Dragon Quest VII Reimagined im Test: Remakes neu interpretiert?

von Matthias Tüchler 02.02.2026

Als Dragon Quest VII im Jahr 2000 in den Laufwerken der japanischen PlayStation Konsolen ankam war die Dragon Quest Reihe unter der Leitung von Yuri Horii bereits ein etabliertes Franchise. Vielleicht nicht so sehr im Mainstream angekommen wie Final Fantasy, waren die JRPGs mit den Charakter-Designs der Manga Legende und Dragon Ball Erfinders Akira Toriyama längst zum Kult geworden. 2016 gab es daher auch einen Port auf den Nintendio 3DS, um den Klassiker auch für jüngere Fans zugänglich zu machen.

In einer Zeit der Remakes und Remasters möchte Dragon Quest VII auf sich mit der Bezeichnung Reimagined aufmerksam machen. Die ersten Einblicke im September 2025 haben bei Fans durchaus einen gewissen Hype ausgelöst. Die in einen neuen 3D-Stil umgewandelten Kult-Charaktere und Welten erinnerten an eine Art Diarama und versprachen schöne Stimmung mit gekonnter Lichtstimmung und dynamischen Animationen. Dabei möchte das Team um Producer Ichikawa Takeshi sowohl Dragon Quest-Neulinge als auch erfahrene Fans begeistern.

Während unser Tester bereits Erfahrung mit anderen Dragon Quest Teilen sammeln konnte, war es auch für uns ein erstes Kennenlernen mit Dragon Quest VII. Wir berichten euch von unseren frischen Eindrücken des neu interpretierten JRPG-Klassikers.

Dragon Quest VII Reimagined ist ab 5. Februar 2026 für Nintendo Switch & Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series und PC verfügbar.

Fantasy mit Fantasie

Bevor wir lange um den heißen Brei herumreden, muss es direkt gesagt werden: Dragon Quest VII Reimagined sieht absolut umwerfend aus. Die neu geschaffenen Charaktermodelle tragen den legendären Toriyama Charme in sich, sind farbenfroh und erreichen trotz dem 3D-Manga-Stil einen erstaunlichen Detailgrad. Dazu kommen die fließenden, sehr schnellen Animationen, durch die den Held*innen wie auch den Monstern eine wunderbare Dynamik innewohnt. Getestet haben wir auf der Nintendo Switch 2, auf der das Spiel mit soliden 60fps bei bis zu 4k Auflösung läuft.

Dragon Quest VII Reimagined(c) Square Enix

Auch die Umgebungen sehen einfach wunderbar aus. Schattige Wälder mit ein paar Sonnenstrahlen, die durch die Baumdecke brechen. In blass-blaues Mondlicht gehüllte Siedlungen, die lediglich von flackernden Lagerfeuern erhellt werden. Das rote Licht von glühendem Magma, das durch Höhlen fließt. Sogar Zauberei wirft Licht in die abenteuerlustigen Augen unserer Protagonist*innen. Dragon Quest VII Reimagined bietet eine Vielzahl abwechslungsreicher Szenerien, während wir verschiedene Inseln erkunden. Egal wohin wir blicken, das Ambiente ist immer on-point.

Ein wenig enttäuscht waren wir dafür von der geringen Abwechslung in den Kampfanimationen. Viele Spezial-Attacken und Zauber werden auf die gleiche Art durchgeführt. So ist die Gestik eines Heilzaubers ident mit manchen Feuerattacken, nur schimmert ersterer grün-golden und letztere beschwört Flammen hervor. Da wir Dragon Quest VII Neulinge sind, könnte es sich auch um Treue zum Original handeln. Die Animationen der Monster sind dafür zum Teil wunderbar witzige slapstickartige Tänze, Geheule und Gesabbere. Die Gegner wurden für das Remake generalüberholt, Details hinzugefügt und bieten jetzt noch mehr Abwechslung und Ausdrucksstärke. So ein Spektakel hätten wir uns auch von den Protagonist*innen gewünscht.

Dragon Quest VII Reimagined(c) Square Enix

Moderner Klassiker?

Wie wir bereits in diversen Artikeln beschrieben haben, gehören JRPGs zu einem der ältesten, etablierten Genres gehört. In diesem Paket kommen viele Regeln, Konventionen, Klischees und Zutaten von denen allerdings nicht alle besonders gut gealtert – oder für neue Spieler*innen nicht sehr zugänglich sind. Unvertonte, lange Dialoge sind für viele Fans eine Hürde. Träges durch Menüs klicken ebenso. Endlose Zufallskämpfe wenn man einfach nur zum nächsten Story-Event laufen will, können einem den Nerv rauben. All das sind allerdings auch Aspekte, die Purist*innen an JRPGs sehr schätzen.

Schlechte Nachrichten für Random-Encounter-Fans: Zufallskämpfe im klassischen Sinne gibt es in Dragon Quest VII Reimagined nicht mehr. Zumindest nicht überall! Solange man sich an Land auf einer der vielen Inseln aufhält, sind Gegnergruppen in der Umgebung sichtbar. So können Spieler*innen entscheiden, ob sie die Gegner bekämpfen oder umgehen wollen. Außerdem übernimmt Dragon Quest die Idee von beispielsweise Metaphor: Refantazio und lässt uns deutlich schwächere Gegner direkt mit einem Schlag bezwingen. So gibt es volle (Job-)EXP ohne den Kampfscreen je zu betreten. Doch keine Sorge, Zufallskämpfer*innen! Sobald man sich mit dem eigenen Schiff in die Fluten der Meere stürzt, sind die klassischen Zufallsbegegnungen wieder mit an Bord! Unser Neulingstester war allerdings froh über die Modernisierungen.

