STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town Test (Switch): Farming-Flashback

von Mandi 08.07.2020

In STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town findet ihr euer Farming-Glück! Ob das Remaster des Game Boy Advance-Spiels rockt, das lest ihr hier!

Über STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town

Bevor ihr so richtig in das Spiel einsteigt, dürft ihr euch zunächst für einen Charakter entscheiden. Es gibt vier verschiedene Avatare, von denen zwei männlich und zwei weiblich sind. Gleich vorweg, ihr könnt die Kleidung sofort wechseln, das heißt, ihr entscheidet euch anfangs eigentlich für ein Geschlecht und eine Frisur beziehungsweise Haarfarbe. Danach geht es gleich los in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town – die Story an sich ist wohl keine große Überraschung. Egal, ob ihr Stardew Valley oder ein anderes Farming-Spiel gespielt habt, hier bleibt alles schön im gewohnten Trott.

Von der offiziellen Website des Spiels: „Dein Farmleben beginnt in Mineralstadt, einer charmanten Kleinstadt inmitten der Natur. Du bist nach vielen Jahren zurückgekehrt, um die Farm deines verstorbenen Großvaters wieder auf Vordermann zu bringen. Kümmere dich um die Ernte, das Vieh und mehr, während sich deine ganz eigene Geschichte der Jahreszeiten entfaltet.“ Genau das ist auch das Gameplay und die Story von STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town – alles klingt gemütlich und entspannt. Ist das auch wirklich so? Legen wir gleich los!

Euer erstes Jahr

Die Grundlagen von STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town sind seit jeher bekannt. Ihr habt in der linken oberen Ecke eine Energie-Anzeige, die euch anzeigt, wie viel Kraft ihr habt. Jede Aktion, egal ob Felsen zerschlagen, Saatgut gießen oder anbauen, kostet euch gewisse Punkte. Zur Seite steht euch eine Auswahl an Werkzeugen, die ihr nach einiger Nutzung dann beim hiesigen Schmied gegen eine kleine Gebühr und Materialaufwand aufwerten dürft. So werdet ihr im Laufe der Monate effizienter und schafft im Vergleich zum Anfang mehr Arbeit in weniger Zeit!

Täglich um 17 Uhr wird eure Verkaufskiste geleert, und es empfiehlt sich, Beeren, Erntegut und andere Dinge dort zum Verkauf einzulagern. Verfehlt ihr den Zeitpunkt, wandert das Zeug einfach am nächsten Tag mit! In der Stadt gibt es verschiedene Häuser, die allerdings eigenen Routinen folgen und eigene Öffnungszeiten anbieten. Daran solltet ihr euch halten, wenn ihr beispielsweise noch kurz einkaufen möchtet oder jemandem im Gasthaus ein Geschenk überreichen wollt. Natürlich gibt es auch Romanzen in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town – das ist keine große Überraschung.

Jeder mit jedem? Aber klar

Eine großartige Neuerung in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town ist die Option, dass nun wirklich alle Charaktere füreinander zur Verfügung stehen. Es gibt keine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern mehr (das Game Boy Advance-Original war noch sehr heteronormativ unterwegs), und vor einer Heirat könnt ihr auch mit allen BewohnerInnen ziemlich viele Pluspunkte und Herz-Events bespielen. Natürlich sind die EinwohnerInnen alle unterschiedlich, und alle mögen etwas Anderes. Sogar die Erntegöttin ist romantisch nicht abgeneigt, sie stellt aber die allergrößte Herausforderung im Spiel dar!

Somit müsst ihr entweder herausfinden (oder eine Suchmaschine eurer Wahl bemühen), welche Charaktere was gerne haben. Manchmal sind es simple Beeren, aber genauso oft lieben Leute Gekochtes oder Gebackenes. Das erklärt natürlich, warum ihr eine Küche in eurem Haus wollt – erst so schaltet ihr die „besseren“ Geschenke für andere frei! Nahrung hat aber auch den Vorzug, so wie ein Bad in den heißen Quellen verbrauchte Energie zurückzubringen. Egal, aus welchem Motiv ihr den Herd anschaltet, ihr habt in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town auf jeden Fall etwas davon!

