Sennheiser Momentum 5 Wireless Test: Fusion aus Altbewährtem und gezielten Verbesserungen

von Stefan 14.07.2026

Erinnert ihr euch noch an den Moment, als ihr das erste Mal einen Kopfhörer aufgesetzt habt, der die Welt um euch herum auf Knopfdruck einfach stummgeschaltet hat? Bei mir war das damals der Sennheiser PXC 550 (hier geht’s zu meinem Test). Dieses ikonische Teil war jahrelang mein treuer Begleiter im Zug, im Flieger und auf dem Weg ins aber auch im Büro – und der Hauptgrund, warum ich der Brand im Audio-Bereich bis heute die Treue halte. Nun steht mit dem Sennheiser Momentum 5 Wireless der neueste Streich der Audiospezialisten vor mir. Ich habe das Prachtstück direkt ausgepackt und einige Wochen nun einem Härtetest unterzogen. Wie sich das neue Flaggschiff zwischen dem Trubel am Westbahnhof, windigen Ecken im Volksgarten und der gemütlichen Atmosphäre im Kaffeehaus schlägt, lest ihr hier.

Der erste Eindruck

Das neue Transport-Case ist spürbar schlanker, kompakter und lässt sich noch besser im Rucksack verstauen. Der Kopfhörer selbst lässt sich zwar nach wie vor nicht komplett zusammenfalten – die Ohrmuscheln werden lediglich flach gedreht –, aber das Packmaß ist im Alltag dennoch ein echter Gewinn. Optisch wirkt der Momentum 5 durch feine Metallelemente noch ein Stück edler als der Vierer. Der Mix aus hochwertigem Kunststoff und dem bewährten Stoffbezug am Kopfbügel überzeugt haptisch auf ganzer Linie. Mit einem Gewicht von 290 Gramm liegt er angenehm auf. Der Anpressdruck ist im ersten Moment recht knackig, was allerdings für eine sehr gute Passiv-Isolierung sorgt. Nach ein paar Tagen passt sich der Bügel gut an, sodass ihr stundenlang ohne Druckgefühl Musik genießen könnt – auch als Brillenträger. Zumindest ginge es mir so.

Design, Verarbeitung und Tragekomfort: Feinschliff an den richtigen Ecken

Beim Auspacken fällt der erste Blick unweigerlich auf das Zubehör und die Verpackung, die mittlerweile komplett plastikfrei gestaltet ist. Und hier gibt es direkt die erste Erleichterung für alle Vielreisenden: Das neue Transport-Case ist im Vergleich zum Vorgänger um rund 20 Prozent geschrumpft! Sennheiser hat hier ganz offensichtlich auf das Feedback der Community gehört. Die Tasche ist spürbar schlanker, flacher gebaut und lässt sich wesentlich besser verstauen. Der Kopfhörer selbst lässt sich zwar nach wie vor nicht komplett zusammenfalten – die Ohrmuscheln werden lediglich flach gedreht –, aber das reale Packmaß im Alltag ist dennoch ein echter Gewinn für alle Pendler:innen.

Optisch hat Sennheiser dem Momentum 5 ein dezentes, aber wirkungsvolles Upgrade spendiert. Durch fein geschliffene Metallelemente an den Gelenken und präzise Akzente wirkt er noch ein Stück edler und weniger nach „Standard-Kunststoff“ als der Vierer. Der bewährte, hochwertige Stoffbezug am Kopfbügel ist geblieben und verleiht dem Kopfhörer wieder diesen typischen, eleganten Look. Haptisch überzeugt der Mix auf ganzer Linie – alles wirkt hochwertig verarbeitet und robust. Neben den klassischen Farben Schwarz und Weiß gibt es den Kopfhörer diesmal übrigens auch in einem sehr schicken Denim-Blauton – gefällt mir ausgesprochen gut.

Mit einem Gewicht von 290 Gramm ist der Over-Ear kein absolutes Leichtgewicht, liegt aber hervorragend ausbalanciert auf dem Kopf. Der Anpressdruck ist im Werkszustand recht knackig. Das hat den Vorteil, dass die passive Isolierung schon ohne eingeschaltetes ANC exzellent funktioniert und der Kopfhörer auch bei schnellen Schritten zum Bus nicht verrutscht. Keine Sorge wegen potenzieller Kopfschmerzen: Die tiefen, extrem weichen Ohrpolster verteilen den Druck wunderbar. Nach ein paar Tagen passt sich der Bügel der eigenen Kopfform an, sodass ihr problemlos stundenlange Sessions ohne unangenehmes Druckgefühl durchziehen könnt. So war es zumindest bei mir und ich bin Brillenträger. Mittlerweile trägt sich der Hörer gut.

