Resident Evil Village Test – Willkommen im Vampir- & Werwolf-Land

von Matthias Tüchler 09.05.2021

Ethan Winters ist zurück, um diesmal seine Baby-Tochter Rose zu retten. In Resident Evil Village bekämpft der tragische Held aus Resident Evil 7: Biohazard Werwölfe, Vampire und andere Kuriositäten. Nach der Rückkehr zu Survival Horror im Vorgänger und einigen erfolgreichen Remakes, scheint Resident Evil Village stärker von Serien-Legende Resident Evil 4 inspiriert zu sein. Capcom ist es bereits gelungen den Hype mit der „Tall Vampire Lady“ anzuheizen, doch zeigt sich der achte Eintrag in Resident Evil’s nummerierte Hauptreihe mit dem versprochenen Blockbuster-Biss?

Resident Evil Village ist ab sofort für PlayStation 4 und 5, Xbox One und Series, PC sowie Google Stadia verfügbar.

Willkommen in… Transsylvanien?

In Resident Evil Village verschlägt es Spielerinnen und Spieler in ein abgeschiedenes namenloses Dorf in einem nicht näher genannten osteuropäischen Land (*hust* Rumänien *hust*), das von einer Vielzahl klassischer Monster geplagt wird. Lykaner, Vampire, Gargoyles und natürlich dürfen auch die serien-typischen Zombies nicht fehlen – allerdings handelt es sich diesmal eher um stilecht aus dem Boden kriechende Untote, die dem Ambiente gerecht werden.

Resident Evil Village(c) Capcom

Stil und Ambiente sind auch die großen – wirklich riesigen – Stärken von Resident Evil Village. Das düstere bodenständige Setting im von Werwölfen überrannten Dorf sowie das prunkvolle, aber dunkle Schloss mit Räumen voller Blut, schneebedeckten Dächern, Geheimgängen und Vampir-Ladies adaptieren klassischen Folk Horror a la Bram Stoker und Gothic Horror wie Castlevania und Co. Capcom gelingt die Verschmelzung dieser klassischen Settings mit modernem Horror und klassischen Resident Evil Action-Sequenzen zu einem hervorragend abgestimmten Survival-Action-Horror Game.

Resident Evil Village(c) Capcom

Werdet der neue Van Helsing!

Auf den Spuren des Genre-verändernden Resident Evil 4, neigt sich Resident Evil Village ein Stück weiter in Richtung Action als sein Vorgänger. Nach wie vor in First Person Perspektive erkundet man die verschiedenen Bereiche der Map, schaltet Wege frei, findet Geheimnisse und ballert vor allem auch viel herum. Keine Sorge jedoch, Capcom wirft uns nicht in einen klassischen Ego-Shooter. Dennoch steuert Ethan sich (passend zu seiner inzwischen größeren Erfahrung) agiler und kompetenter, muss sich aber auch entsprechend intensiveren Kampfsequenzen stellen.

Resident Evil Village(c) Capcom

Alle Waffen fühlen sich deutlich unterschiedlich an und lassen sich modulieren und aufwerten. Munition ist (auf Schwierigkeitsstufe Normal) dank einem erweiterten Crafting-System kein großes Problem, sodass man ziemlich frei von der Hüfte schießen kann. Besonderes Highlight ist der PS5 DualSense Controller, der mit subtilen Rumbles und vor allem adaptiven Triggern das Handling für jede Waffe deutlich anders wirken lässt.

Resident Evil Village(c) Capcom

Das Gegner-Design sowie die Boss-Fights in Resident Evil Village erfinden kein Rad neu, rollen aber geradezu reibungslos dahin, sind abwechslungsreich und machen Spaß. Wie in Resident Evil üblich, lohnt es sich, bereits erkundete Gegenden erneut zu besuchen, um Geheimnisse zu entdecken. Ob man das ständige Hin- und Herlaufen mag oder nicht, liegt wohl im Auge der Spielerin oder des Spielers.

Resident Evil Village(c) Capcom

Tall Vampire Lady? Umbrella? Chris? Die Story?

Von Resident Evil Village’s Story ohne Spoiler zu erzählen, ist schwierig. Zu Beginn des Spiels genießt Ethan Winters das häusliche Leben mit seiner aus dem Terror der Baker Familie geretteten Frau Mia und deren Tochter Rose. Jedoch kommt es, wie es kommen muss und Rose wird in das namensgebende Village entführt. Vater des Jahres Ethan ist ihr dicht auf der Spur und entdeckt dabei eine Art Kult, dessen Anhänger selbstredend längst nicht mehr menschlich sind.

Auf der Suche nach seiner Tochter erkundet Ethan dabei die verschiedenen Bereiche des Spiels und stellt sich den verschiedenen Antagonisten. Die berühmteste davon ist sicherlich Lady Dimitrescu aka „Tall Vampire Lady“, die im Netz bereits für viel Hype im Vorfeld des Game Releases gesorgt hat. Als eine der vier großen Gegenspieler ist sie ein hervorragendes Beispiel für den Charme, die hervorragenden Animationen und das großartige Voice Acting in Resident Evil Village. Neben ihr, bietet auch der ebenfalls bereits in Trailern gezeigte Heisenberg ein Highlight an Voice Acting und Charakterdarstellung.

Resident Evil Village(c) Capcom

Wie der achte Teil der Resident Evil Saga mit dem siebten zusammenhängt, welche Verbindungen zu anderen Teilen des Franchises besteht, wie Umbrella ins Bild passt und auch welche Rolle Serien-Held Chris Redfield spielt, wären zu weitgreifende Spoiler. Wir wollen aber nicht unerwähnt lassen, dass es Erwähnungen, Easter Eggs und Homagen sowohl an frühere Franchise-Einträge wie auch an klassische Horror-Literatur und Filme an allen Ecken und Enden gibt. Haltet die Augen offen!

Resident Evil in Hochform

Mit rund zehn Stunden Spielzeit und hervorragend abgestimmtem Wechsel aus Action, Rätsel und Horror macht Resident Evil Village so gut wie alles richtig und modernisiert bewährte Spielkonzepte. Die Verschmelzung aus klassischem Horror und moderner Action ist äußerst gelungen und die Story ist zwar – true to Resident Evil Fashion – relativ abgehoben, packt einen aber wie ein gutes B-Movie dennoch.

Neue Wege beschreitet Capcom jedoch leider keine, das ständige Hin- und Herlaufen kann anstrengend sein und während der Schwierigkeitsgrad natürlich adaptiert werden kann, stellen auch die Puzzles nicht unbedingt große Herausforderungen dar.

Insgesamt bietet Resident Evil Village hervorragendes Ambiente, den ein oder anderen Wow-Moment und keine besonderen Tiefpunkte. Ein hervorragender neuer Eintrag in eines der populärsten Game Franchises aller Zeiten!

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