Mineralstadt: Zum Verweilen einladend

Die Fülle an Charakteren in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town macht es einfach, das Spiel von Anbeginn weg zu mögen. Gewisse Geplänkel zwischen den Dorfbewohnern erwecken die Stadt zum Leben, und viele der Herz-Events ist zwischen anderen Charakteren, euren „Rivalen“ sozusagen. Es hilft auch ungemein, dass die Ladezeiten im Spiel kaum existent sind. Das ist eine tolle Nutzung der modernen Hardware, und generell läuft das Geschehen flüssig über den Bildschirm. Egal, ob ihr an eurer Farm arbeitet oder eure Figur vor Erschöpfung eine süße Animation zeigt, hier steckt schon einiges an Liebe zum Detail drin.

Die Optik von STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town ist an jeder Ecke fröhlich, nett und bunt geraten. Es gibt auch eine Karte, die euch genau anzeigt, wie ihr euch in der Mineralstadt zurechtfindet oder wo euer Pferd sich auf eurer eigenen Farm aufhält. Je nachdem, in welcher Jahreszeit ihr euch befindet, verändern sich die Beeren und Früchte, die von den Bäumen fallen. Wenn man den Titel so auf der Nintendo Switch betrachtet, ist es schon schwer zu glauben, dass es mal einen Game Boy Advance-Ableger davon gab. Völlig auszuschließen ist es allerdings nicht, und das fällt mit Fortdauer des Spiels schon auf.

Blaue Augen, kleine Wehwehchen

Bewegt ihr euch etwa eine Zeitlang nicht, legt sich euer Charakter auf den Boden und döst mit einer Animation „Zzz“ dahin. Das ist echt comichaft, genauso wie die Laufwege in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town: Es kann vorkommen, dass Hühner und Dorfbewohner sich ineinander stapeln und sich erst bei einer Weggabelung plötzlich voneinander losreißen. In engen Gängen steht ihr euch im Weg, und nicht selten wartet ihr, bis sich die NPCs bewegen, weil ihr nicht vorbeikommt. Was vor Release auch aufgefallen ist: Bei Regen gibt es keine Hintergrundmusik im Spiel. Warum das so ist, kann ich nicht beantworten.

Apropos Musikuntermalung: Diese tönt unbeirrt vor sich hin, egal in welcher Situation ihr euch befindet. Hier wäre es echt besser gewesen, sich auch nochmal die Sound-Samples beziehungsweise die Mischungen anzusehen. Zum Stichwort Sound-Samples, wenn ihr einen Felsen zerhackt, klingt das bei weitem nicht so satt, wie man es auch nur ansatzweise erwarten würde. Das passiert bei einigen Themen in STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town, und so wirkt es beim Spielen teils voneinander entkoppelt, was sich am Bildschirm so tut und was als Untermalung aus den Lautsprechern tönt.

Sonstige Kleinigkeiten

Was die Gameplay-Mechanismen von STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town angeht, gibt es immer wieder etwas zu entdecken. Erst nach und nach kommt ihr etwa in eine Mine, oder die Erntewichtel helfen euch erst nach einiger Überzeugungsarbeit. Auch die vorhin angesprochene Erntegöttin lässt sich etwa erst zu einem Gespräch herab, nachdem ihr der Göttin etwas geopfert habt. Zu Hause und auch in der Mine bleibt die Zeit stehen, dort könnt ihr also so viel Zeit verbringen, wie ihr nur möchtet. Da ist die Begrenzung beim Umgraben, Steine schlagen und Suchen der nächsten Ebene dann bloß euer Energielevel, den ihr tunlichst im Auge behalten solltet.

Ein Glöckchen um 20:00 In-Game-Zeit läutet den Abend ein, und zu diesem Zeitpunkt gehen die Hühner zurück in den Stall. Die Tiere sind süß gestaltet, und auch die Ideen sind teilweise zuckersüß. Ihr könnt euch beispielsweise zwischen einem handelsüblichen Kalb, aber auch einem Kaffeekalb, Erdbeerkalb und einem Fruchtkalb entscheiden. Da ist es dann schon fast logisch, dass aus einem Kaffeekalb keine reine Milch fließt, sondern gleich brühwarm-frischer Kaffee! STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town hat viele gute Ideen, die halt schon vor 16 Jahren entstanden sind.