Dragon Quest VII Reimagined(c) Square Enix

Auch wenn ihr euch in den Kampf stürzt, gibt es ein paar Neuerungen zu entdecken. Neben einer Auto-Battle Option, mit der ihr noch schneller durch die nach wie vor rundenbasierten Kämpfe kommt, gibt es ein überarbeitetes Jobsystem. Genauer gesagt, können alle Protagonist*innen nun mehr als einen Job meistern und haben so weitaus mehr Möglichkeiten in Skill-Zusammenstellung. Fast, als würdet ihr die besten Attacken für eure Pokémon sammeln.

Bonuspunkte verdient Dragon Quest VII Reimagined außerdem mit den umfassenden Difficulty-Optionen, die es bietet. In der neuen Version des JRPGs können Spieler*innen nämlich nicht nur eine, auch nicht zwei, nicht mal vier oder fünf, sondern ganze sieben verschiedene Aspekte in der gewünschten Schwierigkeit adaptieren. Von ausgeteiltem Schaden unserer Protagonist*innen, über gesammelte Erfahrungspunkte und verdientes Gold, bis hin zur Stärke der Gegner und wann automatische Heilungen passieren – Dragon Quest VII will allen Fans die Challenge bieten können, die ihr euch wünscht!

Dragon Quest VII Reimagined(c) Square Enix

Stimmig komponiert

Wer Dragon Quest denkt, denkt auch an ikonische Musik. Für Reimagined wurde der großartige Originalsoundtrack von Koichi Sugiyama in einer modernen, ergänzten Orchesterversion aufgenommen. Dabei wurden die geliebten Themen-Stücke erhalten, jedoch mit Augenmerk auf Sugiyama-San’s Stil teilweise ergänzt und getrimmt, sodass sie zum Gesamtwerk passen. Für Purist*innen vielleicht ein Fauxpas, wir finden den Soundtrack von Dragon Quest VII Reimagined jedoch absolut großartig. Die Stücke sprühen vor Charme, Leichtigkeit, Verträumtheit und fühlen sich dennoch episch an. Drei Mal dürft ihr raten, welches Album in unsrem Spotify Wrapped 2026 ganz bestimmt vorkommen wird!

Dragon Quest VII Reimagined(c) Square Enix

Darüber hinaus wurden alle für die Main Quest relevanten Dialoge und Cutscenes mit Synchronsprecher*innen voll vertont. Besonders der Main-Cast bringt dabei auch tolle Performances und speziell Roly Botha als die Stimme von Prinz Kiefer als auch Becky Wright als Maribel schenkten uns zahlreiches Grinsen und Schmunzeln. Nebencharaktere allerdings sind ab und an ein wenig wackelig oder überzogen klischeehaft. Da Dragon Quest aber stets mit einer Prise selbstironischen Humors kommt, funktionieren sogar diese etwas schrägen Voice Acts gut.

Apropos Wortmeldungen. Ebenfalls aus anderen RPGs (wie Final Fantasy VII oder Yakuza/Like a Dragon) melden sich nun auch unsere Dragon Quest Partymembers immer wieder während unseren Erkundungstouren zu Wort. Soweit sogut und wenn diese Kommentare zur Charakterbildung beitragen, dann ist das auch toll. Leider handelt es sich dabei in 90 Prozent der Zeit um eine Erinnerung an die aktuelle Quest. Und das, leider ziemlich regelmäßig und außerdem sogar unmittelbar nachdem besagte Quest lang und ausführlich in einer Cutscene erklärt wurde. In etwa als würden wir euch nach diesem Absatz nun auch noch sagen: „Übrigens, es gibt jetzt auch leider etwas nervige Wortmeldungen der Gefährten.“

Quest Completed!

Hat Dragon Quest VII Reimagined ein paar Schwächen? Klar. Welches Spiel hat das nicht? Ist Dragon Quest VII Reimagined trotzdem ein absolut fantastisches, abwechslungsreiches, charmantes, kreatives, wunderschönes und episches Abenteuer, das alle JRPG-Fans nicht verpassen dürfen? Absolut und zweifelsohne ja!

Wir würden sogar so weit gehen, dass Square Enix hier die neue Benchmark für 3D-Remakes klassischer JRPGs gesetzt hat. Andere mögen vielleicht in Artstyle und Vibe variieren, aber in Sachen sinnvoller Modernisierung bei gleichzeitiger Treue zum Originalmaterial gibt es kein Spiel, das Dragon Quest VII Reimagined das Wasser reichen kann.

Dragon Quest VII Reimagined(c) Square Enix

Optisch bringt uns das Spiel so sehr zum Staunen, dass wir sogar non-gamer Freunde und Familie dazu gebracht haben, sich um den Fernseher zu versammeln und das Abenteuer mitzuerleben. Auf der mechanischen System-Seite liefert Square Enix uns in vielen Bereichen die Option, zugänglichere Gameplay-Optionen zu nutzen, zwingt uns aber nicht dazu. Und die Story, Welt und Charaktere sind ohnehin eine fantastische, zauberhafte Erfahrung, die uns garantiert lange in Erinnerung bleiben wird.

Haltet euch also bereit, JRPG-Fans! Denn Dragon Quest VII Reimagined ist ab 5. Februar 2026 für Nintento Switch & Switch 2, PlayStation 5 und Xbox Series sowie PC verfügbar. Und dieses Spiel zu verpassen, würdet ihr bereuen!

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