Persona 5 Strikers Vorgeschichte: was bisher geschah

von Mathias Rainer 27.02.2021

Zum europäischen Release haben wir bei Beyond Pixels die gesamte Persona 5 Strikers Vorgeschichte für euch! Das Game erschien in unseren Gefilden diese Woche für die Playstation 4, die Nintendo Switch, sowie für den PC und setzt inhaltlich fast nahtlos am 2016 erschienenen JRPG Persona 5 an. Weil die Handlung des neuen Ablegers gerade für Franchise-Neueinsteiger allerdings sehr verwirrend sein kann, haben wir die gesamte Vorgeschichte in diesem Beitrag für euch zusammengefasst.

Wir rufen euch hartgesottenen Phantomdiebe-Fanboys da draußen noch einmal die wichtigsten Plotpoints aus dem über 100 Stunden umfassenden Vorgänger ins Gedächtnis. Und die angesprochenen Neulinge müssen ebenjenen langen Titel nicht erst komplett durchgezockt haben, wenn sie sich denn in Persona 5 Strikers die Gegner um die Ohren schlagen wollen. Viel Spaß mit der Zusammenfassung!

An dieser Stelle sei aber noch einmal gesagt: wenn ihr als unbeschriebenes Blatt der Persona-Reihe die Möglichkeit habt, Persona 5 oder gar den quasi Directors Cut Persona 5 Royal zu zocken, dann macht das bevor ihr euch an Strikers heranwagt! Ihr lasst euch sonst eines der besten japanischen Rollenspiele aller Zeiten entgehen. Und keine Zusammenfassung kann euch die Bindung zu den einzelnen Charakteren näher bringen, als wenn ihr die Story gemeinsam mit diesen erlebt. Das Game gibt es unter anderem immer mal wieder stark verbilligt im Playstation Store. Hier geht es außerdem zu unserem Test von Persona 5 Royal. Aber genug der Propaganda, let’s start the game!

Die komplette Persona 5 Strikers Vorgeschichte – Achtung Spoiler!

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch einmal gesagt, dass die folgende Zusammenfassung sämtliche wichtigen Plot-Punkte von Persona 5 spoilert. Wer das Game noch komplett unbefangen erleben will, steigt an dieser Stelle besser aus.

Das Heist-Intro

Wir springen mehr oder weniger mitten hinein in das Geschehen und steuern Joker, einen maskierten Jüngling der versucht aus einem alarmierten Casino zu fliehen. Unterstützt wird er dabei von gleich mehreren mysteriösen Gestalten, die an der Stelle nur als Schemen erkennbar sind. Klar ist hier nur, dass diese Charaktere zusammen gehören und als Gruppe fungieren, aber WTF … warum verwandelt sich die Casino-Security in ein krasses Monster? Und warum ist Joker davon überhaupt nicht beeindruckt? Wir tappen hier – nichts ahnend was in den nächsten 100 Stunden zur Routine wird – noch im Dunkeln.

Unlautere Verhörmethoden

Jokers Fluchtversuch schlägt aber fehl und er wird in irgendeinem Verhörraum tief unter der Erde – zuerst nur eingekerkert – dann gefoltert. die ominöse Gruppe – genannt Phantomdiebe der Herzen – wurden offensichtlich verraten. Dann betritt die Staatanwältin Sae Niijima die Szenerie und versucht Antworten aus Joker herauszuquetschen. Wer steckt hinter den Masken der Phantomdiebe und sind sie wirklich für die zahlreichen Sinneswandel der letzten Monate in Tokio verantwortlich? Antworten bekommt weder Sae noch wir als Spieler. Stattdessen machen wir einen Zeitsprung ein halbes Jahr zurück – in die japanische Hauptstadt des Frühjahrs 20xx.

Tokio Hotel Curry-Bar

Joker befindet sich auf dem Weg zu seinem neuen Zuhause. Wegen eines körperlichen Delikts in seiner öftlichen Kleinstadt wird unser Protagonist für 1 Jahr nach Tokio geschickt – um sich im Trubel der Stadt zu bessern. Unterkommen er bei einem bekannten der Eltern – dem Kaffee- und Curry-Bar-Besitzer Sojiro Sakura. Dieser empfängt Joker aufgrund seines angeknacksten Rufs allerdings nicht gerade freundlich. Die selbe Erfahrung muss der Teenager dann auch in den folgenden ersten Schultagen des neuen Semesters machen.

