Mirai Das Mädchen aus der Zukunft Kritik: Mamoru Hosodas neues Meisterwerk?

von Stefan Hohenwarter 07.04.2019

Gestern nachmittag ging es für mich ins filmcasino Wien um dem exklusiven Preview-Event von Mirai Das Mädchen aus der Zukunft beizuwohnen. Als großer Mamoru Hosoda-Fan war ich gespannt, ob mir der nebenbei erwähnt für einen Oscar und Golden Globe nominierte Film überzeugen wird.

Worum geht’s?

„Regisseur und Autor Mamoru Hosoda ist bekannt geworden für seine fantasievollen Filme. Sie alle verbindet die Bedeutung der Familie. Auch in Mirai Das Mädchen aus der Zukunft ist dies der Fall. Hosoda greift auf seine eigenen Erfahrungen als Vater zurück und beschert uns damit witzige, nachdenkliche, traurige und glückliche Momente. Die Ankunft eines neuen Familienmitglieds ist ein außergewöhnliches Ereignis, aber jedes Familienmitglied nimmt dies anders wahr. In Mirai entfaltet sich die Geschichte aus dem Blickwinkel des vierjährigen Kun, der mit der Geburt seiner kleinen Schwester plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt der elterlichen Aufmerksamkeit steht. Und das stört ihn gewaltig.

Mirai Das Mädchen aus der Zukunft erzählt nicht nur die Geschichte eines Bruders und seiner Schwester, sondern auch die seiner Eltern, Großeltern und Urgroßeltern.“ (Quelle: Offizielle Filmwebseite)

Auszeichnungen

Falls ihr keine großen Oscar- oder Golden-Globes-Fans seid, so sei an dieser Stelle erwähnt, dass Mirai Das Mädchen aus der Zukunft unter anderem bei beiden Filmauszeichnungen als „Bester Animationsfilm“ nominiert war.

  • Cannes 2018: Director’s Fortnight
  • Oscars 2019: Nominiert als Bester Animationsfilm
  • Golden Globes 2019: Nominiert als Bester Animationsfilm
  • Annie Awards 2019: Bester animierter Independent-Spielfilm
  • SITGES – Anima’t Award 2018: Bester Spielfilm

Regisseur Mamoru Hosoda im Spotlight

Als langjähriger Animefan kenne ich Hosoda-san schon seit einigen Jahren und zwar nicht erst seit seinem ersten großen Hit Das Mädchen, das durch die Zeit sprang (2006). Mit Summer Wars (2009) zeichnet er für einen meiner absoluten Anime-Lieblingsfilme verantwortlich, der seit kurzem auch auf Netflix zu sehen ist. Im Dreijahrestakt ging es mit Werken von Hosoda weiter: 2012 erschien mit Ame & Yuki: Die Wolfskinder ein überaus bewegendes Abenteuer. Weitere drei Jahre danach durften sich die Fans des Animeregisseurs mit Der Junge und das Biest auf einen neuen Anime freuen ehe Mirai Das Mädchen aus der Zukunft 2018 die Premiere feierte.

Optisch und akustisch top

Wie auch Ame & Yuki oder Der Junge und das Biest entstand Mirai Das Mädchen aus der Zukunft, wie bereits erwähnt, unter der Leitung von Mamoru Hosoda im von ihm gegründeten Animationsstudio Chizu. Das Studio hat erneut ganze Arbeit geleistet und einen Film für jung und alt erschaffen, der an den richtigen Stellen mit passender musikalischer Untermalung zu punkten weiß. Aber auch KAZÉ Deutschland muss man loben, denn der Publisher hat offenbar keine Kosten und Mühen gescheut, um uns eine ansprechende Lokalisierung zu spendieren. Die Stimmen passen zu den Charakteren und sind meiner Meinung nach richtig gut besetzt.

Mirai Das Mädchen aus der Zukunft Kritik: Das Fazit

Hosoda erzäht mit Mirai Das Mädchen aus der Zukunft die Geschichte einer Familie, die sich ob des zweiten Kindes mit vielen neuen Herausforderungen herumschlagen muss, aus dem Blickwinkel des ersten Kindes Kun. Der Junge muss verarbeiten, dass er nicht mehr alleine im Mittelpunkt steht und dabei helfen ihm Familienmitglieder aus der Zukunft und Vergangenheit.

Entgegen meiner Erwartung hat mich Mirai Das Mädchen aus der Zukunft nicht vollends überzeugt – ich kann den einzelnen Treffen mit Personen aus der Zukunft und Vergangenheit der Familie einiges abgewinnen, doch fehlte mir abseits von Kun der verbindende rote Faden im Film. Vielleicht geht es nur mir so, aber für mich wirkte es ein wenig, als hätte Hosoda seine bisherigen Werke versucht hier mit aufzuarbeiten. So treffen wieder ein Mädchen aus einer anderen Zeitepoche, einen Hund, der an Ame & Yuki erinnert, und vieles weitere kleine Details, die mich in Erinnerungen schwelgen ließen.

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