INMOST Test (Arcade): Plattformer über Schmerz

von Mandi 21.10.2019

In INMOST erforscht ihr düsteres Leiden für einen ominösen Hüter des Schmerzes. Der Plattformer ist genial – warum, lest ihr im Review!

Über INMOST

Die Story des Spiels teilt sich in drei Charakter-Stränge auf. Der eine Handlungsstrang lässt euch als kleines Mädchen voller Fantasie spielen, die mit ihrem Stoffhasen unglaublich scheinende Abenteuer erlebt. Charakter Nummer zwei ist ein junger Erwachsener, der viel mit Werkzeugen herumhantiert und der die Plattformer-Einlagen meistern muss. Der letzte Handlungsstrang handelt von einem Ritter, der gegen den Hüter des Schmerzes ankämpft und sich aus seiner misslichen Lage befreien möchte.

In den 29 Kapiteln des Games wechselt ihr zwischen diesen drei Figuren, und die Story wird nur Stück für Stück von euch aufgedeckt. Natürlich macht man sich von Anfang an Gedanken, doch lasst euch sagen: Erst am Ende wisst ihr wirklich, was in INMOST los ist. Während den etwa vier Stunden Spielzeit werdet ihr immer wieder in die Irre geführt, und es macht richtig Spaß, das folgende Kapitel aufzudecken. Der Titel macht es richtig gut, euch bei Laune zu halten und Schritt für Schritt durch die Welt zu führen.

Das Gameplay der drei Avatare

Die drei Hauptfiguren steuern sich allesamt unterschiedlich. Das kleine Mädchen kann weder richtig springen noch kämpfen, dafür ist sie klein und passt überall durch. Kleine Stühle kann sie problemlos verrücken und zum Draufstellen verwenden, das ist in ihren Passagen auch oft notwendig. Der Ritter hingegen macht keinen Hehl aus seiner kriegerischen Herkunft, er prügelt sich durch die Feindeshorden. Ab und zu zielt er mit einem Haken auf eine Plattform – nach dem Antippen könnt ihr euch dank Seilzug dorthin verfrachten. Springen kann er wegen seiner Rüstung nicht, das muss er auch nicht.

Bleibt noch der junge Erwachsene übrig. Er ist der Schnellste von allen und dürfte wohl auch die beste Kombinationsgabe besitzen. Daher ist es nur logisch, dass ihr mit ihm Hebel, Zahnräder, Spitzhacken und mehr finden und verwenden sollt. Damit nicht genug, er kann auch prima springen und muss dies oftmals einsetzen. Größtenteils werdet ihr die Fähigkeit zum Weiterkommen benötigen, doch manchmal heißt es auch die Flucht ergreifen.

Die Technik des Spiels

INMOST ist von einer Sprecherin und einem Sprecher vertont worden – die Story wird euch also hautnah erzählt. Nicht nur das, auch die generelle Akustik des Spiels muss lobend erwähnt werden: Hier geht es so richtig aufs Ganze. Die Ton-Effekte treffen euch genau da, wo sie es wollen, und fast die gesamte Gefühlsbandbreite wird allein von den Klängen angesprochen. Die meiste Optik von INMOST ist streng auf Pixelgrafik limitiert, nur manche Effekte wie Regen oder Bloom bringen einen Touch Fotorealismus mit. Mir hat der Look des Spiels wunderbar gefallen – bitte mehr davon!

Die Steuerung des Titels ist differenziert zu betrachten – je nachdem, wen ihr spielt, fühlt sich der Ableger anders an. Als Mädchen ist alles bewusst langsam gehalten und ihr habt nur wenige Möglichkeiten, voranzukommen. Als Erwachsener hingegen gilt es manchmal, euer Köpfchen anzustrengen und die Sprungpassagen zu meistern. Die Wischbewegungen werden aber immer gut erkannt und sind daher nicht frustrierend. Als Krieger hingegen werdet ihr auch in Kämpfe verwickelt, wo in Maßen auch eure Reaktion gefordert wird. INMOST hat hier so gut wie alles richtig gemacht – das Spielen des Games macht einfach nur Spaß!

Fazit zu INMOST: Zauberhaftes Game

Obwohl INMOST einen sehr eigenwilligen Weg und eine unübliche Geschichte erzählt, kann man nicht von diesem Spiel lassen. Mir persönlich haben die Passagen mit dem kleinen Mädchen am wenigsten gefallen, und dennoch wollte ich unbedingt weiterkommen. Das Ende des Games dreht dann all eure Annahmen und das, was ihr zu wissen glaubtet, einfach wieder um und sorgt für einen wohligen Schauer über euren Rücken. Ja, es gibt teilweise gewalttätige Szenen im Spiel, und auch Horror-Elemente haben es in INMOST geschafft.

Wenn man dem Titel überhaupt etwas anlasten möchte, dann vielleicht die kurze Spielzeit und ein, zwei Szenen im Game, bei denen man nur durch Versuch und Irrtum weiterkommt. Aber die Zeit in INMOST geht so schnell vorüber, weil es einfach so fesselnd ist, während ihr es zockt. Der Titel nimmt teilweise sehr dunkle Wendungen und ergründet mit euch gemeinsam die Untiefen der menschlichen Psyche. Ich kann euch dieses Game nur wärmstens empfehlen! INMOST ist im Abonnement Apple Arcade (5 Euro im Monat) enthalten, ist aber auch demnächst auf Steam und für Nintendo Switch erhältlich.

Wertung: 9.0 Pixel

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