Die Lehrerschaft verurteilt ihn schon vor dem ersten Treffen als Kriminellen und Mitschüler tuscheln bei jeder Gelegenheit hinter dem Rücken, dass Joker in Wirklichkeit ein Schwerverbrecher sei. Gleichgesinnte Freunde findet unser Protagonist nur in den ebenfalls als Einzelgänger geltenden Schülern Ryuji Sakamoto und Ann Takamaki. Beide werden von der überwiegenden Anzahl der Schülerschaft gemieden und in vielen Fällen sogar gemobbt.

Vor allem der voreingenommene Sportlehrer Kamoshida tritt immer wieder auf den Plan, erniedrigt Ryuji und zwingt Ann in eine körperliche Beziehung gegen ihren Willen. Die neu formierte Gruppe ist gegen den am längeren Ast sitzenden Kamoshida machtlos.

© 2021 ATLUS

Gefangener des Schicksals

Joker wird eines Nachts im Schlaf in den Velvet Room beordert, wo er vom dortigen Gefängnisaufseher ins Bild gesetzt wird. Die Welt wie wir sie kennen, ist zu einer abscheulichen geworden, voller kranker Begierden selbstsüchtiger Menschen. Tokio, Japan und folglich die ganze Erdkugel muss deshalb ausgelöscht werden. Aufhalten kann das bevorstehende Armageddon nur unser jugendlicher Protagonist. Wie genau der Weltuntergang aufgehalten werden soll, wird von Igor allerdings nicht erklärt.

Ryuji und Joker werden allerdings eines Tages durc eine App auf ihrem Handy in das sogenannte Metaverse gezogen. Eine Parallelwelt, die aufgebaut ist wie das tatsächliche Tokio, allerdings grässlich verzerrt und bewohnt von monsträsen Fabelwesen – den sogenannten Schatten. So manifestiert sich etwa die Schule von Joker und Ryuji im Metaverse zu einem abltraumhaften Schloss. In diesen Gemäuern treffen die beiden auch das katzenartige Wesen Morgana, welcher ihnen die Lage erklärt.

Inception auf JRPG-Art

Das Metaverse bildet die Begierden sämtlicher Menschen ab. Die Individuen existieren in der Parallelwelt genau wie in der realen – allerdings verwandeln sie sich dort in grässliche Monster. Je krankhafter die Begierde, desto monströser die Kreatur. Manche Personen wie etwa der angesprochene Sportleher Kamoshida, dessen Begierde die Todsünde Wollust selbst ist, verwandeln sich im Metaverse deshalb zu mächtigen Schatten, die sogar Territorium in Form von Palästen für sich beanspruchen. Der Palast von Kamoshida ist das Schloss, denn er sieht sich als König der Schule, ein nach außen hin mustergültiges Aushängeschild dem nichts und niemand etwas anhaben kann.

Morgana erklärt den beiden Freunden auch, dass es eine Möglichkeit gibt, die Begierden von Leuten – und somit auch von Kamoshida – zu stehlen. Das wäre tatsächlich die Gelegenheit, die gesamte Schule aus den tyrannischen Fängen des Sportlers zu befreien. Einziger Haken dabei: man muss im Metaverse den manifestierten Schatz seines Besitzers stehlen. Joker, Ryuji, Ann und Morgana wagen diesen riskanten Schritt, werden allerdings bei der Infiltration des Palasts von König Kamoshida gefangen genommen.

 

Erkenne dein wahres Selbst

Ryuji wird von Kamoshida sogar gefoltert und der gefesselte Joker muss das zuerst machtlos mitansehen. Bis ihn schließlich sein Tatendrang, sein Unvermögen das einfach so mitzusehen, überkommt.  Indem sich Joker seine im Metaverse getragene Maske samt seiner Haut darunter vom Gesicht reißt, bekennt er sich zu seinem wahren Selbst. Die Persona Arsène ist geboren. Mit dieser gelingt es der Gruppe, sich aus den Klauen von Kamoshida zu befreien.

