Urwald-Abenteuer: Robinson: The Journey (PSVR) im Test

von Mandi 07.11.2016

Ihr seid auf einem fremden Planeten gestrandet. Um zu überleben, müsst ihr Rätsel lösen und Dinge erforschen. Ganz allein seid ihr nicht, doch euer Überleben liegt an euch. Wir haben uns durch die Wildnis gekämpft, lest hier das Review!

Quelle: playstation.com

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Die Story hinter Robinson: The Journey

Ein riesiges Raumschiff, die Esmeralda, stürzt auf einem fremden Planeten ab. Der Planet Tyson III ist alles andere als wirtlich: Raubtiere streifen umher, und viel zu essen gibt es auch nicht. Euer Protagonist Robin, ein Junge, hat sich mit einer Rettungskapsel absetzen können und bewohnt diese fortan. Über ein Jahr ist er schon auf Tyson III, und es scheint soweit ganz gut zu laufen.

Seine Rettungskapsel dient ihm als Zuhause, ein Grow-Bot sorgt dafür, dass regelmäßig Nahrung zur Verfügung steht und ein Zaun schützt ihn vor den meisten Gefahren. Doch ganz zufrieden ist er nicht damit. HIGS, ein schwebender Bot mit einem Display als Gesicht, spielt die Stimme der Vernunft in Robinson: The Journey. Diese Art zu leben sei die sicherste, sagt der KI-gesteuerte Bot, und Robin ist überzeugt, dass HIGS recht hat.

Doch Robin hat auch noch andere Bedürfnisse. Er will Freunde, Familie, einfach andere Leute treffen. So beginnt eure schicksalhafte Reise durch die Welt von Robinson: The Journey. Während HIGS sich ständig Sorgen macht und versucht, sämtliche Eindrücke irgendwie einzukategorisieren, will Robin einfach erforschen. Leben statt überleben heißt die Devise, und so macht sich das ungleiche Paar auf, um der Ursache des Absturzes und mehr auf den Grund zu gehen.

Eure Fähigkeiten und Ausrüstung

Euer Avatar steckt in einem Raumanzug, der ihn vor sämtlichen Umwelteinflüssen schützt. Dementsprechend ist Robin nur sehr langsam – eine Sprintfunktion oder Ähnliches gibt es nicht. Dafür kann Robin gut klettern, sowohl auf herausragenden Steinen und Pilzen, aber auch auf Leitern und Kabeln. Ein Multitool steht in eurer rechten Hand zu eurer Verfügung, das frappierend einem Move-Controller ähnelt.

Bevor ihr euch fragt: Nein, dieses Game wird ausschließlich mit dem DualShock-Controller und dem PSVR-Headset gespielt. Das Multitool kann Dinge hochheben und fortschießen, allerdings ist es nicht unbegrenzt mächtig. Das funktioniert nur dann fast ohne Begrenzung, während ihr euch in einem Strom-Areal aufhält. Eine zweite Funktion gibt es auch, und zwar das Scannen. Wie in No Man’s Sky könnt ihr dann Kreaturen um euch kategorisieren und genauer analysieren.

Um den Strom wiederherzustellen, benötigt ihr so manches Mal die Hilfe der Vogelperspektive. Die KI-Einheit HIGS ist gewissermaßen euer Wheatley aus Portal 2, der euch ständig mit Tipps versorgt und stets in eurer Nähe ist. Wenn ihr mit HIGS interagiert, könnt ihr euch den Blick von oben verschaffen. Einen dritten Charakter gibt es ebenfalls, und zwar die junge Dinosaurierin Laika. Sie wurde von euch gerettet und kann sogar Befehlen wie Brüllen, Folge mir und Geh dorthin gehorchen.

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Intimeres Erforschen als in No Man’s Sky

Beim Start von Robinson: The Journey bemerkt ihr sogleich den hohen Grad an Immersion. Das PSVR-Headset scheint wie geschaffen für das Game zu sein, was auch die Absicht der Jungs und Mädels von Crytek war. Es gibt eine Menge Kreaturen, die sich in der Welt von Tyson III bewegen. Alle lassen sich scannen, und bereits gescannte Tierchen haben dann keine Indikatoren mehr.

Ihr müsst nämlich beim Scan die grünen Punkte einsaugen, während ihr die roten meidet. Verschluckt ihr ein rotes Kügelchen, müsst ihr mit dem Scan von vorne beginnen. Besonders große oder unruhige Kreaturen werden so schwieriger zu kategorisieren. Doch auch die Umgebung gibt so viel mehr her, wenn ihr sie in der Virtual Reality betrachtet. Gemeinsam mit dem 3D-Sound der PSVR hört ihr Dinos über euch kreischen oder Raptoren unter euch rascheln.

