Der beliebteste Protagonist aus Ubisofts Meuchelmörder-Franchise, Ezio Auditore da Firenze bekommt seine eigene Remaster-Sammlung für die aktuelle Konsolengeneration spendiert! Mein Assassin’s Creed: The Ezio Collection Test verrät euch, ob der Kauf der Neuauflage lohnt!

Leben und Sterben eines Assassinen

Die ganze Geschichte der Assassin’s Creed Franchise, besonders das verworrene Gegenwarts-, Vergangenheits- und First Civilization-Gedöns hier in meinem Ezio Collection Test aufzugreifen und komplett aufzudröseln, wäre vollkommen übertrieben. Immerhin kann man dazu bereits einen mehrere hundert Seiten dicken Almanach kaufen. In einem anderen Artikel habe ich zudem bereits erklärt, wer Ezio Auditore da Firenze ist und durch welche Umstände er unter die Haube – Verzeihung: Assassinenenkapuze – kommt. Darum lasse ich diesen Abschnitt in meinem Ezio Collection Test aus.

assassins-creed-the-ezio-collection_20161122201049Kurzum kann man die Geschichte aber so zusammenfassen: In der nicht allzu fernen Zukunft wird der New Yorker Barkeeper Desmond Miles von Abstergo, einem ominösen Konzern, hinter dem sich der Tempelritterorden versteckt und der sich mit genetischer Erinnerung beschäftigt, gekidnappt. Während seiner Gefangenschaft, die sich über den Serienerstling erstreckt muss er immer wieder in den sogenannten Animus steigen. Dieser Neurocomputer kann die genetisch vererbten Erinnerungen der Vorfahren aus der eigenen Blutlinie als Computersimulation erlebbar machen.So will Abstergo die sogenannten Eden-Pieces, unheimlich mächtige Relikte der ersten Zivilisation, ausfindig machen.

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Hier schließt sich der Kreis zum Cocktail-Mixer Miles.Der entstammt nämlich – zu seinem Unwissen – einer langen Ahnen-Reihe von Assassinen. Zu denen zählen unter anderem Altair Ibn-La’Ahad, der Protagonist aus Assassin’s Creed und eben auch die Signores Auditore da Firenze. Um die komplette Lebensgeschichte des Namensgebers der Ezio Collection geht es selbsterklärenderweise in der Spielesammlung.

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Dessen Abenteuer erstrecken sich über die drei Spiele Assassin’s Creed II, AC: Brotherhood und AC:Revelations, sowie zwei Filme, namentlich AC: Lineage und AC: Embers. Ersterer ist ein ca. 40 Minuten langer Live.Action Film in drei Akten, zweiterer ein Animationsfilm. Und all das bekommt ihr grafisch aufgewertet in einer Box mitsamt aller DLCs.

Climb. Kill. Collect. Repeat!

Wenn man eines über Assassin’s Creed II, das erste Spiel der Sammlung, in meinem Ezio Collection Test sagen kann, dann, dass es wohl der Start für die sogenannte Ubisoft Formel war. Klar. Türme besteigen und Flaggen-Sammeln gab es auch schon im Ur-AC. Aber ab Teil 2 der Meuchelmörder-Serie wurde dieses Schema U(bisoft) auf die Spitze getrieben. Egal ob Federn, Siegel, Glyphen, Waffen und Rüstrungssets – Assassin’s Creed II ist des Sammlers feuchter Traum!

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Zwischenzeitlich wird dann auch mal die ein oder andere Zielperson verfolgt und schlussendlich ausgeschaltet, ein Fiesewicht verprügelt, ein Parkour-Rennen gelaufen und dergleichen, aber das Spielprinzip wiederholt sich – egal ob in AC: Brotherhood und auch AC: Revelations – ein ums andere Mal.

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Fairerweise muss man dazusagen, dass die Tower-Defense-Einlagen in Brotherhood oder der Kletterhaken in Revelations das Spielgefühl homöopathisch verändern und die schiere Masse an Nebenbeschäftigungen durchaus Abwechslung vorgaukelt. Aber wer mit repetitiven Mechaniken nicht klarkommt MUSS von jedem AC, vielleicht sogar von jedem Ubi-Open-World-Game, Abstand halten!

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Ich persönlich mag dieses Mantra-artige-Spielprinzip und werde es daher in meinem Ezio Collection Test nicht negativ bewerten, aber gesagt werden muss es. Nachdem die meisten SpielerInnen mit der Reihe, wie auch den immer wiederkehrenden Spielmodi/Kritikpunkten gleichermaßen vertraut sind, kommen wir zum Kernpunkt eines jeden Remaster Reviews, der Grafik.

Remaster nach Augenmaß?

