Add-In der Extraklasse: Der XCOM 2: War of the Chosen Test

von Max Hohenwarter 23.10.2017

„Ich kann es kaum glauben… 40 Euo für einen DLC?“ mögen da manche ganz erzürnt schreien! Warum das Add-On diese Summe, die schon fast Vollpreisniveau hat, aber durchaus wert ist, lest ihr in meinem XCOM 2: War of the Chosen Test!

Nicht Add-On, Add-In!

Wir erinnern uns: Das Advent Regime, eine Weltregierung, die nach Ende des ersten Teils trotz Sieg der XCOM über die Elders vor letztgenannten den Schwanz einzog und fortan mit den Aliens auf BFF machte, forscht in als Kliniken getarnten Gen-Laboren an Menschen. Während die Doom-Clock tickt und das Avatar Projekt Fortschritte macht, fliegt XCOM in der Avenger herum und versucht mit diversen Guerilla Aktionen selbigen Countdown aufzuhalten.

Diese Storyline bleibt bei meinem XCOM2: War of the Chosen Test auch bestehen. Denn wie bereits bei Enemy Within, dem Zusatzinhalt zum Erstling, handelt es sich, wie ich bei meinem XCOM 2:War of the Chosen Test feststellen muss auch hier um ein Add-In, sprich ihr startet die Hauptkampagne abermals – auf Wunsch auch mit Integration aller bisher erschienen DLCs und anderer Mutatoren, wie beispielsweise ein großzügigeres Zug-Limit in den einzelnen Missionen – jedoch besteht nun immer die Gefahr, dass ihr auf einem Einsatz von den Chosen, drei extrem starken und immer stärker werdenden, nahezu unsterblichen Elders überfallen werdet.

Diese drei Aliens, eine Assassinin, ein Scharfschütze und ein Psionik-begabter Hexer haben tauchen wie gesagt zufällig auf und versuchen dabei Informationen über XCOM zu sammeln, indem sie eure SoldatInnen entführen. So werden die drei nicht nur immer stärker, sondern schwächen auch euch, indem sie beispielsweise eure monatlichen Einkünfte verringern.

Um gegen diese lästigen Auserwählten dauerhaft bestehen zu können, müsst ihr mit ihnen ein Katz und Maus-Spielchen betreiben und ihre Heimatbasis dem Erdboden gleichmachen. Schafft ihr das nicht, dann crasht irgendwann XCOMs fliegende Einsatzzentrale auf den harten Boden der Tatsachen und eine Verteidigungsmission steht auf dem Plan…

Neue Feinde, neue Freunde und anderer Beziehungswahnsinn

Die Jagd nach Informationen über die Chosen ist aber nur der Hauptaufhänger von XCOM 2: War of the Chosen! Zusätzlich erwarten euch neue Feinde in Form von schier unendlich über euch hereinbrechenden Zombie-Wellen. Diese sogenannten Lost lungern in den alten Ruinen verlassener Städte herum. Schutzlos seid ihr aber nicht, denn wenn einer eurer SoldatInnen einen Walker erlegt, bekommt er/sie eine zusätzliche Aktion. So entstehen während meinem XCOM 2: War of the Chosen Test sehr actiongeladene Shootouts, die den bisher sehr linearen Rundenschlachten ein ganz neues, viel actionreicheres Spielgefühl bescheren.

In diese Zombiestädte ist aber auch Advent mit – vorsicht: schlechte Wortwitze in 3…2…1… – brandneuen Flammenwerfer-Soldaten vorgedrungen. Die brennen im wahrsten Sinne des Wortes darauf, euren Einsatztrupp zu treffen.

Bei all den neuen GegenspielerInnen, seien sie nun tumbe Zombiehorden oder Elite Aliens, wäre es natürlich fies, wenn XCOM nicht auch ein, zwei Updates spendiert bekäme. Da sind einerseits insgesamt drei komplett neue Soldatenklassen, die Reaper, die Skirmisher und auch die Templar, die sich großteils aus anderen Widerstandszellen rekrutieren.

