T-Mobile My HomeNet Box im Test

von Mandi 06.07.2016

Ein Hardware-Test der etwas anderen Art: Wir haben die T-Mobile My HomeNet Box erhalten und haben sie mehrere Wochen lang unter die Lupe genommen. Hält die Box, was der Provider verspricht? Finden wir’s raus!

My HomeNet Box Titel

Wieso überhaupt LTE?

Immer mehr Provider bieten es an, und ganz verständlich ist es für uns StädterInnen nicht: Warum sollte man sich für ein Mobilgerät bezüglich Internet entscheiden, wenn ein Kabel doch so viele Vorteile bietet? Doch wenn man sich die technischen Hintergründe ansieht, wird vieles rasch klarer. Der Ausbau des Kabelnetzes kostet jedem Provider immens viel Geld, und daher unterliegen wir zur Zeit einem Oligopol, wenn es um unser aller Internet geht.

Nun machte aber das Mobilfunknetz in Österreich dank des Ausbaus von LTE massive Fortschritte, was die Erreichbarkeit, die Latenz und die Geschwindigkeit angeht. Und wie es in ländlicheren Gebieten so ist, gibt es nicht überall A1, UPC, Liwest oder wie die Anbieter alle heißen. Hier steigen die blitzschnellen Mobilrouter wie etwa My HomeNet von T-Mobile ein: “Kein Kabel” muss nicht gleichbedeutend mit “kein Internet” sein. Je nach Paket kann man sogar mehr Speed zum kleineren Preis abstauben – wenn das mal kein Grund zum Ansehen ist?

Wir haben uns für den Test für die günstigste Variante entschieden. Das bedeutet, dass ihr innerhalb von wenigen Werktagen den Router zugesendet bekommt, der mit einer Download-Geschwindigkeit von maximal 20 Mbit/Sekunde (2,5 MB/Sekunde) aufwartet. Der Upload wird von T-Mobile mit maximal 5 Mbit/Sekunde (625 KB/Sekunde) beziffert. Der Preis hierfür ist, wenn ihr es als Bestandskunden online bestellt, 16,99 Euro im Monat beziehungsweise 19,99 Euro, was den Normalpreis darstellt. Ein Datenlimit gibt es nicht, also müsst ihr euch nicht davor fürchten, dass eure Geschwindigkeit irgendwann gedrosselt wird. Klingt gut.

netzabdeckung t-mobile

Verpackungsinhalt und Technisches

Wenn ihr die edle Verpackung öffnet, erwartet euch gleich der My HomeNet Box-Router. Im Prinzip müsst ihr nur die beigelegte SIM-Karte einlegen und das Gerät an die Stromversorgung anschließen. Danach dürft ihr euch in das nach knapp 30 Sekunden einsatzbereite WLAN-Netzwerk einwählen. Dazu dient ein kleiner Papierabschnitt, der euch den Namen sowie das Passwort des Netzwerks verrät. Darüber hinaus findet ihr in der Schachtel ein Netzwerkkabel sowie einen Akku. Wozu ein Akku, fragt ihr?

Mit der T-Mobile My HomeNet Box könnt ihr Internet auch dort genießen, wo gerade keine Steckdose verfügbar ist. Der Akku fasst 1500 mAh und hält laut Herstellerangaben 2,5 Stunden im Standby-Modus durch. Im Test schaffte unser Router die selbe Laufzeit, doch je nach Nutzungsintensität kann es manchmal kürzer und manchmal länger gehen. In der Praxis bedeutet das für geneigte Internet-GamerInnen, dass sie mit einem Laptop auch bei Stromausfällen problemlos das Ranked Game in League of Legends oder Overwatch beenden können.

Die Box bietet theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/Sekunde (Download) und 50 Mbit/Sekunde (Upload). In gewöhnlichen Messeinheiten bedeutet dies je nach Tarif maximal 18,75 MB/Sekunde Downloadgeschwindigkeit und 6,25 MB/Sekunde Uploadspeed. Das ist mehr als genug, möchte man meinen, und mit einem Preis von 39,99 pro Monat (Bestandskundenpreis) sind diese Geschwindigkeiten günstig! T-Mobile hat hier meiner Meinung nach ein äußerst attraktives Paket geschnürt, das euch durchaus interessieren dürfte.

My HomeNet Box Inneres

Inbetriebnahme und Praxistest

Der Absatz für die Installation wird wie erwartet ein kurzer. Ihr packt das Gerät aus, steckt den Akku rein (kein Muss), brecht die SIM-Karte aus der Halterung und fügt diese ebenfalls in die My HomeNet Box. Dann findet ihr noch einen Platz für euer neues Internetwunder, steckt es an die Steckdose und fertig! Ein kleiner Aufkleber bei der SIM-Karte verrät euch den WLAN-Namen und das Kennwort dafür. Habt ihr die SSID und das Passwort bei euren Geräten eingegeben, kann es auch schon binnen einer Minute losgehen.

