Layton’s Mystery Journey – Katrielle und die Verschwörung der Millionäre im Test

von Marianne Kräuter 21.12.2017

Professor Layton hat seinen Hut nach sechs Soloabenteuern und zwei Crossovertiteln an den Nagel gehängt. In Layton’s Mystery Journey tritt stattdessen Katrielle Layton auf den Plan, um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Wie sich die frischgebackene Detektivin in ihrem ersten Spiel macht, erfahrt ihr in meinem Test.

Die begriffsstutzige Detektivin

Das Spiel beginnt mit dem Tag, an dem Katrielle ihre eigene kleine Detektei in London eröffnet. Um sich als Ermittlerin einen Namen zu machen, löst sie nun ihre ersten Fälle. Die übergeordnete Geschichte plätschert dabei belanglos vor sich hin; anstelle eines großen Mysteriums erwarten Katrielle zwölf kleinere Fälle, die es aufzuklären gilt. Viele davon empfand ich persönlich als banal und uninteressant. Manchmal tappt „Meisterdetektivin“ Katrielle noch im Dunklen, während man als SpielerIn die Lösung längst weiß, muss jedoch dem strikt vorgegebenen Storypfad folgen, bis Katrielle ebenfalls auf die Lösung gekommen ist.

Positiv kann ich anmerken, dass die Handlung mit bewegten Zeichentricksequenzen äußerst charmant erzählt wird und auch die simpel charakterisierten Figuren sind liebenswert.

Rätsel in der Wetterfahne

Wer schon mal ein Layton-Spiel in der Hand hatte, wird sich auch in Layton’s Mystery Journey schnell zurecht finden. Mittels einer schematischen Stadtkarte können wir uns von Ort zu Ort bewegen. Jeder Ort will mit einer Lupe nach zu befragenden Zeugen, versteckten Gegenständen oder Hinweisen durchsucht werden. Hin und wieder stolpert man so auch über Rätsel, die sich überall (z.B. auch in Wetterfahnen) verstecken können, oder Hinweismünzen. Diese Münzen kann man während eines Rätsels einsetzen, um einen Hinweis zu erhalten. Je mehr Münzen man in ein Rätsel steckt, desto konkreter werden die Hinweise. Insbesondere der erste Hinweis gibt meist nur die Aufgabenstellung in einem anderen Wortlaut wieder und ist recht nutzlos.

Rätsel verbergen sich nicht nur in der Spielumgebung, sondern werden uns meist von anderen Charakteren gestellt. Die über 100 Aufgaben sind äußerst vielfältig gestaltet, doch leider lässt deren Qualität zu wünschen übrig. Layton-Fans werden viele der Rätseltypen bekannt vorkommen. Der Schwierigkeitsgrad schwankt stark und vorallem die häufige Einbindung von Scherzantworten in vermeintlich ernste Rätselaufgaben hat mich irritiert. Darüber hinaus kam ich teilweise nicht auf die Lösung, weil die Aufgabenstellung missverständlich formuliert war. – Das Kernstück des Spiels birgt also ein recht großes Frustrationspotential.

Firlefanz

Abseits der Knobeleien bietet Katrielle und die Verschwörung der Millionäre noch einige nette aber belanglose Spielelemente: So kann man Katrielles Outfit wechseln und die Detektei mit neuen Möbeln, Vorhängen und Tapeten nach seinem Geschmack dekorieren. Auch ein paar Minispiele hat Mystery Journey zu bieten, falls man mal eine Pause von den vielen Rätseln braucht. Darin bringt man einen Hund möglichst effizient aus dem Tierheim oder kocht Essen für anspruchsvolle Gäste.

Fazit zu Layton's Mystery Journey

Ja, die Geschichte ist mit den Zeichentricksequenzen schön erzählt, die Hintergründe herrlich detailliert und die über 100 Rätsel sorgen für einen ordentlichen Umfang. Doch Layton’s Mystery Journey zeigt mit seinen uninspirierten Rätseln deutlich, dass Quantität nicht mit Qualität gleichzusetzen ist. Wer noch nicht alle anderen Laytonspiele gespielt hat, sollte sich auf alle Fälle diese zuerst ansehen.

Wertung: 5.9 Pixel

für Layton’s Mystery Journey – Katrielle und die Verschwörung der Millionäre im Test von Marianne Kräuter