Die Technik des Spiels

Es ist natürlich fies, im Jahre 2020 ein Spiel aus dem Jahre 2004 zu bewerten. Ja, STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town hat einen neuen Anstrich bekommen und läuft wirklich flüssig auf der Nintendo Switch ab. Die Farben sind toll, das Layout der Stadt und der Farm ist eingängig, da kann ich wirklich nichts sagen. Dass die Optik aber sehr einfach gehalten ist (klar, wir reden vom Game Boy Advance!), ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Stardew Valley etwa hat mit Pixelgrafik mehr Charme erreicht, als es dieser Titel vollbringt. Dennoch reißen für mich die gezeichneten Portrait-Bilder bei den Textboxen die Wertung wieder nach oben.

Die Soundeffekte wurden weiter oben schon abgehandelt, und ich frage mich wirklich, warum die Soundabteilung nicht aktiv geworden ist. Hammerschläge, Schritte und mehr Samples lenken fast schon vom Spiel ab, und das ist nie ein gutes Zeichen. Es fällt aber schon auf, dass bei Regen dann jede Hintergrunduntermalung fehlt. Die Steuerung von STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town ist sehr feinfühlig; ihr seht zwar ein weißes Quadrat, das euch beim Zielen helfen soll. Dennoch gießt ihr alle acht bis zehn Felder wieder mal daneben, und dass euch NPCs den Weg abschneiden und euch effektiv einsperren können, ist im Jahre 2020 auch nicht mehr recht tragbar.

Fazit zum Spiel: Leichte Kost für zwischendurch

Die Frage „Ist STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town gut gealtert?“ kann man getrost mit einem klaren Jein beantworten. Der neue Anstrich tut dem nunmehrigen Nintendo Switch-Spiel wirklich gut, das kann man auch absolut nicht bestreiten. Was das Spielprinzip angeht, so können sich Freunde von Animal Crossing, Harvest Moon und nun aktuell Story of Seasons klarerweise die Hand geben: Es gibt immer Bedarf für entspannende Farming-Spiele mit einem sozialen Feature. Wer möchte denn nicht gerne flirten, bis der A-Button glüht und Geschenke überreichen, bis der Beziehungslevel steigt? Eben.

Die typischen Gameplay-Mechanismen wie Farmen, Verkaufen, Aufwerten von Werkzeugen, Romancen von Figuren, Techtelmechtel auch zwischen den einzelnen BewohnerInnen und das Herausfinden der besten Geschenke hat STORY OF SEASONS: Friends of Mineral Town prima drauf, da gibt es gar nichts zu meckern. Leider gibt es bei der Technik einiges auszusetzen, und ihr müsst aktiv über manche Steuerungs-Hoppalas und Sound-Entscheidungen drüberschauen. Wenn euch das aber nicht stört und ihr einfach nur auf der Suche nach eurem nächsten (kindgerechten?) Farmspiel seid, solltet ihr auf der offiziellen Website auf alle Fälle mal reinschauen.

Wertung: 7.5 Pixel

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Anonym

Es fehlen die Rivalenevents. Ich verstehe nicht, warum man so ein großes Feature rausgenommen hat. Das war immer eines der Gründe, das Spiel über ingame Jahre zu spielen. So ist nach den ersten beiden Jahren die Luft raus. Ich liebe dieses Spiel. Keine Hintergrundmusik bei Regen, vollkommen akzeptabel, war beim Vorgänger auch so, und man braucht ja auch eine regnerische Stimmung, sowie Effekte zu hören. Das „In Menschen stecken bleiben“, bei Bildwechsel, nervt schon. Hätte man drauf achten sollen, genauso wie mit der feinfühligen Steuerung, kommt mir vor wie in „sunshine island“ aber dennoch kann ich nichts anderes bemängeln. Ich… Read more »