Maneater Test: Fight, Eat, Repeat

von Matthias Tüchler 07.07.2020

Als Protagonist der etwas anderen Art schlüpft man in Maneater in die Rolle eines jungen Bullenhais, den man durch sein Leben begleitet und zur Rache für den Tod seiner Mutter verhilft. Tripwire Interactive hat mit der Entscheidung ein Spiel über einen Hai als Rollenspiel zu entwickeln eine mutige Wahl getroffen. Wir haben uns angesehen, ob das von Tripwire und Deep Silver zusammen veröffentlichte „ShaRkPG“ Maneater den nötigen Biss hat oder zahnlos im Hafenbecken dahintreibt.

Maneater ist ab sofort für PC, Xbox One X und PlayStation 4 erhältlich und soll noch heuer auf die Nintendo Switch geportet werden.

Eine Story von blutiger Rache in einer „Open World“

Nach einem kurzen Vorgeschmack auf die Power eines erwachsenen Bullenhais, stellt Maneater Spielerinnen und Spielern erst den eigentlichen Hauptdarsteller des Spiels vor: der junge Bullenhai wird der getöteten Mutter vom Hai-Jäger „Scaly Pete“ entrissen – eine Gräueltat, für die sich das frisch geborene Weibchen bedankt, indem sie Pete’s Arm verschlingt und flieht. Eine Blut-Fehde erblickt das Licht der Welt.

Von diesem Zeitpunkt an befindet man sich in der quasi Open World von Maneater. Quasi, weil die verschiedenen Areale erst durch das Erreichen eines bestimmten Levels, Freischalten eines bestimmten Upgrades oder erreichen eines bestimmten Storypunktes freigeschalten werden (und danach frei zugänglich sind). Um neue Bereiche des Spiels freizuschalten und die Story weiterzuverfolgen sind oft bestimmte Level-Grenzen notwendig, die man durch Sidequests und Collectibles erreichen kann.

Maneater(c) Tripwire Interactive

Nahrungskette & „Coast-Cred“

Der erste und wohl größte Problem, dem sich Maneater konfrontiert sieht, ist die geringe Abwechslung die Quests bieten. Sowohl Hauptquest als auch Sidequests bestehen im Grunde immer aus einer Kombination aus Kampf gegen andere gefährliche Tiere bzw. Haijäger und/oder sich von Beutetieren bis zu Menschen durch die Nahrungskette zu fressen. Dieses eher eintönige Quest-Design ist wohl dem Umstand geschuldet, dass ein Hai auch in der Natur nicht allzu viel Interessantes neben Schwimmen und Fressen tut.

Mit dem Erfüllen besagter Sidequests genauso wie mit dem Verzehr von Menschen quasi dem Gusto nach baut man sich langsam einen Ruf als Schrecken der Küste auf. Je berüchtigter unser Hai wird, umso erfahrenere und besser ausgerüstete Hai-Jäger blasen zur Jagd. Doch die Jäger sind nicht die einzigen, die aufrüsten können. So schaltet man (teils durch Level-Aufstiege, teils durch bestimmte Sidequests) immer mächtigere Upgrades frei, die man an unserem Hai mutieren kann. So wird aus unserem frisch geborenen Bullenhai-Weibchen langsam ein erwachsener Bullshark und dann kontinuierlich eine Art gefürchteter mutierter X-Men-Killer-Hai mit beispielsweise Haut aus Stein, elektrischen Kräften und Kurzstreckenteleport (, um nur einige zu nennen).

Maneater(c) Tripwire Interactive

Um ein wenig Abwechslung zu generieren hat Tripwire für eine große Anzahl an Landmarks und anderer Collectibles gesorgt. Während manche davon ein wenig Plattform-Raffinesse (ja, dabei muss der Haifisch auch das Land erkunden) erfordern, sind andere einfach zu finden und bieten dafür teils interessante teils amüsante kleine Geschichten. Diese werden von Maneater’s Erzählstimme wiedergegeben.

Maneater vs. Sharkhunters

Bei der Erzählstimme handelt es sich um den Kommentator der in-Game Reality TV Show Maneater vs. Sharkhunters, die „Scaly Pete“ auf seiner Quest den Hai, der seinen Arm gefressen hat zu erlegen, begleitet. Die Show bietet sozusagen die Linse, durch die man als Spielerin oder Spieler die Abenteuer des Hais erlebt. Gesprochen von Chris Parnell (unter anderem Cyrill Figgis in Archer & Jerry in Rick and Morty) stellen die oft sarkastisch und manchmal sogar informativen Kommentare des Erzählers eines der Highlights des Spiels dar.

Maneater(c) Tripwire Interactive

Ein Spielerlebnis mit Hunger!

Wer Maneater kauft und sich davon spektakuläre blutige Haiattacken und schnellen dynamischen Kampf gegen Hai-Jäger und Aligatoren erwartet, der wird mit Tripwires neuestem Titel sehr zufrieden sein! Das Core-Gameplay des „ShaRkPG“’s ist kurzweilig, Action geladen und bei höheren Evolutionsstufen verrückt. Da sich Maneater dankenswerterweise selbst gern parodiert, ergibt sich so ein Spiel, das man gerne für eine rasche einstündige Game-Session heranzieht.

Leider führt die mangelnde Abwechslung der Quests dazu, dass wir nach besagter Stund genug von Schwimmen und Fressen hatten. Auch Collectibles konnten diesem Umstand keine Hilfe leisten. Für kurzweiligen Spaß ist Maneater aber genau der Sommer-Hit für jene, deren Strandurlaub heuer ausfällt. Now, if you’d please excuse us. We gotta see a man about an arm.

Wertung: 7.5 Pixel

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