Das absolute Highlight: Nachhaltigkeit durch modular austauschbaren Akku

Bevor wir uns den klanglichen Details widmen, müssen wir über eine echte Besonderheit sprechen, die in der heutigen Tech-Landschaft absoluten Seltenheitswert hat. Sennheiser geht beim Thema Langlebigkeit einen völlig neuen Weg und verbaut im Momentum 5 einen modular austauschbaren 700-mAh-Akku. Ihr kennt das Problem bestimmt von älteren Geräten: Der Kopfhörer funktioniert eigentlich noch perfekt, aber nach drei oder vier Jahren intensiver Nutzung macht der Akku schlapp. Oft bedeutet das den wirtschaftlichen Totalschaden, weil alles fest verklebt ist. Nicht so hier. Mit einem handelsüblichen Kreuzschlitzschraubendreher und wenigen Handgriffen könnt ihr den Akku im Bedarfsfall ganz einfach selbst wechseln. Das ist in Zeiten von fest verschweißter Wegwerfelektronik ein großartiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, für den man Sennheiser gar nicht genug loben kann. Das verlängert die potenzielle Lebensdauer des Kopfhörers massiv und schont auf lange Sicht euren Geldbeutel.

ANC und Transparenzmodus: Der Härtetest in der Wiener U-Bahn

Aktive Geräuschunterdrückung ist im urbanen Raum das A und O. Was nützt der beste Klang, wenn die Umgebung übertönt? Sennheiser spendiert dem Momentum 5 insgesamt acht Mikrofone – vier pro Seite – und hat damit die Anzahl der Mikros für ANC und Transparenz mal eben verdoppelt. Das Versprechen: Eine bis zu dreimal effektivere Unterdrückung von störendem Stimmengemirr in eurer Umgebung. Beim Einstieg in die U-Bahn zeigt das adaptive Hybrid-ANC sofort, was es kann. Das laute, metallische Rattern auf den Schienen, das tiefe, dumpfe Grollen und das typische, laute Stimmengemirr zur Rushhour werden erstaunlich effektiv weggefiltert. Man fühlt sich augenblicklich in eine schallisolierte Blase versetzt. Besonders beeindruckend ist, dass das System extrem schnell auf plötzliche Geräuschveränderungen reagiert.

Einen gewaltigen Sprung nach vorne hat zudem der Transparenzmodus gemacht. Während ältere Generationen hier oft künstlich oder von einem permanenten, feinen weißen Rauschen begleitet klangen, wirkt die Umgebung beim Momentum 5 absolut natürlich. Die Mikrofone leiten die Außenwelt so präzise an die Ohren weiter, dass man fast vergisst, einen geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer zu tragen. Ihr dürft also beim Bestellen eures Kaffees den Kopfhörer ruhig aufbehalten – ihr versteht euer Gegenüber glasklar und müsst nicht unhöflich schreien. Auch beim Telefonieren machen sich die vier Mikrofone pro Seite bezahlt: Die eigene Stimme wird extrem klar übertragen, während Wind- und Straßengeräusche effektiv herausgefiltert werden.

Klangqualität: Audiophile Präzision

Kommen wir zum Kernstück eines jeden Sennheiser-Produkts: dem Klang. Unter den Muscheln verrichten die präzise gefertigten 42-mm-Dynamiktreiber ihre Arbeit, die von der legendären HD 600-Serie inspiriert wurden. In Kombination mit modernem Bluetooth 5.4 und der Unterstützung von aptX Lossless via Snapdragon Sound bekommt ihr hochauflösenden, verlustfreien Sound geliefert. Ein geniales Detail für die Zukunft: Die Hardware ist bereits so ausgelegt, dass sie über ein späteres Firmware-Update fit für Bluetooth 6.0 gemacht werden kann!

