Das E3 2018-Preview zu Cyberpunk 2077: Grandioses Game der Witcher-Macher

von Mandi 14.06.2018

Wow! Das nächste Spiel von CD Projekt Red (The Witcher 3) namens Cyberpunk 2077 sieht eindrucksvoll aus. Auf der E3 2018 gab es eine Demo hinter verschlossenen Türen. Was die 50 Minuten Gameplay so hergaben, lest ihr hier in diesem Preview!

Wie Deus Ex, GTA und Witcher in einem?

Die ersten Gameplay-Szenen lassen einiges erahnen. Gleich vorweg: Einen Releasetermin hat CD Projekt Red nicht genannt, abgesehen von „wenn es fertig ist“. Cyberpunk 2077 lässt sich am besten mit Deus Ex vergleichen, jedoch mit verfeinertem Gameplay und weniger Tarnung. Viel Gewalt trifft auf eine Vielzahl von feingliedrigen Quests, das kennen wir schon von The Witcher 3. Es gibt viele verschiedene Waffen, und eine ganze Menge Autos, mit denen ihr herumfahren dürft. Wie sehr der Fokus auf den einzelnen Themen liegt, muss sich erst noch herausstellen. Der Mix jedoch ist genial!

Cyberpunk 2077 spielt ihr aus der Ego-Perspektive, das ist dem Shooter-Fokus geschuldet. Und doch ist es ein Rollenspiel im Herzen – das Game fühlt sich erfrischend anders an. Der Titel strotzt vor Technologie, unterschiedlichsten Charakteren und heftiger Sprache. Wo spielt sich alles ab? Night City, eine fiktionale Stadt im freien Staate Nordkaliforniens, dient als Hub. Es gibt sechs verschiedene Distrikte: das Stadtzentrum, Watson (Firmengelände), Westbrook (Luxuszone), Heywood (Vorort), Pacifica (Gang-Ghetto) und das Industriegebiet Santo Domingo.

Ihr könnt eure Spielfigur namens V völlig frei anpassen. Sowohl die weibliche als auch die männliche Variante sind voll vertont worden. Nicht nur das, ihr könnt das Gesicht nach Herzenslust anpassen! Euer Avatar bekommt dann noch einen Werdegang, ein prägendes Lebensereignis sowie einen Grund für den Aufenthalt in Night City verpasst. Das erinnert irgendwo an Mass Effect und andere RPG-Titel, wir dürfen gespannt sein, wie sehr sich CD Projekt Red an die Cyberpunk-Vorlage hält.

Rollenspiel trifft auf Story und Action zugleich

Nachdem ihr euren Charakter von Cyberpunk 2077 fertig habt, gilt es noch, eure Attribute zu vergeben. Diese teilen sich wie folgt auf: Stärke, Konstitution, Intelligenz, Geschicklichkeit, Technik und Coolness. Kein Scherz, die beiden letzten Punkte sind tatsächlich im Spiel enthalten! Drei Klassen sind derzeit bekannt, die im Englischen Netrunner, Techie und Solo heißen. Allerdings entscheidet ihr euch nicht für eine Klasse, sondern mischt hier Fähigkeiten und Talente durch.

Das erinnert wieder an Mass Effect – wir dürfen gespannt sein, wie der Mix aufgeht und ob es beim Balancing Probleme gibt! Dann geht es los mit der Action. Die Demo ließ V ein Apartment auseinandernehmen, in dem sich eine Gang breitgemacht hatte. Viel Schussgewalt, ein wenig Deckung suchen, und markiger Dialog wechselten einander nahtlos ab. Eine Schwerverletzte wird von Rettungskräften einkassiert, bevor ihr in der Wohnung von V seid. Die Mission ist relativ rasch geschafft, und hier zeigt CD Projekt Red, dass an alle gedacht wurde.

Auch Cyberpunk 2077 schreckt nicht vor delikaten Szenen zurück, wie sie The Witcher 3 im Bad, am Einhorn oder gleich zu Beginn hatte. So werdet ihr früh mit einem prächtigen Hinterteil überrascht! Weiter im Text: Ihr kommt über Umwege zu einer einflussreichen Person, einem „Fixer“ namens Dexter DeShawn. Er ist ein wichtiger Mann, der V dazu einlädt, ihn nach einem kleinen Test zu unterstützen. Es gilt in der folgenden Quest, einen Roboter von einer Gruppe von Dieben zurückzuholen. Wie ihr das anstellt, ist euch überlassen, es gibt laut CD Projekt Red mehrere Lösungswege.

