Fack Ju Göhte 2 (Blu-ray) im Test

von Max Hohenwarter 04.03.2016

In Fack Ju Göhte 2 darf Zeki Müller wieder seine unkonventionellen Lehrmethoden an Chantal, Danger und Co. erproben. Ob er damit erneut die Lachmuskeln zum Bersten bringt, lest ihr in meinem Blu-ray-Review.

Facts:

  • Studio: Constantin Film
  • Freigabe: ab 12 Jahren
  • Regie: Bora Dagtekin
  • Release: 25. Februar 2016

Story:

Zeki Müller (Elyas M’Barek – Die Welle) ist zurück. Der coolste und – in Sachen Unterrichtsmethoden so nonkonforme Lehrer hadert ein bisschen mit seinem neuen, ihm von seiner Freundin Elisabeth „Lisi“ Schnabelstedt (Karoline Herfurth – Das Parfum) aufgezwungenen Posten als Bändiger der 10B an der Goethe Gesamtschule. Viel lieber als Professor wäre er Barbesitzer, doch dafür fehlt ihm das nötige Kapital. Also muss er vorerst in den sauren Apfel beißen und dafür sorgen, dass die Chaotentruppe um Chantal (Jella Haase – Fack Ju Göhte) und Danger (Max von der Groeben – Abschlussfahrt) ihr Abi schafft. Wie gut, dass Zeki kurz darauf einen Brief erhält, der ihn darüber informiert, dass ein weiterer Teil der Diamanten-Beute aus einem früheren Raubzug die ganze Zeit in seinem Autotank versteckt war.

Flugs besorgt er sich die Klunker und packt sie in ein altes Kuscheltier von Lisi. Blöd nur, dass gerade eine Spielzeugsammlung für Tsunami-Opfer in Thailand des Schiller Gymnasiums, dem großen Konkurrenten im Rennen um eine hoch dotierte Werbekampagne des Bildungsministeriums, stattfindet. Darin landet – wer hätte es gedacht das diamantene Schulmaskottchen. Mit diesem Schlamassel startet für Zeki ein Wettlauf gegen die Zeit. Er muss dem Goethier in Thailand nachjagen und das kann er nur, wenn er mit den Assi-Kids dorthin auf Exkursion fährt. Ob er will oder nicht: Wenn er seine Edelsteine je wiedersehen will, muss er in Fack Ju Göhte 2 geradewegs durch seine ganz persönliche Hölle gehen: eine Klassenfahrt nach Fernost mit den HorrorschülerInnen.

Bonus Features von Fack Ju Göhte 2:

  • Audiokommentar mit Jella Haase, Gizem Emre und Lena Schömann
  • Making of (ca. 15 Min)
  • Special Clips (ca. 15 Min.)
  • Extended Scenes (ca. 12,5 Min.)
  • Deleted Scenes (ca. 2,5 Min.)
  • Outtakes (ca. 8 Min.)
  • Premierenclip (ca. 2,5 Min.)
  • Titelsong Lena „Wild & Free“ (ca. 3,5 Min.)
  • Interviews (ca. 28 Min.)
  • Teaser und Trailer (ca. 7,5 Min.)

Kritik:

Fack Ju Göhte avancierte 2013 zum Publikumshit. Sogar mir gefiel das Erstlingswerk sehr gut und das, obwohl ich die neueren Deutschen Komödien Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel an sich eigentlich für total hirnverbrannt und im Vergleich zum anspruchsvollen österreichischen Humor absolut niveaulos halte. Bora Dagtekin schuf einen stark an amerikanischen Teenie-Flicks, wie beispielsweise American Pie, orientierten Film, der mit seinem Reality-TV-artigen Fremdschäm-Humor und den derb frivolen Witzchen die Lachmuskeln strapazierte. Obendrein bot die Jugendkomödie mit Elyas M’Barek einen charmanten Gauner-Feschak als Hauptfigur, den das Kinopublikum ob seiner ungewöhnlichen Lehrmethoden einfach gern haben musste.

Da war es natürlich nur absehbar, dass bei so einem Erfolg eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten lässt. Letztes Jahr war es dann so weit und Fack Ju Göhte 2 lief in den Kinos an. Der Nachfolger war erneut ein Erfolg auf ganzer Linie. Über 7 Millionen ZuschauerInnen fanden sich in den Kinosälen ein, um die Chaostruppe aus der 10B und ihren Dompteur beziehungsweise Lehrer Zeki Müller auf internationaler Klassenfahrt zu begleiten. Doch Fack Ju Göhte 2 sorgte bei mir, im Vergleich zum ersten Streich, nur selten für einen größeren Lacher.

Warum eigentlich? Was ist geschehen? Nunja: In seinem zweiten Anlauf hält sich der Regisseur nicht nur an die ungeschriebenen Regeln einer Fortsetzung, er klammert sich sklavisch an sie und bietet dem anspruchsvolleren Publikum einfach nichts Neues. Ein erneuter Nervenzusammenbruch der labilen Chemielehrerin (Uschi Glas), kontinuierliche Fremdschäm-Einlagen von Chantal und Danger, die oftmals schon weh tun. Auch Zeki Müller durchläuft die gleiche Gaunerleben-meets-Lehrerzimmer-Story nochmal und darf natürlich für ordentlich Eye-Candy wieder blankziehen. Und selbst beim zweiten Teil der Geschichte ist Lisi Schnabelstedt bis kurz vor dem Finale ahnungslos, was das erneute Hochkochen von Zekis kriminellen Energien angeht. Wie gesagt: eine Fortsetzung wie aus Hollywoods Bilderbuch.

Nicht falsch verstehen: Leute, die den ersten Film aufgrund des Proll-Humors mochten, kommen definitiv wieder auf ihre Kosten. Die Generation Y fühlt sich mit ihren Klischees, Wehwehchen und First-World-Problems wieder vertsanden und ordentlich repräsentiert und johlt umso begeisterter, obwohl sie eigentlich die ganze Zeit par excellance durch den Kakao gezogen wird.

Dagtekin versucht sein Erfolgsrezept mit dieser Fortsetzung ein zweites Mal zu kochen, erhitzt den Erstling aber nur erneut und würzt bis auf einen internationalen Handlungsort und ein, zwei ziemlich vorhersehbare Twists nichts nach. Das reicht aber nicht, um anspruchsvolleren Humor-Gourmets ein weiteres Mal den Gaumen zu reizen. Ich persönlich zähle mich zu Letzteren und aufgewärmt schmeckt mir nur Gulasch, Assassin’s Creed und Far Cry.

Wer nicht allzuviel erwartet und mit einer mehr oder minder 1:1-Kopie von Fack Ju Göhte gut leben kann oder gar genau das verlangt, darf gerne zur Fortsetzung greifen.

Wertung: 7 Pixel

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