Die Reaper sind dabei die hinterlistigen Rogues, die selbst nach Schüssen eine Chance haben unentdeckt zu bleiben. Die Skirmisher sind ehemalige Adventtruppen, die die Seiten gewechselt haben. Sie zeichnen sich vornehmlich durch Flexibilität auf dem Schlachtfeld aus. Mit ihrem Greifhaken können sie schnell und ohne einen Zug dafür auszugeben, höhere Stockwerke erreichen und aber auch Feinde in Nahkampfreichweite ziehen und außerdem steht es ihnen frei erst mit ihrem Bullpup-Sturmgewehr zu schießen und dann den Bewegungszug auszuführen. Anfangs sind sich beide Gruppen Spinnefeind. Das bringt mich aber zu einem weiteren neuen Feature, dem Bonding System.

Geteiltes Leid ist doppeltes Leid

 

Hatte hauptsächlich bisher ich eine ganz spezielle Beziehung zu meinen SoldatInnen und war bisher nur ich vom Ableben eines/einer mühsam ausgebildeten SoldatInnen erschüttert ändert sich das in meinem XCOM 2 War of the Chosen Test frappant. Meine SoldatInnen können sich nämlich forthin zueinander hingezogen fühlen und wenn es erst einmal Klick macht, dann bringen diese innigen Beziehungen auch diverse Vorteile, sollten sich die beiden gemeinsam auf einer Mission befinden. Blöd ist nur, wenn dann wie erwähnt einer der Buddies ins Gras beißt, denn in diesem Fall ist geteiltest Leid, doppeltes Leid und mit gebrochenem Herzen kämpft es sich eben ungemein schwerer

Und sonst so?

Neben den bisherigen Neuerungen bemerke ich in meinem XCOM 2: War of the Chosen Test, dass auch verschiedenste neue Umgebungssets, wie beispielsweise die bereits erwähnten verlassenen Städte aber auch unterirdische Kanalsysteme und so weiter Einzug ins Spiel gehalten haben. Zudem sind die Missionsziele etwas variabler, das Ressourcenmanagement etwas gebalancter und und und.

Der XCOM 2: War of the Chosen Test – das Fazit:

Zugegeben: 40 Euro sind kein Pappenstil und hören sich erst einmal verdammt viel für einen DLC an. Allerdings nur, weil wir alle dank der bisher gängigen Preispolitik vieler Publisher unter DLC ein zwei neue Kostümchen für fünf bis zehn Euro verstehen und ja, die hat 2K für XCOM 2 ja bekanntermaßen auch im Angebot. Aber wie schon die supertollen Add-Ons zu The Witcher 3 gezeigt haben, besinnen sich manche EntwicklerInnen wieder auf die alten Tugenden, was Erweiterungen angeht und liefern im Mid-Price-Segment ordentlich Nachschub, wie es früher bei den sogenannten Mission-CDs der Fall war.

In meinem XCOM 2: War of the Chosen Test kann ich genau dieses wünschenswerte Modell dem Add-In ebenfalls attestieren. Es enthält derartig viele positive Änderungen, sowie neue und erweiterte Spielmechaniken und vertiefte Taktikelemente, dass dank dem Add-In aus Vanilla XCOM 2 schon fast ein XCOM 3 geworden ist.

Einziger Kritikpunkt betrifft die von mir getestete PS4-Version. Die zeigte gelegntlich noch Abstürze, diverse Grafikfehler und Glitches, was angesichts der Verspätung gegenüber der PC-Version der Erweiterung und ein paar Patches der Vergangenheit angehören sollte! Dennoch: angesichts der unzählig vielen positiven Neuerungen, macht XCOM 2: War of the Chosen aus einem bisher schon unheimlich tollen Game ein grandioses Spiel und ist jeden Cent wert!

9.8

Wertung: 9.8 Pixel

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