Die Villa des Paten im Test

von Marianne Kräuter 05.09.2016

Nach monatelangen Ermittlungen gegen den berüchtigten “Paten” liegen nun endlich alle Beweise vor, um den gerissenen Verbrecher hinter Schloss und Riegel zu bringen. Doch wie soll man das anstellen? Wird er doch ständig von dreizehn Leibwächtern beschützt, die zu allem bereit sind.

Fakten

SpielerInnenzahl: 2-4
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Inhalt: 54 Polizeikarten, 1 Einsatzleiterkarte mit Standfuß, 4 Patenkarten, 20 Leibwächterkarten, Spielanleitung

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Aufbau des Domizils

Als Polizeiteam versucht ihr gemeinsam in die Villa des Paten einzudringen und diesen festzunehmen. Dafür müsst ihr jedoch zuerst alle Leibwächter des Mafiabosses überwältigen.

Für den Spielaufbau werden zufällig 13 Leibwächter und ein Pate ausgewählt. Die Leibwächter sind unterschiedlich stark; durch ihre Auswahl kann der Schwierigkeitsgrad des Spiels variiert werden. Die Stärke der Leibwächter wird addiert und bestimmt die Anzahl der Polizeikarten im Spiel. Je leichter man die Partie gestalten möchte, desto mehr Polizeikarten erhält man. Danach wird die Villa mit umgebenden Park ähnlich einer Patience aufgebaut (wie im Bild zu sehen). Alle Karten, die mindestens zwei freie Kartenseiten haben und nicht von anderen Leibwächtern überdeckt werden, stellen angreifbare Ziele dar. JedeR deckt nun vier Karten von seinem persönlichen Polizeikartenstapel vor sich auf, dann kann es losgehn.

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In die Höhle des Löwen

Auf den Leibwächterkarten sind verschiedene Symbole zu sehen. Polizeikarten mit diesen Symbolen müssen abgeworfen werden, um den Leibwächter zu verhaften. Die Stärke des Leibwächters auf dessen Kartenrückseite gibt an, wie viele Polizeikarten nötig sind, um ihn dingfest zu machen. Ein zusätzliches Symbol auf der Rückseite gibt einen weiteren Hinweis darauf, wie der Leibwächter zur Strecke gebracht werden kann.

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Haben sich die SpielerInnen für eine Leibwächterkarte entschieden und eineN EinsatzleiterIn bestimmt, der die Runde beginnt, wird der Leibwächter aufgedeckt. Nun müssen entsprechende Polizeikarten in der richtigen Reihenfolge abgelegt werden, um ihn festzunehmen. Der/Die EinsatzleiterIn legt die erste Karte ab, der/die Nächste das zweite Symbol, usw. Hat man keine passende Karte zur Verfügung kann man stattdessen auch zwei gleiche Karten eines anderen Symbols abwerfen. Oder man passt, wirft eine “nutzlose” Karte ab und zieht eine neue. Das sollte man jedoch nicht zu oft machen, da die Anzahl der zu Verfügung stehenden Polizeikarten begrenzt ist. Manche “Joker”-karten zeigen mehr als ein Symbol und gestalten den Spielzug somit einfacher.

Wird der Pate nach Festnahme aller Leibwächter geschnappt, haben die SpielerInnen gewonnen. Haben die PolizistInnen nicht mehr genügend Karten oder nicht mehr die richtigen Karten zur Verfügung, um jemanden festzunehmen, hat die Gruppe verloren.

Erfolgreicher Einsatz oder gescheiterte Mission?

Die Villa des Paten ist ein kurzes, lustiges Spiel, das sehr schnell erlernbar ist. Dadurch sind die Regeln aber auch dementsprechend simpel. Gegen Eintönigkeit hilft die zufällige Auswahl der Karten und deren stets andere Verteilung beim Aufbau der Villa. Außerdem bleibt jede Partie bis zum Schluss spannend, da durch die zufällig ausgewählten und gezogenen Polizeikarten nie klar ist, ob man siegen wird. Wer gegen einen siegentscheidenten Glücksfaktor allergisch ist, sollte also besser die Finger von Die Villa des Paten lassen.

Schade fand ich, dass die abstrakten Spielmechaniken nichts mit dem Szenario zu tun haben: Man legt lediglich Karten passender Farbe ab. Es wäre schön, wenn die Spielmechaniken enger mit dem Szenario zusammenhängen würden, oder wenn zusätzliche Informationen die Mechaniken in einen Kontext setzen würden: z.B. dass sich manche Leibwächter nur nach einem Schusswechsel festnehmen lassen, was durch die roten Pistolenkarten repräsentiert wird, oder dass sich manche durch bloßes Vorzeigen der Polizeimarke einschüchtern lassen.

Zum Schluss noch ein Wort zur grafischen Gestaltung, die simpel gehalten wurde. Tatsächliche Darstellungen der Widersacher anstatt von Silhouetten hätten zur Immersion und Glaubwürdigkeit des Settings beigetragen.

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Fazit

Wer ein Coop-Spiel für Zwischendurch sucht und sich nicht an der simplen Aufmachung oder den abstrakten Spielmechaniken stört, ist mit Die Villa des Paten gut beraten. Wer sich in einem Setting verlieren möchte, bleibt hingegen Pandemie treu.

Wertung: 6.5 Pixel

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