Wenn die aktuelle Generation etwas für sich verbuchen kann, dann wohl den Ehrentitel als Games-Recycling-Halde. Teilweise werden Spiele, die noch nicht mal zwei Jahre auf dem Buckel haben, neu aufgelegt. Besonders unrühmlich tut sich da natürlich Sony hervor, die bis zum heutigen Tag eine Abwärtskompatibilität der PS4 abstreiten, um jeden Exklusivtitel aus PS3-Zeiten noch einmal an den Mann/die Frau bringen zu können. Aber ich schweife ab.

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Das zu Erwähnen ist aber durchaus legitim, denn wenn in Bezug auf PS4 oder Xbox One der Begriff „Remaster“ fällt, sind die Kampfbegriffe 1080p und 60FPS sicher nicht weit. Meiner Meinung nach reicht das aber nicht für eine wirklich gute Neuauflage. Immerhin wären das – in PC-Maßstäben gemessen – bereits zur damaligen Zeit nur zwei Mausclicks im Menü gewesen und das hat man auch nicht Remaster genannt! Da muss schon mehr gemacht werden! Das hat Ubisoft auch gemacht, allerdings ist das Ergebnis ein zweischneidiges Schwert.

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In meinem Ezio Collection Test stelle ich zu meinem Wohlwollen fest, dass alle Teile der Sammlung mit einer höheren Sichtweite und um einiges satteren Farben überzeugen können.Auch die meisten Texturen sind nun schärfer, aber eben nur die meisten! Gelegentlich sieht man an manchen Bauwerken, NPCs oder anderen Elementen der Spielwelt äußerst verwaschene Tapeten kleben.

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Zusätzlich ist anzumerken, dass fast alle Figuren im Spiel einen seltsamen Silberblick aufweisen. Vielleicht ist mir das vor ein paar Jahren beim Zocken der Last-Gen-Versionen nur nicht aufgefallen, dass hinsichtlich der Proportionen irgendwas mit den Gesichtszügen nicht stimmt oder ich bin in optischer Hinsicht dank mancher Current-Gen-Grafik-Pornos mittlerweile zu verwöhnt. Bei einem NPC in der Einleitungssequenz ist dieser Kritikpunkt allerdings mehr als offensichtlich! (links im nachfolgenden Bild)

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Was außerdem schrecklich ist, ist die Tatsache, dass die Steuerung nach wie vor oftmals hakelig ist und Ezio sich oftmals irgendwo in den Hauswänden verhakt. Auch viele Glitches sind aus den Last-Gen-Versionen mit ins Remaster gewandert

Das Fazit zum Ezio Collection Test:

Redaktionsintern bin ich ja als Ubi-Fanboy verschrien und teilweise ist das auch wahr. Ich mag viele Titel der Franzosen, mögen sie in Sachen Gameplay noch so formelhaft sein, wirklich gerne. Besonders angetan hat es mir aber wirklich die Assassin’s Creed Reihe und an die Trilogie mit dem Florentiner denke ich wirklich gerne zurück! Mein Ezio Collection Test soll aber nicht nur von dieser Nostalgie getrübt sein.

Positiv kann ich nach wie vor vermerken, dass der spielerische Aspekt definitiv nichts für mich an Reiz verloren hat, egal wie repetitiv er auch sein mag. Die Story ist zwar sehr verworren, aber auch die Epik rund um Desmond, Ezio und die zahlreichen historischen Gestalten, sowie die First Civilization hat Kultcharakter. Auch in Sachen Umfang kann die Spielsammlung überzeugen. Immerhin erwarten euch gleich drei ganze Serienteile mitsamt aller DLCs und als Boni noch die zwei Filmchen über Ezio, was euch definitiv gute 100 Stunden bei Stange halten sollte, auch wenn die Multiplayer-Parts ausgelassen wurden. Das finde ich aber nicht sonderlich schlimm, erschienen die mir damals schon eher lieblos hingeklatscht.

Aber grafisch bin ich aus meinem Ezio Collection Test sehr ernüchtert rausgegangen.Die 1080p und 60 FPS sind für SpielerInnen der Last-Gen-Versionen kaum ein guter Kaufgrund. Die erhöhte Sichtweite und satteren Farben können auch nicht über die staksigen Animationen, die Glitches und die 1-zu-1-übernommene, hakelige und nicht im Ansatz verbesserte Steuerung hinwegtäuschen.

Wer also nicht total gerne in Nostalgie schwelgt und mit Ezio schon damals auf der PS3, beziehungsweise Xbox 360 über die florentinischen,römischen oder byzantinischen Häuserschluchten getänzelt ist, kann sich die Ezio Collection getrost sparen! Wer diese großartige Trilogie allerdings bisher ausgelassen hat und über die altbackene grafische Präsentation hinwegsehen kann, darf gerne zugreifen!