In der Praxis zeigt sich ein extrem ausgewogenes, detailreiches Klangbild mit Hi-Res Audio-Zertifizierung, das über das gesamte Frequenzband hinweg begeistert:

  • Der Bass: Knackig, tief und mit einem extrem präsenten Fundament ausgestattet. Der Momentum 5 hat im Frequenzkeller richtig Kraft und kann bei elektronischen Tracks oder Hip-Hop mächtig zupacken. Das wirklich Schöne daran ist jedoch, dass dieser tiefe Bass die Mitten niemals überlagert oder das Klangbild matschig wirken lässt. Er bleibt präzise auf den Punkt, trocken und hervorragend kontrolliert.
  • Die Mitten: Hier schlägt das Herz des Kopfhörers. Stimmen, egal ob samtiger Jazz-Gesang oder raue Rock-Vocalisten, klingen ungemein realistisch, körperhaft und voll. Auch akustische Instrumente wie Gitarren oder Klaviere besitzen eine wunderbare Textur. Über die zugehörige Smart Control Plus App könnt ihr dank des neuen 8-Band-Equalizers, personalisierten Presets und einer intelligenten Sound-Personalisierung den Klang exakt an euer Gehör anpassen.
  • Die Höhen: Hier zeigt sich wieder die klassische, unverkennbare Sennheiser-Signatur. Die Höhen sind seidig, extrem detailreich und leuchten feine Nuancen in der Musik wunderbar aus. Gleichzeitig sind sie so abgestimmt, dass sie niemals scharf, analytisch oder anstrengend wirken. Selbst bei hohen Lautstärken müsst ihr keine Angst vor zischenden S-Lauten oder Gehörermüdung haben.

Zusätzlich schaltet das Day-One-Firmware-Update ein neues Feature frei: Dolby Atmos® Spatial Audio inklusive dynamischem Headtracking. Wenn ihr euch Live-Konzerte anschaut oder Filme auf dem Tablet genießt, ist der Effekt wirklich beeindruckend – man hat das Gefühl, der Sound bewegt sich mit, wenn man den Kopf dreht, und man steht mitten im Raum. Für das reine, kritische Musikhören von Studioalben bevorzuge ich persönlich aber nach wie vor den klassischen, unverfälschten Stereo-Modus, da er die Bühne exakter abbildet.

Ausdauernd ohne Ende: Die Akkulaufzeit

Ein weiterer Punkt, bei dem Sennheiser absolut keine Gefangenen macht, ist die Ausdauer. Der Hersteller gibt die maximale Akkulaufzeit des 700-mAh-Akkus mit bis zu 57 Stunden bei eingeschaltetem ANC an. Das sind Werte, von denen die Konkurrenz oft nur träumen kann. In meinem intensiven Praxistest hielt der Kopfhörer bei mittlerer Lautstärke rund zwei Wochen täglichen Pendelns und Arbeitens durch. Sollte euch der Saft doch einmal komplett ausgehen und ihr habt vergessen zu laden: Keine Panik. Dank der hervorragenden Schnellladefunktion via USB-C reichen wenige Minuten aus, um wieder Saft für mehrere Stunden Laufzeit zu generieren. Für den analogen Notfall oder die Nutzung im Flugzeug liegt übrigens auch ein klassisches 3,5-mm-Klinkenkabel im Case.

Sennheiser Momentum 5 Wireless Test: Altbewährtes und gezielte Verbesserungen

Als treuer Fan, der damals mit dem PXC 550 den Einstieg in die Welt der gehobenen Noise-Cancelling-Kopfhörer gewagt hat, bin ich extrem kritisch und mit hohen Erwartungen an diesen Test herangegangen. Aber Sennheiser hat beim Momentum 5 Wireless an den richtigen Stellschrauben gedreht und liefert ein absolut rundes Gesamtpaket ab. Der Kopfhörer klingt dank  der Treiber fantastisch ausgewogen mit dem nötigen Spaßfaktor im Bass, das aktive Noise-Cancelling sperrt den urbanen Großstadtlärm dank verdoppelter Mikrofonanzahl souverän aus, und das neue, um 20 % kleinere Case löst endlich das Transportproblem des Vorgängers im Reisegepäck. Traurig bin ich dennoch, dass seit dem PXC 550 kein Hörer in meinen Händen jemals wieder das Feature hatte, dass der Hörer sich abschaltet sobald man die Muscheln zur Seite dreht. So konnte man easy Akkuleistung sparen. Ich wünsche mir das für den Momentum 6.

Der absolute Geniestreich und das schlagende Argument im Vergleich zur Konkurrenz ist und bleibt jedoch der vom Werk aus selbst austauschbare Akku. Damit beweist Sennheiser, dass Premium-Qualität, modernster Komfort und echte Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen. Wer einen klangstarken, zukunftssicheren Begleiter (Stichwort Bluetooth 6.0-Kompatibilität) für die nächsten Jahre sucht, macht hier absolut nichts falsch. Der Momentum 5 ist ein echtes Highlight auf dem aktuellen Audiomarkt, das seinen stolzen Preis von knapp 399 Euro bis zum letzten Cent wert ist. Ihr könnt bedenkenlos zugreifen!

9.5

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