Chiffre – Duell der Code-Knacker im Test

von Marianne Kräuter 04.01.2019

Kommissar Wolf muss dringend ein geheimes Codewort entschlüsseln, um die Nachricht von Mafiaboss Volpone lesen zu können. Doch zur gleichen Zeit versucht auch Volpone das Codewort einer verschlüsselten Botschaft des Kommissars zu knacken – Wer wird am Ende in Chiffre diesen geistigen Wettlauf gewinnen?

Fakten

  • Herausgeber: Gmeiner Verlag
  • SpielerInnenanzahl: 2
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Spieldauer: ca. 10 Minuten
  • Spielinhalt: 42 Buchstaben-Karten, 15 Themen-Karten, Spielanleitung

Ein Codewort muss her!

Hinter dem spannenden Text auf der Verpackungsrückseite von Chiffre verbirgt sich ein äußerst simples Spielkonzept: Die zwei SpielerInnen erhalten je 21 Karten, auf denen die Buchstaben des Alphabets abgedruckt sind. Die 15 Themenkarten des Spiels werden gut gemischt, ehe vor jedem Mitspielenden drei der Karten offen ausgelegt werden. Die Themen sind von „Sport“ über „Haus“ und „Musik“ bis hin zu „Märchen oder Sagen“ recht bunt gemischt. Nur manche der Themen ähneln sich dann doch etwas zu sehr; so decken sich ohne Frage viele Begriffe zu „Wald“ und „Garten“ oder zu „Essen & Kochen“ und „Restaurant“. Zieht man von den dreien also zufällig zwei ähnliche Themengebiete, wird das Raten für die Gegenspielerin bzw. den Gegenspieler natürlich einfacher.

Haben beide ihre Themenkarten erhalten, überlegen sie sich jeweils ein Codewort, das zu einem der Themen passt und genau vier Buchstaben aufweist. Da haben wohl weder Polizei noch deren krimineller Gegenpart jemals einen Crashkurs in Sachen „sichere Codewörter“ erhalten… Zusätzlich eingeschränkt wird die mögliche Auswahl an Wörtern dadurch, dass man jeden Buchstaben des Alphabets nur einmal zur Verfügung hat. Wörter, in denen ein Buchstabe mehrmals vorkommt, sind also unmöglich. Ach ja, und Umlaute fehlen ebenfalls.

Haben beide ein Codewort gewählt, legt man dieses mithilfe der eigenen Buchstabenkarten verdeckt vor sich ab und das eigentliche Spiel kann losgehen.

Rundenbasiertes Raten

Gespielt wird reihum. Jeder Spieler bzw. jede Spielerin führt stets eine von vier möglichen Aktionen aus, dann ist wieder der/die andere am Zug. Man kann entweder versuchen, das gegnerische Wort direkt zu erraten oder aber auch die korrekte Themenkarte erfragen. Auch ein einzelner Buchstabe des Codeworts kann geraten werden. Einfacher wird das durch die vierte mögliche Aktion: Man kann eine der eigenen verbliebenen Buchstabenkarten zu einer verdeckten Karte des Gegenübers legen. Der/die GegenspielerIn muss dann den angelegten Buchstaben richtig anordnen: Unter der verdeckten Karte, falls der geratene Buchstabe im Alphabet nach dem verdeckten kommt oder über der verdeckten Karte, falls der geratene Buchstabe im Alphabet vor dem verdeckten liegen sollte. Außer man hat genau ins Schwarze getroffen, dann wird die verdeckte Karte umgedreht.

Werden genügend Buchstabenkarten angelegt, sollte damit etwas Taktik möglich sein, schließlich kann man die Buchstaben, die man für das eigene Codewort verwendet hat, nirgends mehr anlegen. Ich sage „sollte“, weil es in meinen Testspielen bedauerlicher Weise kaum dazu kam. Durch die stark eingeschränkte Wortauswahl gepaart mit den klar begrenzten Themengebieten, wurden die Wörter immer rasch erraten. Während ich also die Grundidee von Chiffre recht spannend finde, wird das Spiel durch seine Limitierungen wohl den meisten – wie auch mir – recht schnell langweilig werden.

Ansprechendes Design

Ein positives Wort noch zum Schluss: In Sachen graphischer Gestaltung, hat sich bei den Gesellschaftsspielen des Gmeiner Verlags in den letzten Jahren einiges getan. Ich erinnere mich da noch mit Grauen an die verwortakelten Zeichnungen auf den Karten von Crime Master. Chiffre kommt zwar ebenfalls mit schlichtem, aber elegant-stilvollem Design daher, das perfekt zum Kriminalsetting passt.

Vielleicht klappts dann nächstes Mal auch mit einem längerfristig interessanten Spielprinzip.

Wertung: 5.5 Pixel

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