Altair Breaker (PS VR2) Test: Nahkampf mit Schwertern in VR

von Mandi 04.03.2023

In Altair Breaker könnt ihr eure Sword Art Online-Träume wahr werden lassen. Ob sich der Kauf des Spiels für PS VR2 lohnt, lest ihr im Review!

Auf der schwimmenden Insel Vastus Isle gelegen wurde der Ort einst als Zauberwerkstatt genutzt. Dieser Ort liegt jetzt in Trümmern und wird ausgenutzt, um Experimente mit KI durchzuführen. Ihr müsst an Kämpfen teilnehmen, um die Armee der LAWS (Lethal Autonomous Weapons Systems), die herumläuft, zurückzudrängen und dabei zu helfen, den Frieden auf der Vastus-Insel aufrechtzuerhalten. Verbündet euch mit anderen drei Spieler:innen aus der ganzen Welt und nehmt es dann mit allen Feinden auf. Das Spiel unterstützt Crossplay zwischen Quest 2 und PCVR und verfügt über ein natives Voice-Chat-System. Altair Breaker wird für all jene empfohlen, die stilvolle Schwertkampf-Action erleben und sich wie ein Held in einer Anime-Welt fühlen möchten.

Der erste Eindruck von Altair Breaker

Ihr startet das Game, und ihr werdet mit einer schönen Umgebung begrüßt. Schnell werden Erinnerungen an Serien wie Sword Art Online wach, und Minuten später steht ihr im Hub des Spiels. Altair Breaker ist ein Mix aus Rollenspiel und Kampfsimulation, die euch in verschiedenste Level wirft, und dort müsst ihr Feinde niederstrecken. Dazu kommt, dass ihr mit den aus Truhen gesammelten Schätzen und euren Stufenaufstiegen immer stärker werdet. Das klingt ziemlich trivial, meint ihr? Nun, da ihr hier ein PS VR2-Game vor euch habt, ist die Immersion um ein Vielfaches stärker, und dies macht auch die einfachsten Tätigkeiten wieder interessant.

So werdet ihr im Verlauf des Tutorials angehalten, ein Schwert in eure dominante Hand zu nehmen und ein Schild in eure andere Hand. Beide werden als Level 1-Gegenstand beschrieben, also wisst ihr schon, dass eure Kampfwerkzeuge sich aufwerten und austauschen lassen. Ihr begebt euch also in den ersten Bereich, reinigt diesen von Gegnern, und kehrt stärker und reicher in den Quest-Hub zurück. In dieser Ruhestätte gibt es auch Paneele, die euch eure Statuswerte und eure Ausrüstung ändern lassen. Derart verstärkt begebt ihr euch in den nächsten Bereich und kämpft gegen andere Feinde – wie das Ganze in Action aussieht, zeigt dieser Trailer zu Altair Breaker:

Solider Kampfeindruck…

Habt ihr den Trailer gesehen, wisst ihr in etwa schon, was euch alles erwartet. Denn die Umgebungen sind äußerst steril gehalten, was einerseits etwas schade und andererseits verständlich ist. Die Haupt-Action in Altair Breaker liegt nun mal im Kampf, und alles, was davon ablenkt, wäre für das Spiel nicht optimal. Hier kann ich berichten, dass das Tracking der PS VR2 Sense-Controller wunderbar funktioniert. Jede eurer Bewegungen, ob mit Schwert, Schild, Axt oder Spezialangriff, wird optimal erkannt und dementsprechend umgesetzt. Das hilft natürlich enorm, wenn es um Kombos geht, denn im Game könnt ihr eure Feinde mittels Angriff von unten nach oben auch in die Luft schleudern.

Blickt ihr dann auf den in Slow-Motion schwebenden Gegner, springt eure Figur nach, und ihr könnt dann einen Volley-Schlag ausführen. Das macht, wenn alles nach Plan aufgeht, richtig Laune, und so dürft ihr den Feind entweder zu Boden prügeln oder weit weg schlagen, ganz wie bei einem Homerun. Zudem gibt euch Altair Breaker zwar am Anfang die ausgeglichene Variante vor, dass ihr in einer Hand ein Schwert und in der anderen ein Schild tragen müsst. Das heißt aber nicht, dass ihr im Laufe des Spiels dabei bleiben müsst: Es gibt alle möglichen Varianten bis hin zu zwei Schwertern, und je nach eurem Spielstil könnt ihr das im Quest-Hub beim richtigen Terminal einstellen und euch ausrüsten.

…langsame Fortbewegung…

Schon in den ersten Levels wird euch aber gewahr, dass in Altair Breaker der Fokus auf der Action liegt. Doch in den Umgebungen müsst ihr euch auch fortbewegen, und das ist ein kleines Manko in diesem Titel. Denn während die Kampfanimationen wunderbar flüssig ablaufen und ihr euch darin megastark vorkommt, ist das Gehen zu Fuß … ernüchternd. Sehr langsam und fast schon behäbig trottet ihr durch die Umgebungen, was einen krassen Gegensatz zur sonstigen Action darstellt. Schon klar, euch soll möglichst wenig schlecht werden, und da spielt natürlich die Fortbewegung eine große Rolle. Ihr werdet euch im Spiel klarerweise viel bewegen müssen, da häuft sich der Frust möglicherweise etwas an.

