Street. Life. Photography im Kunst Haus Wien: Was erwartet euch?

von Stefan Hohenwarter 11.09.2019

Gestern Abend lud das Kunst Haus Wien zur Eröffnung der Ausstellung Street. Life. Photography und ich war mittendrin statt nur dabei. Was euch in der Ausstellung erwartet, erfahrt ihr hier.

Street. Life. Photography. Street Photography aus sieben Jahrzehnten

Die Ausstellung des Hauses der Photographie/Deichtorhallen Hamburg u.a. mit Werken aus der Sammlung F.C: Gundlach, Hamburg kam nach dem Debüt 2018 in Hamburg nun als zweite Station in Zusammenarbeit mit dem Kunst Haus Wien in die Österreichische Hauptstadt. Die Ausstellung wurde von Sabine Schnakenberg (Deichtorhallen Hamburg) kuratiert und mit Verena Kaspar-Eisert (Kunst Haus Wien) für die Präsentation in Wien adaptiert. Hier wird die Ausstellung bis zum 16.2.2020 verweilen, ehe es im Herbst 2020 zur dritten Station in die Schweiz geht.

Der Zauber der Stadt

Die Stadt ist eines der wohl schillerndsten Sujets in der Geschichte der Fotografie – sie ist ein Zeitzeuge für Emotionen, Momente in einer Welt, in der die Stadt durch Globalisierung und Digitalisierung einem ständigen Wandel unterworfen ist. Umso wichtiger ist es – vor allem im Instagram-Zeitalter, in dem es nicht mehr um den perfekten Moment geht – inne zu halten und sich auf die Lauer zu setzen, um einen dieser magischen Momente einzufangen. Dies gelingt den über 35 KünstlerInnen der Ausstellung ausgezeichnet und so erlebt ihr in der Ausstellung ein breit gefächertes Potpourri aus über 70 Jahren in verschiedensten Stilen, Farben und Fokuspunkten.

Ein Themenabend mit fünf Akte

Street Life, Crashes, Public Transfer, Anonymity und Alienation

In fünf kaleidoskopartig angelegten Kapiteln behandelt die Ausstellung die zentralen Themenfelder der Street Photography und zieht die BesucherInnen in unterschiedlichste, teils surreal erscheinende Bildwelten. Von Bildern, die sich wie ein Schlag in die Bauchgrube anfühlen, über knallbunte indische Taxis bis hin zu Porträts von Kindern in britischen Arbeitervierteln haben alle KünstlerInnen ihren eigenen Stil, der alles andere als nur Zufallsfotos von irgendwelchen Straßenszenen zeigen.

Hier ein kleiner Ausblick, was euch erwartet:

KünstlerInnen:

  • Merry Alpern
  • Diane Arbus
  • Mohamed Bourouissa
  • Andrew Buurman
  • Harry Callahan
  • Yasmine Chatila
  • Maciej Dakowicz
  • Philip-Lorca diCorcia
  • Alex Dietrich
  • Natan Dvir
  • Melanie Einzig
  • Robert Frank
  • Lee Friedlander
  • Peter Funch
  • Bruce Gilden
  • Siegfried Hansen
  • Candida Höfer
  • William Klein
  • Erich Lessing
  • Leon Levinstein
  • Lies Maculan
  • Melanie Manchot
  • Jesse Marlow
  • Mirko Martin
  • Rudi Meisel
  • Lisette Model
  • Loredana Nemes
  • Arnold Odermatt
  • Harri Pälviranta
  • Martin Parr
  • Doug Rickard
  • Andrew Savulich
  • Axel Schön
  • Stephen Shore
  • Slinkachu
  • Wolfgang Tillmans
  • Dougie Wallace
  • Michael Wolf

Privatsphäre vs. Kunst

Bei der Street Photography kommt man selten um Menschen, die potentiell von ihrem Recht nach Privatsphäre Gebrauch machen können, herum. Also wie soll man nun damit umgehen. Wenn ein(e) KünstlerIn zuerst immer die Leute um Erlaubnis fragen würde, kämen wohl viele dieser beeindruckenden Shots nicht zustande. Womit man sich die philosophische Frage stellen muss, ob Kunst vor Themen wie dem Schutz der Privatsphäre Halt machen muss oder schlägt das Argument, dass es sich dabei ja um Kunst handelt, das persönliche Recht?

Street. Life. Photography. im Kunst Haus Wien: Zusammenfassung

Der gestrige Eröffnungsabend war ein voller Erfolg – das Kunst Haus Wien, die Wien Holding aber auch Haus der Photography freuen sich über eine gut besuchte Eröffnung, aber auch das Publikum kommt mit gratis Eintritt, gut gewählten Eröffnungsworten (u.a. Kuratorin Verena Kaspar-Eisert oder Direktorin Bettina Leidl) sowie dem anschließenden Come-Together im Innenhof bei Getränken und Würstchen vom Radatz voll auf seine Kosten.

Die Ausstellung, die euch in fünf Kapiteln unterschiedlichste Momentaufnahmen verschiedener KünstlerInnen näherbringt, ist in den letzten beiden Stockwerken des Kunst Haus Wien zu sehen. Von digitaler Fotografie über Kleinbildkamera- und Großbildkameraaufnahmen bis hin zu Schwarz-Weiß-Fotografie präsentiert die Ausstellung verschiedene Macharten und Stile im urbanen Setting, die verzaubern, erstaunen, bewegen aber auch bedrücken.

Das ist die Kunst der Street Photography, die ganz entgegen des kurzlebigen Instagramtrends mit Tausenden neuen Fotos jeden Tag vielmehr Tage verbringt, um ein perfektes Foto zu erwischen. Diese Entschleunigung und der Fokus auf das Beobachten – das Finden eines perfekten Moments ist es – der mich bei Street. Life. Photography-Ausstellung besonders gefesselt hat.

Falls ihr Lust auf die Ausstellung bekommen habt, so habt ihr noch bis zum 16.2.2020 die Möglichkeit, dem Kunst Haus Wien einen Besuch abzustatten.

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