In der Folge erwecken auch Ann, Morgana und Ryuji ihre Personas. Mit diesen gelingt es den Freunden Kamoshidas Schatz zu stehlen, den Palastherrn zu besiegen und dem arroganten Sportlehrer einem Sinneswandel zu unterziehen, der sich auch auf die alltägliche Welt auswirkt. Suguru Kamoshida ist wie ausgewechselt – ein neuer Mensch – der all seine widerlichen Taten gesteht und sich sogar selbst suspendiert.

Die Gründung und Hochzeit der Phantomdiebe

Vom unmittelbaren Erfolg angspornt beschließt die Gruppe, auch weiteren Personen ihre Begierden zu rauben und sie so zu besseren Menschen zu machen. Allerdings will die Bande in Zukunft in noch größeren Dimensionen denken. Die Phantomdiebe der Herzen ist geboren. Auch der Gefängniswerter des Velvet Rooms Igor beglückwünscht Joker zu seinem Erfolg und sieht durch das Lösen von Begierden eine Möglichkeit den drohenden Untergang doch noch abzuwenden.

In der nächsten Zeit stiehlt die Gruppe so manchem großkotzigen Schatten seinen Schatz aus dessen Palast. Einem betrügerischen Künstler, der all seine Werke nur abgekupfert hat, wird aus seinem manifestierten Museum das wertvollste Gemälde entwendet, woraufhin dieser in einer Pressekonferenz all seine Plagiate offenlegt. Ein örtlicher Mafiaboss übergibt sich selbst der Polizei, nachdem Joker und Co. ihm sein Erspartes aus seinem fligenden Bank-Tresor gestohlen haben. Und der machtbesessene CEO eines großen Konzerns gibt die Missstände in seinem Unternehmen offen zu, nachdem ihm die Phantomdiebe auf den Zahn gefühlt haben. Besagter CEO stirbt allerdings gleich nach der Verkündung. Medizinisch völlig gesund kippt dieser einfach vom Stuhl. Ein Nebenprodukt des durchgeführten Sinneswandels?

Während aller dieser Abenteuer findet die Bande immer neue Befürworter. So stellen sich etwa eine Ärztin, eine Journalistin und ein Waffenhändler auf die seite der Gruppe, versorgen sie mit Ausrüstung, Medikamenten oder Informationen. Der Gruppe selbst treten im Laufe des Schuljahres auch weitere Phantomdiebe bei: die Schülersprecherin Makoto, der freie aber mittellose Künstler Yusuke, der weibliche Prototyp eines Nerds Futaba und die Hobbygärtnerin Haru. Selbst die öffentliche Wahrnehmung der Freunde steigt mit jedem bekehrten Herzen. Unter den “Opfern” sind schließlich bekannte japanische Persönlichkeiten.

© 2021 ATLUS

Kampf mit der Justiz

Die plötzlichen Sinneswandel bleiben aber natürlich auch der japanischen Justiz nicht verborgen. Ein mächtiger Mafiaboss der sich so ohne weiteres der Polizei stellt? Unmöglich! Besteht da vielleicht sogar ein Zusammenhang mit der Bewusstseinsveränderung beim Sportlehrer an der örtlichen Akademie? Auf alle Fälle! Ermittlungen werden durch die Staatsanwälting Sae Niijima und durch den Privatdetektiven Akechi Goro daraufhin angestellt. Ein Schuldiger muss schließlich gefunden werden.

Und die Spur führt wenig überraschend irgendwann zu Joker, Morgana und Co. Durch einen weiteren letzten Sinneswandel bei Makotos Schwester – ebenjener Sae Niijima – will die Gruppe die Ermittlungen gegen sie beenden. Allerdings werden Sie dabei von Akechi verraten, der sich in der Zwischenzeit das Vertrauen der Freunde erschlichen hat. Joker wird also Resultat des Verrats gefangen genommen und wir befinden uns zeittechnisch wieder am Beginn des Spiels.

