahrung besitzen. Denn die Befestigungsschraube in der Türe hält euer derzeitiges Schloss an seinem Platz, und nach dem Lösen ebendieser könnt ihr den Originalzylinder schon rausnehmen. Danach gilt es, eine Schraube zu lösen und den Griff abzunehmen – so könnt ihr das neue Schloss von außen einbauen.

Steckt der neue Schließzylinder im gewünschten Schlossloch, müsst ihr nur noch den Befestigungsschrauben an der Tür wieder reindrehen. Dadurch hält das Welock Smart Lock Touch41 schon da, wo es sein soll – allerdings fehlt noch etwas. Richtig, der hintere Griff muss erneut draufgesteckt werden, bevor ihr ihn mit der einzelnen Schraube wieder fest montiert. So habt ihr in etwas unter zwei Minuten euren alten Zylinder mit dem neuen, aktuellen Schloss ausgetauscht – viel einfacher geht es eigentlich nicht! Fotos und Beschreibungen in der Anleitung sorgen dafür, dass ihr auch genau wisst, wo ihr hingreifen müsst.

Das Touch41 im Alltag

Habt ihr das Produkt erst einmal montiert und eingerichtet, verschwindet das Gerät so ziemlich aus euren Augen. Denn in Wahrheit ist es ein set it and forget it-Gerät: Wer achtet schon täglich auf seine Türklinken oder eben ein Schloss? Genau das ist es, was das Welock Smart Lock Touch41 so bemerkenswert macht. Habt ihr es fertig konfiguriert, funktioniert es einfach vor sich hin, ohne große Anstalten zu machen. Die drei AAA-Batterien sorgen für eine lange Laufzeit, in der Regel müsst ihr über einen Wechsel frühestens nach acht Monaten nachdenken. Erreicht der Batteriestand des Geräts einen Pegel unter 20 Prozent, gibt es sowohl am Schloss selbst wie auch in der WeLock-App (falls ihr sie verwendet) einen Warnhinweis bei jedem Öffnen.

Standardmäßig ist ein Piepton vorhanden, der jedes Einschalten und jede Interaktion mit einem Piep quittiert. Das lässt sich aber in den Einstellungen glücklicherweise auch stummschalten, das ist etwas, was ich allen empfehle. Alles, was ihr beim Öffnen zu tun habt, ist einmal die Standby-Taste zu betätigen, und nach dem Aufwachen des Welock Smart Lock Touch41 identifiziert ihr euch dann. Ob das via Fingerabdruck, RFID-Karte oder App passiert, ist euch überlassen. Schließt ihr das Schloss übrigens via WeLock-App auf, müsst ihr das Gerät vorher nicht einmal aufwecken. Das ist cool – gleichzeitig bekommt ihr dann am Smartphone eine Benachrichtigung, dass euer Schloss entriegelt wurde.

Die WeLock-App am Smartphone

Diese Benachrichtigung verstehe ich nicht ganz, denn das Welock Smart Lock Touch41 reagiert immer in Sekundenschnelle. Ich würde es noch nachvollziehen können, wenn die App mich entweder jedes Mal benachrichtigt, wann und wie auch immer das Schloss geöffnet wird. Aber dass ich am Handy auf „Entsperren“ drücke und eine Sekunde später eine Benachrichtigung in der Benachrichtigungszentrale (nicht innerhalb der App!) bekomme, dass das Schloss nun offen ist … na ja. Die App an sich ist übersichtlich gehalten und bietet euch mehrere Optionen, wie etwa das Verwalten von autorisierten Nutzer:innen, RFID-Karten und das Löschen von gespeicherten Fingerabdrücken.

Auch ein Entsperrungsprotokoll ist mit von der Partie – zuvor müsst ihr mit „Datensatz herunterladen“ die Liste von eurem Welock Smart Lock Touch41 exportieren lassen. Aber dann seht ihr übersichtlich, wer von euren gespeicherten User:innen oder RFID-Karten wann das Schloss geöffnet hat. Selbst das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen, ein eventuelles Firmware-Upgrade oder das Hinzufügen von mehreren Schlössern ist da ganz leicht möglich. Aber, wie eingangs erwähnt, die WeLock-App ist nur zum Verwalten der smarten Locks gut – wenn ihr ein neues Schloss kauft und dieses erstkonfigurieren wollt, müsst ihr das am Gerät selbst durchführen.

Allfälliges und Auffälliges

Habt ihr mehrere solcher smarten Schlösser von Welock im Einsatz, so ist die WeLock-App eine sinnvolle Ergänzung dafür. Denn alle Schlösser werden einen anderen Namen von euch bekommen (etwa Haustür, Lagertür, Kellertür und Helga), so könnt ihr sie leicht auseinanderhalten. Gleichzeitig werdet ihr so sämtliche Batteriestände im Auge behalten können, ohne an die Schlösser selbst ran zu müssen. Ihr bekommt schon lange vor dem Leerwerden immer wieder Benachrichtigungen, aber selbst, wenn es mal zu spät sein sollte, gibt es einen Ausweg. Beim Welock Touch41 gibt es nämlich neben dem Batteriefach auch einen Micro-USB-Anschluss, den ihr mit einer Powerbank zu einer Stromzufuhr machen könnt.

