Rage in Peace Test (PC): Der Tod steht dir gut

von Mandi 11.11.2018

Rage in Peace erzählt die Geschichte von Timmy. Er ist 27, durchschnittlich und beginnt heute den letzten Tag seines Lebens. Was euch in diesem Plattformer erwartet, lest ihr in diesem Review!

Die Story von Rage in Peace

Alles beginnt, indem ihr den Seelenführer kennenlernt. Timmy identifiziert ihn korrekt als Sensenmann, doch irgendwie ist alles ein wenig anders, als er sich das vorgestellt hatte. Anstatt nämlich gleich vom Schnitter getötet zu werden, entwickelt sich ein Gespräch zwischen den beiden.

Timmy erfährt so, dass der Grim Reaper nämlich nur erscheint, um die Information des Todestages weiterzugeben. Der Seelenführer besitzt allerdings eine gewisse Sympathie für Tim, da dieser so anders ist als alle anderen. Kurzerhand beschließt der Sensenmann, unserem Haupthelden zu helfen.

Doch damit ziehen die beiden den Zorn des Todes höchstselbst auf sich, und Rage in Peace geht hier so richtig los. So gut wie alles versucht plötzlich, Timmy umzubringen – und ihr habt alles daranzusetzen, dass euer Protagonist nach Hause kommen kann, um dort friedlich einzuschlafen! Trailer gefällig?

Anleihen von LIMBO und Unfair Mario

Rage in Peace nimmt sich den Hauptteil der Inspiration ganz klar von Unfair Mario. Ihr lauft genretypisch durch die Stages, springt über Hindernisse und weicht Gegnern aus, so weit die Theorie. Doch im Spiel selbst könnt ihr keine vier Schritte vorwärts laufen, ohne getötet zu werden!

Es gilt also, sich die Todesfallen in jedem Level zu merken. Es ist also gar nicht ungewöhnlich, über 60 Mal zu sterben, nur, um einen Abschnitt zu schaffen. Ja, Rage in Peace zählt hier mit und gibt euch jederzeit Auskunft über eure erlittenden Tode. Es geht in Wahrheit darum, euer Kurzzeitgedächtnis und eure Reflexe zu erproben!

Keine Sorge, es gibt auch Checkpoints im Spiel. Passiert ihr diese, so fangt ihr bei einem Ableben von dieser Stelle wieder an und müsst nicht alles erneut durchleben. Dabei präsentiert euch Rage in Peace immer wieder kurze Zwischensequenzen, denn die Story kommt hier nicht zu kurz.

Motivation? Stark von euch abhängig

Obwohl das Game euch eine teils witzige, teils tiefgründige Story mit Timmy bietet, ist der Hauptaspekt des Spiels immer noch das Gameplay. Dieses besteht aus oftmaligem Sterben und dem erneuten Versuch, ganz nach dem Motto „fail better“. Dabei ist jedoch anzumerken, dass ihr da überhaupt nicht anders spielen könnt.

Es gibt zwar Medaillen und Trophäen für weniges Sterben (sogar ein Durchlauf ohne Tode soll möglich sein), doch Rage in Peace bietet euch absolut keine Hinweise. Es gibt keine visuellen Hinweise, und nur sehr selten kündigt sich ein Angriff vorher hörbar an. Ihr scheint stets Fehler zu machen, ob ihr nun lauft, springt oder steht.

Gefällt euch aber ein solches Frustrationstraining, um an eurer Aggressionsbewältigung zu arbeiten, ist Rage in Peace ein grandioser Titel. Er bietet alles, was ihr bei einem solchen Machwerk erwarten könntet. Ihr könnt euch niemals sicher sein, ob die nächsten Schritte zu einem vorzeitigen Ende von Timmy führen.

Die Technik hinter Rage in Peace

Optisch kann das Spiel mit zwei Seiten glänzen. Die Zwischensequenzen sind super gelungen und besitzen einen eigenen, comichaften Charakter. Das Spiel selbst wirkt daneben nicht mehr ganz so schön, doch die Umgebungen und die Animationen gehen über ihre Zweckmäßigkeit hinaus.

Die Klänge unterstreichen den jederzeitigen Tod ganz gut, und die eigens komponierte Hintergrunduntermalung funktioniert bestens. Der Stil ist vielleicht nicht für alle, doch Rage in Peace bietet genug Abwechslung, sodass trotzdem immer wieder etwas Neues auf die Ohren kommt.

Die Steuerung funktioniert in einem solchen Ausmaß, dass niemals das Spiel an euren Toden schuld ist. Timmy verhält sich exakt so, wie ihr das wollt (Game-Controller vorausgesetzt, oft geht es ähnlich schnell wie bei Super Meat Boy). Alles, was ihr braucht, sind Reflexe, Gedächtnis und eine Menge Geduld…

Rage in Peace testet Hirn und Reflex

Von der Story angefangen über die coolen Zwischensequenzen bis hin zu den liebenswerten Charakteren: Rage in Peace zieht euch in den ersten Minuten in seinen Bann. Allerdings steht und fällt euer Spaß damit, wie frustresistent und lösungsorientiert ihr an dieses Game herangeht.

Denn abgesehen davon, dass euch der Tod auf Schritt und Tritt verfolgt und in jeder Sekunde zuschlägt, ist Rage in Peace ein echt herziger Plattformer. Natürlich gibt es auch Abwechslung, mal werdet ihr verfolgt, mal rennt ihr wie verrückt durch die Stage. Auch die kreativen Bossfights in den fünf Akten dürfen nicht vergessen werden.

Letzten Endes ist dies ein Spiel, mit dem EinsteigerInnen nur wenig anfangen können. Doch auch geübte GamerInnen müssen sich hier im Klaren sein, dass nur Geduld und eine Vielzahl von Spieldurchläufen zum Erfolg führen. Wenn ihr euch dessen bewusst seid, habt ihr eine Menge Spaß daran, eurem Frust freien Lauf zu lassen. Rage in Peace kostet an die 10 Euro auf Steam – Lust bekommen?

Wertung: 7.0 Pixel

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