Der lange Arm des Gesetzes

In der Arrestzelle befragt also Sae Niijima unseren Joker. Dabei wird aufgedeckt, dass die Sinneswandel zwar von den Phantomdieben durchgeführt wurden, diese allerdings nicht für den Tod der betroffenen Personen verantwortlich sei. Als Joker Sae damit konfrontiert, dass ihre eigene Schwester Makoto ein Mitglied der Phantomdiebe ist, lenkt diese schließlich ein und verspricht sogar, die Bande bei der Aufklärung der Ereignisse und der Überführung eines wahren Mörders zu helfen. Mit Sae’s Hilfe und einer List gelingt es Joker schließlich aus dem Kerker zu entkommen. Allerdings muss dieser in der Folge komplett untertauchen, da nach ihm mittlerweile landesweit gefahndet wird.

Irdisches Finale

Schließlich gelingt es der Gruppe den wahren Drahtzieher hinter den Machenschaften auszumachen. Shido – Abgeordneter im japanischen Parlament und wohl nach der bevorstehenden Wahl derkünftige Ministerpräsident – steckt hinter einem Komplott gigantischer Ausmaße. Der korrupte Politiker steckte sowohl mit dem Mafiaboss, als auch mit dem CEO hinsichtlich weitreichender Pläne unter einer Decke. Damit diese nach einem Sinneswandel nicht ans Licht kommen hat er zudem Akechi Goro beauftragt, die Opfer umzubringen und den Verdacht auf die Phantomdiebe zu lenken.

Zudem steckt Shido hinter der Verurteilung von Joker, die in weiterer Folge erst dazu geführt hat, dass unser Protagonist sein Elternhaus verlassen und nach Tokio ziehen musste. In einem ermitterten finalen Fight gegen Shido gelingt es der Gruppe ihn zu besiegen und in ebenfalls zu einem öffentlichen Geständnis zu bringen. Ende gut alles gut, oder? Nicht ganz!

© 2021 ATLUS

Überirdisches Finale

Denn obwohl die Phantomdiebe so viele böse Menschen bekehren konnten, gibt sich Igor mit den Taten Jokers nicht zufrieden. Er offenbart sich als der Gott Yaldabaoth – und als Betrüger. Denn er eigentliche Herr des Velvet Room’s Igor wurde von ihm gefangen gehalten und die Maskerade wurde für seine Zwecke missbraucht. Denn Yaldabaoth will beweisen, dass die Menschen ihre Begierden nicht aufgeben, diese sogar brauchen und für diese leben. Yaldabaoth selbst ist der legendäre Heilige Gral, dessen Macht sich aus den Begierden sämtlicher Menschen speist.

Mit seiner göttlichen Macht beginnt Yaldabaoth die menschliche Welt mit jener Parallelwelt zu fusionieren. Tokio wird davon komplett in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt ist in Panik. Als die Hoffnung schon fast aufgegeben war treten die Phantomdiebe gegen den übermächtig scheinenden Gott an und können diesen in einem alles entscheidenden finalen Gefecht besiegen.

Nachwirkungen und 3. Semester

Nach diesem an den Kräften zehrenden Kampf beschließen die Phantomdiebe ihre Masken an den Nagel zu hängen. Die Menschheit ist gerettet und die Wege unserer Protagonisten trennen sich  – zumindest vorerst. Makoto und Haru wechseln von der Schule auf die Uni. Yusuke muss mal sein Leben auf die Reihe kriegen und auch die Zeit in Tokio ist für Joker nach einem turbulenten Jahr dennoch zu Ende. Für ihn geht es mit Morgana als Katze zurück in die Provinz.

Zu diesem Zeitpunkt im Früjahr 20xx +1 endet das 2016 erschienene Persona 5. Die Handlung wird dann in Persona 5 Strikers ein halbes Jahr später in den darauffolgenden Sommerferien fortgeführt. An dieser Stelle muss gesagt sein, dass die Royal-Variante von Persona 5 auch noch ein optionales 3. Semester inklusive neuem Palast und neuer Charaktere beinhaltet. Die dort passierenden Ereignisse finden jedoch keinen Anklang in Strikers, werden sogar ganz aus der Handlung gestrichen. Aus Gründen er Übersichtlichkeit habe ich sie deshalb in dieser Zusammenfassung auch nicht zusätzlich erwähnt.

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