Augmentierungen, Cruisen und Ballern

Bei den sogenannten „Ripperdocs“ könnt ihr euren Körper und eure Tools aufwerten. Ein optischer Scanner? Kein Problem. Bessere Waffenhalterungen? Längst gekauft. Seid ihr bereit für die Quest, steigt ihr in das Auto und fährt los. Das Entwicklerteam hinter Cyberpunk 2077 hält fest: Fahren wird ein notwendiger Bestandteil sein, um in Night City voran- und herumzukommen. Im Auto dürft ihr (endlich!) in eine Außenansicht wechseln, ihr müsst also nicht in der Ego-Perspektive herumbrettern. Ein Teil der Umgebungen lässt sich übrigens in Schutt und Asche legen.

Von Rollenspielen inspiriert gibt es zufällige Kampfbegegnungen, in denen euer Beifahrer das Steuer übernimmt und ihr aus dem Fenster schießt. Doch nicht nur brachiale Gewalt, auch der Dialog lässt euch weiterkommen. Oft werdet ihr mit verschiedensten Dialog-Optionen konfrontiert. Wollt ihr lieb und nett sein, oder passiv-aggressiv, oder versucht ihr, alles und jeden zu betrügen? In Cyberpunk 2077 soll so gut wie alles möglich sein. Sogar Leute um ihr sauer verdientes Geld prellen wird eine Möglichkeit sein!

Wenn sich also der Spielverlauf je nach Entscheidungen ändert, könnte Cyberpunk 2077 ein ganz neues Genre aufschlagen. Lineare Rollenspiele sind nett, und genauso haben Games wie Heavy Rain oder eben Detroit: Become Human ihre Daseinsberechtigung. Doch der Mix zwischen einem RPG wie Witcher 3 und tatsächlicher Handlungsfreiheit? Es scheint, als wollte dieses Spiel genau in ebenjene Richtung gehen. Hier darf sich CD Projekt Red ruhig Zeit lassen, damit auch ihr neuester Titel einschlagen wird. Derzeit ist Cyberpunk 2077 auf dem besten Weg zum Hit!

Kleine Details am Rande

V hat eine Persönlichkeit, doch derzeit ist unklar, wie viel davon von eurer Charakter-Erstellung, von euren Aktionen und von den Vorgaben des Games kommt. Die Ausrüstung im Spiel ist mit Farben versehen. Ungewöhnliche Gegenstände sind grün, epische Ausrüstung ist lila, und so weiter. Es scheint, als hätten es einige Waffen ins Game geschafft, alle mit ihren eigenen Fähigkeiten. Sogar eine zielsuchende Pistole ist mit von der Partie, ihr müsst nicht mal mehr zielen. Sieht so die Zukunft im Jahre 2077 aus?

Nicht nur das, auch andere Dinge wurden im Laufe der Jahre verfeinert und verbessert. Die sogenannten Mantis-Klingen helfen V dabei, Gegner in Stücke zu hauen oder Wände zu erklimmen. Wie sehr dieser Free-Run-Mechanismus im fertigen Spiel eingebaut sein wird, stellt sich erst heraus. Die ersten Demos waren jedenfalls beeindruckend. Apropos Free-Running: Ihr werdet auch einen Doppelsprung freischalten können, genauso wie eine Fähigkeit à la Bullet Time aus Max Payne. Zeitverlangsamung ist immer gut!

Anstatt einem Level-System gibt es ein Street Cred-System. Je höher euer Ruf ist, umso stärker werdet ihr und umso mehr Missionen sind verfügbar. In Konversationen gibt es je nach Umstand und Attributen zusätzliche Optionen und Aktionen auszuwählen. Fakt ist: CD Projekt Red verspricht, dass Cyberpunk 2077 voller verzweigter Szenarios und Möglichkeiten ist. Und nachdem das Studio nicht nur The Witcher 3 erschaffen, sondern auch diesen E3-Teaser vollbracht hat, bin ich schwer geneigt, CD Projekt Red zu vertrauen. Fehlt nur noch ein Releasetermin!

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