Die günstigste Variante der My HomeNet Box, nämlich in Verbindung mit dem Light-Tarif, schlägt sich bei Normalnutzung hervorragend. Die maximale Download-Rate von 2,5 MB/Sekunde wurde zu jeder Zeit in den drei Wochen Testzeitraum erreicht, auch der Upload ließ sich niemals lumpen. Auch bei Akkunutzung war kein Performance-Einbruch erkennbar; ihr könnt euch also voll auf die HomeNet Box verlassen. Selbst im Falle eines Stromausfalles seid ihr immer online, ein Segen für Disconnect-Geschädigte wie mich. Theoretisch.

Allerdings schaffte ich es auch mit der HomeNet Box, aus Online-Games (insbesondere Overwatch und Diablo III) rauszufliegen. Ja, es passierte nur drei Mal, und diese drei Mal waren immer zu Stoßzeiten, sprich Freitag und Samstag Abend. Ob dies nun aber an der Netzauslastung, dem Gerät oder dem Einsteigertarif liegt, kann ich nicht beurteilen. Ich bemerkte nur, dass es so war und die selbe Konsequenz wie ein Stromausfall oder ein lausiger Internetanbieter nach sich zog. Fakt ist: Auch die HomeNet Box ist (leider) nicht perfekt.

Kosten HomeNet

T-Mobile My HomeNet Box: Sie ist es wert

Alles in allem bin ich von der T-Mobile HomeNet Box äußerst überrascht. Ich hatte schon länger die Vermutung, dass LTE eine spannende Alternative zur herkömmlichen Internetleitung ist. Dass sich die Box aber derart gut schlägt, hätte ich niemals erwartet. Schon mit dem Einsteigertarif spürt ihr niemals, dass ihr „nur“ auf mobilem Internet unterwegs seid. Klar, ein Blick auf die Datengeschwindigkeiten verrät schon einiges, aber auch in Sachen Latenz und Data Packet Loss kann man diesem Produkt nichts vorwerfen.

Auch die Einstellungsmöglichkeiten lassen keine Wünsche übrig. Mit der IP http://192.168.1.1/ kommt ihr auf eine übersichtliche Seite, die euch euren Router nach Lust und Laune konfigurieren lässt. WLAN, Passwörter, Firewall, MAC-Adressen, der Ethernet-Port und Updates können hier kinderleicht verwaltet werden. Besonders spannend ist es auch, wenn ihr euch SMS-Berichte konfiguriert. Die My HomeNet Box bietet euch mehr als genug Optionen, am Laufenden zu bleiben, fast schon mehr als die Standard-Router, die man von den altbekannten Providern bekommt.

Darüber hinaus sieht die Box wirklich gut aus. Ein paar grüne (oder auch blaue) Lämpchen verraten euch den derzeitigen Verbindungsstatus, was fein aussieht. Die dezente pinke LED-Umrahmung verleiht der Hardware den gewissen Touch. Unter dem Strich ist die My HomeNet Box nicht nur für jene unter euch interessant, die kein Kabel-Internet bekommen können. Durch die attraktiven Preisangebote (bestellt auf jeden Fall online) kann so mancher Anbieter in Sachen Preis/Leistung ausgestochen werden, und wenn Internet verlässlich, schnell und leistbar ist, was kann man daran aussetzen? Übrigens, falls ihr eine mobile Lösung fürs Auto sucht, könnte CarConnect etwas für euch sein…

Wertung: 9.0 Pixel

für T-Mobile My HomeNet Box im Test von Mandi
4 Comments
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Peter

Ich habe mir die Box ebenfalls über das Internet im Turbo Vertrag bestellt und hätte gerne gewusst, wie schnell sie tatsächlich angekommen ist. Ich kann es kaum abwarten.

Niklas

Danke für deinen Testbericht – die Box klingt sehr spannend für mich. Was mich noch interessieren würde ist die Reichweite des WLAN Signals. Hast du dazu ein paar Erfahrungen für mich? Wir würden die Box in einer WG mit drei Personen einsetzen.

Danke und LG.

Marie

Seit heute bin ich auch im Besitz dieser feschen Box.
Installation ist ja wirklich kinderleicht, und laut mehreren Speedtests bekomme ich an meinem Wohnort auch die per Vertrag zugesicherte Down-/Uploadrate. Ist eher ca. 7% mehr.
Kann man wirklich empfehlen, und die Telekom-Box schaut auch besser aus als die grün-weißen bzw. babyblau-weißen Mülleimerboxen der Konkurrenz (ok, Hardcore Fans von z.B. Rapid Wien werden wohl die A1-Box bevorzugen 😉 )