Die Schöne und das Biest – Premiere in der Wiener Stadhalle

von Michael Neidhart 09.11.2018

Die Schöne und das Biest feierte am Donnerstag, 8.11.2018, Premiere in der Wiener Stadthalle. Das von Disney aufgegriffene französische Volksmärchen erlebte dank einer Neuverfilmung aus dem Jahr 2017, mit Emma Watson als Belle, eine Art Revival. Das Budapester Operetten- und Musicaltheater zeigt das Musical nun im Winter 2018/19 erneut  in Deutschland und Österreich.

Die Schöne und das Biest – klassisch inszeniert

Zur Story von Disneys Die Schöne und das Biest muss ich nichts mehr sagen. Die zeitlose Liebesgeschichte, die dazu motivieren soll, hinter eine manchmal wenig hübsche Fassade zu blicken, ist dem westlichen Publikum bestens bekannt. Nach diesem Motto zieht das Budapester Ensemble alle Register. Opulente Kostüme, ein drehbares Bühnenbild, das verschiedene Räume des verzauberten Schlosses darstellt und Lichteffekte sollen das Publikum verzücken. Über weite Strecken gelingt das hervorragend, was vor allem an den sehr sympathisch agierenden DarstellerInnen liegt.

Allen voran der von Ádám Bálint grandios gespielte Lumière nimmt das Publikum bei der Hand und führt gefühlvoll durch die Geschichte. Daneben überzeugten an diesem Premierenabend auch Sándor Barkóczi als Biest und Attila Serbán als mit dem Publikum kokettierender Lefou. Das Zentrum der Bühne beherrscht eine drehbare Konstruktion, die verschiedene Räume des Schlosses zeigt. Hier springt und läuft das Biest knurrend und verärgert herum. Im Hintergrund welkt die blätterverlierende rote Rose, die das drohende Unheil symbolisiert.

© Stefan Malzkorn

Eine Inszenierung mit Humor

Damit der Abend nicht gar zu ernst wird, darf an manchen Stellen auch gelacht werden. Das Biest sorgt mit der unsicheren Art eines verliebten Teenagers für Abwechslung und die Dialoge zwischen Lumiére und Herrn von Unruh sind einfach köstlich. Den DarstellerInnen gelingt es, den Charme der Geschichte zu transportieren. Das ist, beim sicher in vielen Hinterköpfen arbeitenden Vergleich mit der Hollywoodverfilmung, ein oftmals schwieriges Unterfangen. Zu einem bekannten Thema etwas Neues hinzuzufügen ist keine leichte Aufgabe.

Das Orchester des Budapester Operetten- und Musicaltheaters spielt die Stücke allesamt gut und fängt gleich beim Anklang der Ouvertüre das Publikum ein. Irritierend waren lediglich die Stroboskop-Effekte, auf die ein Zettel beim Einlass hinweist. Es ist nicht so recht erkennbar, wofür diese eingebaut wurden. Zweimal verstärken sie ein Gewitter, was aber nicht wirklich notwendig ist. Insgesamt 41 DarstellerInnen machen Die Schöne und das Biest zu einer tollen Bühnenshow und sorgen in den großen Szenen für ein opulentes Spektakel. Ganz besonders gelungen ist die Dinner-Szene, bei der Teller, Gläser, Besteck und allerhand anderes Küchengeschirr die Bühne beherrschen und eine tolle Choreographie zeigen.

Gelungene Premiere

Das Budapester Operetten- und Musicaltheater tourt nun schon länger mit seiner Inszenierung von Die Schöne und das Biest durch den deutschsprachigen Raum. Die DarstellerInnen bringen ihre Performance gekonnt auf die Bühne, alles wirkt solide und gut eingespielt. Natürlich lebt das Musical von der tollen Musik und dem Mythos, der inszwischen allen Disney-Produktionen anhaftet. Hier kann eigentlich nichts schief gehen und das Pubikum erwartet ein gelungener Abend. Für Disney-Fans auf jeden Fall eine Empfehlung und insgesamt ein schöner Abend für die ganze Familie. Noch bis 18.11.2018 gastiert das Ensemble in der Wiener Stadthalle F.

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