Valerian – die Stadt der tausend Planeten Kinokritik

von postbrawler 26.07.2017

A little bit of Avatar‘s what I need, a little bit of Star Wars‘s all i’ve seen! Valerian ist wie ein Lou-Bega-Song. Er fühlt sich an, als wäre er immer schon da gewesen, und ergreif mit dieser bestimmten Aufdringlichkeit Besitz von unseren Sinnen. Man kann sich seiner visuellen Sog-Wirkung kaum entziehen. Aber auch das hat dieses europäische Mammut-Filmprojektmit Mambo No.5 gemein: Der Film will um jedem Preis gefallen, und kopiert so sehr bereits Dagewesenes, dass er unweigerlich einen schalen Beigeschmack hinterlässt. Wie mir Valerian – die Stadt der tausend Planeten schlussendlich gefallen hat, lest ihr in meiner Review.

Valerian Dane DeHaan Cara Delevingne

Comic-Vorlage: Valérian et Laureline

Pierre Christins Comic-Vorlage Valérian et Laureline (hierzulande: Valerian und Veronique) stammt aus dem Jahre 1967, und kann getrost als Master-Schablone moderner Science Fiction bezeichnet werden. Filme wie Star Wars, Avatar und Das fünfte Element bedienen sich großzügig an ihren kreativen Raumschiff-, Alien- und Kostüm-Designs. Der Vorwurf, Valerian kopiere dreist von den oben genannten Science-Fiction Klassikern, kann mit Referenz auf die Comic-Vorlage getrost erwidert werden.

Das fünfte Element reloaded

Der Film will so sehr mit Das fünfte Element verglichen werden

Der 40 Jahre verspätete Film muss sich diesen Vorwurf sehr wohl gefallen lassen. Immerhin merkt man dem Werk zu jedem Zeitpunkt die Handschrift seines Schöpfers Luc Besson (Das fünfte Element) an. Valerian will sogar so sehr mit Das fünfte Element verglichen werden, dass Referenzen und Hommagen daran an jeder Ecke des Films mit dem Holzhammer verabreicht werden. Allein die Entscheidung, Supermodel Cara Delevingne als weibliche Protagonistin Laureline zu besetzen, lässt unleugbare Parallelen zu Milla Jovovichs Hollywood-Durchbruch spüren.

Die Handlung

Die Handlung von Valerian – die Stadt der tausend Planeten spielt im Jahr 2550, und erzählt die Geschichte zweier Militär-AgentInnen, die einen Kriminalfall auf der Raumstation Alpha lösen müssen. Dabei kommt AgentInnen-Pärchen mit unzähligen außerirdischen Kulturen in Kontakt, und erlebt so manch surreales Weltraum-Abenteuer. Utopisch-futuristische Sozialstudien, gesalzen mit einer Prise europäischem Humor, finden sich in Valerian zuhauf, wenn auch nicht ganz so witzig und charmant verpackt wie im genannten Vorlagewerk.

Leider merkt man der Handlung des Films streckenweise deutlich an, dass große Teile seines gigantischen Budgets ins Special-Effects Department geflossen sein dürften, statt ins Drehbuch. Ich spiele dabei insbesondere auf eine gewisse Verfolgungsjagt durch einen transdimensionalen Marktplatz an, bei dem man die logik-Hälfte seines Gehirns lieber auf Stand-by geschalten lassen sollte.

Die Charaktere

Auch die Chemie zwischen den beiden ProtagonistInnen Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) köchelt während der 138 Minuten Spiellänge durchwegs auf Sparflamme. DeHaan kaufe ich seine Rolle als Womanizer und knallharter Elite-Agent weniger ab, als die des zerrissenen Harry Osborne in Amazing Spiderman. Und Delevingnes schauspielerisches Talent beschränkt sich aktuell noch auf eine, zugegeben, sehr filigrane Augenbrauen-Akrobatik. Oft beschlich mich das Gefühl, dass die CGI-Aliens in Valerian mit mehr Facettenreichtum und Tiefe ausgestattet sind, als die teuer gecasteten Hollywood-SchauspielerInnen. Gelungene Gastauftritte von Ethan Hawke, Herbie Hancock und Rihanna trösten ein wenig darüber hinweg.

Fazit zu Valerian – die Stadt der tausend Planeten (Bernhard)

Valerian ist wie ein Lou Bega-Song

Ich hatte sehr hohe Erwartungshaltungen an Valerian. Mit Filmen wie Das fünfte Element, Leon der Profi und der Taxi-Reihe avancierte der Franzose Luc Besson zu einem regelrechten Hit-Garanten. Auf der anderen Seite stehen Projekte wie Lucy, und eben auch Valerian, die an ihren hohen Ambitionen scheiterten. Wer ins Kino geht um in einer Reminiszenz an den 90er-Hit mit Bruce Willis und Milla Jovovich zu schwelgen, wird enttäuscht aus dem Kinosaal gehen – wie ich. Wer tolle Effekte, Kostüme und Set-Designs erwartet, und sein Hirn zuhause lässt, wird Valerian aber dennoch unterhaltsam finden können. So unterhaltsam, wie einen Lou Bega-Song eben.

Wertung 7,2 Pixel

Wie eine Backmischung (Michaela)

Valerian ist an sich wie eine Backmischung aus Hollywood. Man nehme einen kleinen Teil Star Wars, eine große Portion vom fünften Element und eine Brise Avatar und schon bekommt man den perfekten Blockbaster. Naja fast zumindest. Die Unterhaltung ist auf jeden Fall gegeben. Nur die Settings und die SchauspielerInnen sind meiner Meinung nach nicht immer überzeugend. Die Geschichte hat jedoch einen netten Spannungsbogen und langweilig wird einem beim schnellen Szenenwechsel auch nicht. Wer einfach tolle Effekte genießen und nicht viel nachdenken möchte, wird bei Valerian definitiv gut unterhalten. Richtig beeindruckend sind die Kamerafahrten und die 3D-Effekte. Nur selten wird so viel Wert darauf gelegt.

Wertung: 7,6 Pixel

Wertung: 7.4 Pixel

für Valerian – die Stadt der tausend Planeten Kinokritik