Tränen der Erinnerung – Only Yesterday (Studio-Ghibli-Blu-ray-Collection) im Test

von Stefan Hohenwarter 11.12.2015

Die bekannte Studio-Ghibli-Blu-ray-Collection bekommt vor dem Jahreswechsel nochmals Zuwachs: Isao Takahatas Tränen der Erinnerung – Only Yesterday ist ab heute auf Blu-ray erhältlich. Was ich davon halte, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

OnlyYesterday_Bluray_Cover

Facts

Genre: Anime, Drama, Romance
Publisher: Universum Anime
Regisseur: Isao Takahata
Release: 11. Dezemeber 2015

Worum geht’s?

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 27-jährige Büroangestellte Taeko, die eines Tages beschließt, einen Urlaub auf dem Land zu machen. Sie möchte einfach den grauen Alltag der japanischen Metropole Tokio hinter sich lassen. Auf dem Weg zum Bauernhof von Verwandten ihres Schwagers erinnert sie sich an Momente vergangener Tage, wie die erste Ananas, die sie mit ihrer Familie als Zehnjährige aß, ihren Auftritt bei einer Schulaufführung, bei dem sie nicht ihr volles Potenzial ausspielen durfte, Probleme in der Schulzeit und vieles mehr. Der Ausflug aufs Land wird zu einem Dialog zwischen ihrer Jugend und dem Hier und Jetzt.

Bild und Ton

Ich habe zwar das Original aus dem Jahr 1991 nicht gesehen, aber wenn man die Filmausschnitte des Originaltrailers mit jenen der Studio-Ghibli-Blu-ray-Collection vergleicht, merkt man sehr schnell, dass das Bild überarbeitet wurde. Alles wirkt meiner Meinung nach etwas schärfer und vor allem farbintensiver. Bei der Vertonung gibt es von meiner Seite ebenfalls nur Positives zu berichten. Das Alter merkt man dem Film hier keinesfalls an. Der Sound ist gut abgemischt, die Gespräche klar und deutlich, und die SprecherInnen wurden zudem gut gewählt.

Extras

Fans von Extras dürfen sich auf folgende Bonusinhalte freuen:

  • drei Postkarten (nur in der Erstauflage)
  • Japanische Originaltrailer
  • Original Making-of
  • Story-Boards zum kompletten Film
  • Studio-Ghibli-Trailershow
  • vierseitiges Coverpack
  • Schuber

Zusammenfassung

Tränen der Erinnerung – Only Yesterday erzählt die Geschichte der 27-jährigen Taeko, die als Büroangestellte eines Tages beschließt, einen Ausflug aufs Land zu machen. Auf dem Weg dorthin und schließlich auch vor Ort erinnert sie sich in Form von Rückblenden immer wieder an Dinge, die sie als Kind erlebt hat.

Regisseur Isao Takahata macht dabei seinem Ruf, langsame Erzählungen mit Tiefgang zu inszenieren, alle Ehre. Der Film beginnt behutsam und hält die bedachte und gemächliche Erzählgeschwindigkeit bis zum Abspann des Films bei. Es ist interessant, aber meiner Meinung nach auch traurig zu sehen, was die 27-jährige Taeko in ihrer Jugend – angefangen von der ersten sauren Ananas über ihre Schwächen beim Bruchrechnen und das damit verbundene Mobbing ihrer Familie bis hin zu Problemen mit ihren MitschülerInnen – erlebt hat. Doch der Film ist kein Drama im Stil von Die letzten Glühwürmchen, sondern zeigt einfach nur auf, dass das Thema Erwachsenwerden eine ernste und prägende Lektion im Leben eines jeden Menschen ist.

Der Film ist aber definitiv nichts für nebenbei – wenn ihr ihn euch anschaut, solltet ihr euch wirklich darauf konzentrieren und euch darauf einlassen. Andernfalls werdet ihr euch wohl nur langweilen. Tränen der Erinnerung – Only Yesterday ist zwar alles andere als ein mitreißendes Abenteuer à la Prinzessin Mononke oder Chihiros Reise ins Zauberland, punktet jedoch mit Tiefgang und regt selbst nach dem Abspann noch zum Denken an.

Wertung: 8 Pixel

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oster juergen

auf zum Gewinn