Suikoden (PSone) im Test #ThrowBackThursday

von Mandi 15.02.2018

Rundenbasierte Kämpfe, politische Intrigen, Romanzen, eine Festung zu Ihrer Verfügung und 108 rekrutierbare Charaktere – das macht Suikoden aus. Ihr fühlt euch angesprochen? Dann lest in diesem Review, wie die Suikoden-Reihe ihren Anfang nahm!

Wie lautet eure Entscheidung?

Ihr steuert den stillen Haupthelden McDohl, den Sohn eines Generals der Imperialen Armee. Idyllisch sitzt ihr gemeinsam mit eurem Butler sowie euren Freunden zu Tisch. Plötzlich überbringt Vater und General Teo McDohl die Nachricht eines längeren Auslandsaufenthaltes. Somit bleibt sein Sohn, also der Protagonist, eine Weile alleine mit den Freunden der Familie.

Schade, denn der stolze Vater hätte sehr gerne miterlebt, wie sein Sohn sich die ersten Tage in der Armee schlägt – denn in den nächsten Tagen soll sein Dienst dort beginnen! Der Held, tatkräftig unterstützt von seinem Freundeskreis und natürlich von euch, tritt also seinen Beruf an.

Langsam arbeitet der Held sich nach oben, wo er allerdings Übles bemerkt. Das gesamte Imperium stellt nichts weiter dar als ein korruptes Machwerk, welches die Bevölkerung unterdrückt und ausbeutet. Eine schicksalhafte Begegnung mit Viktor und Flik, den Anführern der Befreiungsarmee, stellt den Helden nun vor eine Frage. Bleibt ihr an einem sicheren Platz mit einem schlechten Gewissen, oder geht ihr den harter, steiniger Weg mit der Gewissheit, das Richtige zu tun?

Versammelt die Armeen

Wie in jedem Suikoden gibt es für eure Armee 108 Leute zu rekrutieren, von denen der Großteil (etwa 90) auch in der Geschichte spielbar sind. Die anderen Charaktere sind unterstützende Kräfte wie beispielsweise Schankwirt, Schmied oder Ausstatter! Die Spielansicht gestaltet sich wie folgt: Auf einer riesigen Weltkarte lauft ihr von Stadt zu Stadt und geratet in  rundenbasierte Zufallskämpfe.

Diese fechtet ihr in Sechsergruppen aus – drei KriegerInnen in der vorderen Reihe, drei hinten. Die Charaktere haben allesamt eine gewisse Reichweite spendiert bekommen. Schwertkämpfer („N“ für Nahkampf) müssen an der Front stehen, ansonsten sind sie angriffsunfähig. Stabkämpfer beispielsweise besitzen „M“, also eine mittelhohe Reichweite. Damit können sie vorne beide Reihen des Gegners angreifen und hinten nur die feindliche Frontlinie. Fernkämpfer haben mit ihren Bögen die Klasse „F“ inne – sie können von jeder Position jede beliebige angreifen.

Ebenso gibt es drei verschiedene Kampfszenerien, dieser Zufallskampf ist nur eine davon. Die zweite Variante ist das Duell, in dem nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip entschieden wird, welche Attacke jene des Gegners überbieten kann! Möglichkeit Nummer drei ist die Schlacht, in der die Befreiungsarmee auf die des Imperiums trifft. Hier kämpfen Tausende SöldnerInnen auf einem Schlachtfeld. Hier können Charaktere übrigens ganz á la Fire Emblem auch dauerhaft sterben, also Vorsicht!

Ganz RPG-typisch und doch speziell

Magie kommt ebenfalls in Suikoden vor. Sie wird durch Runen aktiviert und ermöglicht euch mannigfaltige Dinge. Alles ist möglich, den Gegner in Flammen einzuhüllen, eure eigene Party zu heilen oder aber gleich ganz wegzuteleportieren! Die Geschichte selbst präsentiert sich anfangs gemächlich, bis die ersten Schlüsselpersonen auftauchen. Wer jedem kleinsten Hinweis nachgehen möchte, den man im Spiel findet (und das ist auch nötig, wenn man alle 108 Charaktere für das wahre Ende sammeln will), treibt die Spielzeit gewaltig in die Höhe, und so soll es auch sein. Das ist Langzeitmotivation!

Wie im Großteil aller älteren RPGs kann man auch in Suikoden nur im 90°-Winkel laufen. Diagonal abkürzen ist daher nicht möglich! Ansonsten bleibt nicht viel zu sagen – ihr verwendet den X-Knopf zum Interagieren und einen weiteren für das Menü, im Kampf einen zum Bestätigen und einen anderen zum Widerrufen. Simpel und doch tiefgehend, das ist die Gratwanderung, die leider heutzutage viele Rollenspiele nicht mehr so spielend schaffen…

Grafisch hat Suikoden natürlich nicht mehr viel zu bieten. Die Sprites sind nichtsdestotrotz nach wie vor detailverliebt, farbenfroh und schön anzusehen! Allerdings verleiten die heutigen HD-Fernseher auch zum Pixelzählen und können für Zocker, die optisch eher aktuelle Titel gewöhnt sind, selbstverständlich abschreckend wirken. Für alle anderen, die einfach ein gutes RPG mit einer tollen Story und einer Vielzahl an glaubwürdigen Charakteren spielen wollen, ist dies bestimmt kein Nachteil – die Nostalgie soll ja schließlich auch sichtbar sein!

Suikoden setzte Maßstäbe - 1997 halt

Soundmäßig hatte Suikoden Maßstäbe gesetzt, denn jede einzelne Szene ist mit einem wunderbar passenden Track hinterlegt. Sei es die Hauptstadt Gregminster, eine finstere Höhle oder das eigene Schloss: Konami hat definitiv nicht am Orchester gespart! Was die Akustik hergibt, kann die Optik nicht ganz teilen: Viele Pixel erfreuen zwar GamerInnen wie mich, aber sind bestimmt nicht für alle Augenpaare ein Genuss.

Wie so viele Rollenspielperlen ist auch Suikoden nur in geringer Auflage produziert worden, und das ist wohl der größte Grund gegen dieses Spiel. Die Qualität stimmt vollauf – die Storyline ist gut und es gibt immer einen Grund, weiterzuspielen. Die 108 Charaktere sind authentisch und die Anzahl für ein RPG einzigartig. Auch die Kämpfe sowie deren Verlauf tragen ihr Quentchen zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk bei.

Im Rollenspielgenre gibt es einige wenige Must-Have-Played, und die Suikoden-Reihe gehört definitiv dazu! Solltet ihr also mit den älteren Semestern im Konsolenbereich sympathisieren, habt ihr hiermit einen Fixpunkt auf der Liste. Übrigens lässt sich der Nachfolger Suikoden II noch ein Quäntchen mehr empfehlen, alle Suikoden-Games danach hat dann leider der Fluch der Fortsetzungen ereilt. An Teil eins und zwei kam einfach nichts mehr ran!

Wertung: 9.0 Pixel

für Suikoden (PSone) im Test #ThrowBackThursday von Mandi