Kirby und das vergessene Land im Test: Saug-ut!

von postbrawler 21.04.2022
  • Datum der Erstveröffentlichung: 3. März 2022
  • Entwickler: HAL Laboratory
  • Herausgeber: Nintendo
  • Genre: Jump ’n’ Run
  • Plattform: Nintendo Switch

Was haben eine Kugel und ein Kreis gemeinsam? Sie sehen gleich aus, egal ob man sie in 2D oder 3D betrachtet. Deshalb wirkt wohl auch der erste Ausflug von Kirby, dem kreisrunden Nintendo-Maskottchen so selbstverständlich und banal, als hätten wir den fluffig pinken Wonneproppen immer schon auf diese Weise durch die Welt navigiert.

Ab in die dritte Dimension

Tatsächlich ist Kirby neben Donkey Kong eines der letzten Relikte seiner Art, die noch nicht den Sprung in die dritte Dimension gewagt haben. Mit Kirby und das vergessene Land soll sich das nun ändern. Kirby springt, rennt, fliegt und inhaliert nun Gegner:innen in immersiven 360 Grad! Und das hat sich selten so passend angefühlt!

Verspielt und Kunterbunt

Wie es sich für ein echtes Kirby-Spiel gehört, wollen auch im vergessenen Land wieder jede Menge Waddle Dees, Lololos und Lalalas gerettet werden. Man merkt auf den ersten Blick, dass sich Kirby auch auf der Nintendo Switch an sehr junge Spieler:innen richtet. Dementsprechend verwundert es auch kaum, dass es einen entspannten Brain-off-Modus gibt, in dem man eigentlich nicht wirklich etwas falsch machen kann. Sprünge korrigieren sich von selbst, aggressives Auto-Aim sorgt für eine traumhafte Trefferquote, und der Sturz in Abgründe führt nicht zum Abzug eines Lebens.

Ich hab dich zum Fressen gern

Trotz all des kindlichen Charmes ist auch das vergessene Land eine dystopische Ruine vergangener Zivilisationen. Vor sich hin-rostende Autos, überwucherte Bauten und von Wildtieren bevölkerte Häuserschluchten bilden die Kulisse für diesen Friedhof der Kuscheltiere. Diese wiederum sind so herzallerliebst anzusehen, dass mich fast das schlechte Gewissen  plagt, wenn ich ihnen Feuerbälle, Äxte, Bumerangs und Kanonenkugeln um die Plüsch-Löffel puste. Auch im neuesten Ableger kann Kirby die Fähigkeiten seiner Widersacher:innen übernehmen, indem er sie einfach einsaugt. Diese Spezialfähigkeiten lassen sich im Verlauf des Spiels auch noch verbessern.

Nimm den Mund nicht zu voll

An bestimmten Stellen im Spiel warten spezielle Objekte wie Treppen und Autos darauf, dass Kirby sich über sie stülpt, und die Kontrolle übernimmt. So rasen wir als turbogeladene Schrottkarre durch Hindernisparcours, zerstören als überdimensionales Verkehrshütchen brüchigen Boden oder erreichen als wandelndes Treppengerüst zuvor unerreichbare geheime Eingänge.

Ähnlich wie in Super Mario Spielen wartet am Ende eines Levels gerne mal ein wildgewordenes Alpha-Tierchen, dem wir kraft unserer Fähigkeiten den Hosenboden versohlen, um einen weiteren Käfig voller Waddle-Dees sicherzustellen.

Grafik und Präsentation

Technisch geht Kirby auf dem Switch einen etwas eigenen Weg. Anstelle der fast schon üblichen 60 FPS setzt das Spiel auf schärfere Texturen, und mehr Details, und begnügt sich dafür mit 30 Bildern pro Sekunde. Das ist auch in Ordnung, denn Kirby läuft gemächlicher durch die Levels – so fällt die niedrige Bildwiederholrate kaum ins Gewicht. Zwischensequenzen wirken dafür beinahe schon cineastisch, dass man der Switch ihr verhältnismäßig hohes Alter und ihre vergleichsweise schwache Hardware kaum anmerkt.

Fazit zu Kirby und das vergessene Land

Kirby is(s)t all das, was ihn schon bei seinem ersten Abenteuer am Gameboy so charmant gemacht hat, und noch viel mehr! Die altbekannte Formel wurde gekonnt und mit viel Charme ins 3D-Zeitalter transferiert. Wer es gerne knuddelig und kindlich mag, wird auch mit Kirby und das vergessene Land eine Freude haben. Wer lieber Anspruchsvolle Jump & Run Kost für ältere Zielgruppen sucht, ist in Super Mario Odyssey besser aufgehoben.

Wertung: 8 Pixel

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