Denn im Kampf gibt es so viel zu tun. Mittels gehaltener Taste lasst ihr euer Schwert und/oder Schild erscheinen, das hat schon ein wenig was von Lichtschwert-Feeling. Haltet ihr die zweite Taste fest, könnt ihr die der Waffe zugehörige Spezialattacke aufladen oder (im Falle des Schilds) eine Schildkugel erschaffen. Nicht nur das, auch Luftschnitte für eine Art Fernkampf sind möglich, und Altair Breaker hat auch eine Gleiter-Mechanik integriert. Haltet ihr die PS VR2 Sense-Controller über euren Kopf und drückt die beiden entsprechenden Tasten, springt eure Spielfigur in die Luft und hält dann einen plötzlich erscheinenden Gleiter zur Fortbewegung. Damit nicht genug, an gewissen Wänden könnt ihr auch emporklettern, ganz wie in Horizon Call of the Mountain. Wenn doch nur das normale Gehen nicht so langsam wäre!

…fragliche Langzeitmotivation

Ihr könnt schon kurze Sprints in Altair Breaker anreißen, wobei, Sprints ist da zu viel gesagt. Eher kleine, schnelle Schritte dürft ihr setzen, und diese kosten euch im Austausch eure Ausdauer. Diese wird nicht nur für diese kurzen Vorstöße verbraucht, sondern auch für Spezialangriffe und das Aufrechterhalten eures Kugelschildes. Im Vergleich zum recht schnellen Verbraten eurer Puste lädt sich die Ausdauer nur langsam wieder auf, und vor Feinden so richtig davonlaufen könnt ihr wegen der niedrigen Geschwindigkeit auch nicht. Man darf festhalten: Das Spiel macht wirklich Spaß, wenn ihr euch in der Schlacht befindet und eure Kombinationen auch genau dort landen, wo ihr sie beabsichtigt. Habt ihr dann eine Gruppe von Gegnern niedergestreckt, spaziert ihr gezwungenermaßen gemütlich zur nächsten.

Zurück bei der Basis dürft ihr dann wie bereits erwähnt die Statuswerte erhöhen. Lebenspunkte, Angriff und Verteidigung wie auch eure Ausrüstung profitieren davon, wenn ihr die verdienten Punkte dort investiert. Wie es sich für ein Spiel dieser Art geziemt, schaltet ihr so nach und nach weitere Umgebungen frei, in denen ihr weiter munter Gegner zu Fall bringen könnt. Das kann aber auch euch als Spieler:in so gehen, und es sind auch unblockbare Attacken in Altair Breaker vorhanden. Diese werden euch aber angezeigt, und dann könnt ihr nur hoffen, dass ihr noch Ausdauer für ein, zwei Ausweichmanöver nach hinten übrig habt. Sowohl Lebensleiste wie auch Ausdauer sind jederzeit ersichtlich, und viel mehr gibt es zum Titel eigentlich nicht zu sagen.

Altair Breaker: Starkes Kampfgefühl, aber...

In seinen besten Momenten liefert euch Altair Breaker ein unnachahmliches Gefühl von Stärke. Ihr prügelt doppelt so große Feinde mühelos in die Luft, besiegt sie nach kurzem Kampf, und kleine Begleitgegner werden von euch im Vorbeigehen zersäbelt. Im Nahkampf spielt das Game seine Vorzüge komplett aus, und dieses Feeling alleine ist ein starker Grund, sich den Titel zumindest einmal anzusehen. Gemeinsam mit den RPG-Komponenten und der Freiheit, dass ihr eure Ausrüstung wählen dürft und auch schon mal mit zwei Waffen antreten könnt, gibt es hier einiges, das gut gefallen kann. Doch wie so oft trügt der Schein manchmal, und daher ist nicht alles eitel Wonne.

Denn die Levels können sich teilweise gewaltig in die Länge ziehen, was aber nicht an Umfang oder Größe liegt. Nein, die Fortbewegung ist geradezu frustrierend langsam, und das ist leider in großen Teilen des Spiels ersichtlich. Was man sich anfangs noch mit Komfort und Anti-Seekrankheits-Feature schönreden kann, wird später nur noch ein Krampf. Das ist jammerschade, denn die Prämisse ist ja grundsätzlich gut, auch der Mehrspielermodus ist nahtlos und solide umgesetzt. Doch im derzeitigen Zustand kann ich Altair Breaker nicht uneingeschränkt empfehlen, hier hilft bestenfalls ein Probespielen. 15 bis 30 Minuten reichen, dann könnt ihr schon erahnen, ob das Spiel etwas für euch ist!

Wertung: 6.5 Pixel

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