Das lädt zwar eure AAA-Batterien nicht auf, aber macht das Schloss im Notfall wieder funktionsfähig. Weiters funktioniert das Schloss sehr leise (wenn ihr den Piepton abgeschaltet habt) und reagiert jederzeit rasch. Abgesehen vom Ersteinrichtungsprozess, der sich mit mehreren Nutzer:innen etwas in die Länge ziehen kann, macht das Produkt seine Sache einwandfrei. Übrigens lassen sich Fingerabdrücke und RFID-Karten auch mit einem Zeitlimit versehen: Wenn ihr sagt, dass Person B nur noch bis morgen um 14 Uhr Zugriff haben soll, könnt ihr das in der WeLock-App problemlos einstellen. So ein smartes Schloss hat einfach seine Vorteile, unbestritten!

Technisches zum Welock Touch41

Als Türschloss ist das Welock Touch41 auch mal so mancher Witterung ausgesetzt, und daher ist das Produkt nach IP65-Rating wassergeschützt. Zudem wird die Betriebstemperatur mit -25 °C bis + 60 °C angegeben, da sollte man in unseren Breitengraden immer das Auslangen finden. Der Aufbau des Schlosses ist so, dass ihr es von der Innenseite her immer öffnen könnt und der Fingerabdrucksensor bzw. RFID-Scanner an der Außenseite auf seinen Einsatz wartet. Selbst, wenn die 3 AAA-Batterien im Inneren den Geist aufgeben sollten, habt ihr via Micro-USB noch immer die Möglichkeit, das Schloss mit Strom zu versorgen und so eure Türe zu öffnen. Eine Anbindung an Smart Home-Systeme wie HomeKit oder Alexa gibt es nicht, und die WeLock-App verlangt eine Registrierung.

Der einstellbare Bereich des Schlosses rangiert von 50 bis 100 mm, die Leistungsaufnahme beträgt zwischen 3.6-4.5 V, und die Lebensdauer der Batterien wird mit acht bis zehn Monaten angegeben (bei zehn Nutzungen pro Tag). Pro Nutzer:in könnt ihr drei Fingerabdrücke vergeben, und insgesamt können bis zu 100 Fingerabdrücke bzw. 20 RFID-Karten gekoppelt werden. Auf der offiziellen Website des Produkts kostet das Welock Touch41 189,- Euro (UVP) – wollt ihr dabei etwas sparen, könnt ihr gern den Coupon-Code CNHD53 verwenden, dann bringt ihr den Preis auf 136,- Euro herunter. Die Versandzeit beträgt dabei nur wenige Tage!

Das Fazit: Gutes Schloss, App so lala

Das Welock Touch41 ist ein ganz eigenes Produkt geworden, das sich vordergründig an all jene richtet, die eben nicht alles mit dem Smartphone lösen wollen. Was im Jahr 2023 ein wenig rückschrittlich klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als gar nicht so üble Idee. Denn die WeLock-App ist zwar bei der Verwaltung des Schlosses schon ganz nett, aber nicht notwendig, es lässt sich alles über das Gerät selbst lösen. Ob das allerdings komfortabel ist, sei dahingestellt, schließlich gibt es am smarten Schloss nur ein Mini-Display und genau einen (1) Knopf.

Das gestaltet die Ersteinrichtung des Produkts als etwas mühselig, gerade bei mehreren Nutzer:innen, aber dieser Prozess ist ja nur ein einziges Mal durchzuführen – pro User. Wenn ihr aber darüber hinwegsehen könnt, wartet ein gutes Zubehör auf euch. Sowohl die Verarbeitungsqualität wie auch die Zuverlässigkeit des Schlosses sind hoch (die Website verspricht 98 % beim Erkennen des Fingerabdrucks), und auch die Installation ist dabei leicht zu bewerkstelligen. Das Welock Smart Lock Touch41 kostet 189,- Euro (UVP) und lässt sich durch verschiedene Coupons wie etwa CNHD53 um 50 Euro senken – das ist ein äußerst fairer Deal, wie ich finde!

Wertung: 7.5 Pixel

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Heiner

Wie sicher ist das Schloss denn? Kann der Sensor Griff von außen einfach losgeschraubt und abgezogen werden?

Was ist denn mit der inneren Mechanik? Wenn jemand den Sensor Griff abzieht oder abbricht, kommt derjenige dann an die Öffnungsmechanik? Nicht dass man dann dort drinnen irgendwelche Stifte mit einer Nadel blockiert und den Zylinder drehbar macht? Klar kann ein Profi jedes Schloss knacken aber es sollte halt nicht zu leise und nicht zu schnell möglich sein