Bis auf HIGS habt ihr nicht viel in Robinson: The Journey, das euch irgendwie leitet. Klar, ihr könnt euch zu jeder Zeit die Steuerung anzeigen lassen und das aktuelle Ziel, aber ansonsten heißt es erforschen. Die KI ist nicht immer ganz hilfreich, oft warnt sie euch sehr eindringlich vor dem nächsten Areal. Kleiner Tipp: Auch, wenn ihr gewarnt werdet und HIGS euch ganz und gar abrät, geht trotzdem hin. Seid einfach ForscherInnen und hört nicht auf euren Begleiter, wenn er euch warnt.

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Stärken und Schwächen im Spiel

So immersiv wie Robinson: The Journey ist eigentlich nur der Shooter RIGS – beide Titel schaffen es, euch glaubhaft zu machen, dass ihr tatsächlich im Game seid. Dazu zählen die kleinen Dinge, und Laika und euer Begleiterbot gehören ohne Zweifel dazu. Es macht Spaß, mit dem kleinen Dino Verstecken zu spielen und zum Brüllen zu bringen. Aber der fetzige HIGS mit seinen perfekt umgesetzten Display-Ausdrücken steht dem Tier in Sachen Charme um nichts nach.

Ab und zu latscht Laika aber gerne in euren Weg, was dazu führt, dass ihr rund um sie gehen müsst. Das wäre an sich ja kein Problem, nur ist euer Charakter bei einem Seitschritt derart langsam, dass ihr am besten nur geradeaus geht und die Kamera dementsprechend dreht. Mir ist schon bewusst, dass die Geschwindigkeit deshalb so herabgesetzt wurde, damit Schwindelgefühl und Übelkeit eingedämmt wurden. Dennoch ist es nervig.

Der Mix zwischen einfachen Mathe-Rätseln, dem Erforschen und Staunen sowie den Klatterpassagen ist extrem gut gelungen. Ihr merkt fast gar nicht, wie ihr länger als eine Stunde in Robinson: The Journey verbringt. Alles passt so perfekt zusammen, dass ich fast schon geneigt wäre, Robinson: The Journey zu einem Must-Have-Titel zu erklären. Aber nur fast. Dieses Game ist nämlich das einzige, das es geschafft hat, 100 % aller TesterInnen zur Übelkeit zu zwingen.

Quelle: playstation.com

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VR: Eine fast perfekte Entscheidung

Versteht mich nicht falsch: Robinson: The Journey wirkt auf PSVR überwältigend. Ihr habt sogar die Möglichkeit, die Drehung eures Charakters einzustellen, wenn ihr den rechten Stick betätigt. Doch ungeachtet der Einstellungen und Häkchen, die ihr setzen könnt, das Game wirkt einfach so intensiv, dass ihr es spürt. Ob es an der Aufmachung liegt, oder doch ein technisches Gebrechen vorliegt, ist hier mangels VR-Erfahrung nur schwer einzugrenzen.

Aufgefallen ist, dass alle Testpersonen einen anderen Übelkeitspunkt hatten. Die einen mussten kurz pausieren, als eine Höhe zu überwinden war, die anderen kamen mit der Drehung nicht zurecht. Ein Teil hatte ein absolutes Problem damit, als HIGS in der Luft zu schweben, wohingegen der andere beim Klettern w.o. gab. Ihr seht nämlich eure Hände, die ihr mit L2 und R2 zum Greifen bringt. Zielen müsst ihr mit dem Headset, was bei längeren Kletterpassagen für einiges an Halsbewegungen sorgt.

Abgesehen von der Übelkeit, die bestimmt Übungssache ist (ich kann mittlerweile ohne Probleme zwei Stunden durchspielen), macht Robinson: The Journey alles richtig. Ihr werdet in die Welt hineingezogen, und ihr spielt euch mit den kleinen Dingen, die das Game zu bieten hat. Die Feinde sind relativ leicht abzulenken, aber alles andere als doof, die Welt ist glaubhaft und eure beiden Begleiter einfach nur markig und niedlich. So muss ein Spiel aussehen.

Robinson_Teaser

Klare Empfehlung für Robinson: The Journey

Kleine Steuerungshoppalas plagen diesen Titel, das ist wahr. Aber wenn man darüber hinwegsieht beziehungsweise sich daran gewöhnt, ist Robinson: The Journey wohl einer der immersivsten Titel, die es für PSVR gibt. Die Hintergrundgeschichte ist gut aufgemacht und gibt euch ein Gefühl, was auf der Esmeralda so passierte. Der fliegende Bot HIGS kann ohne Weiteres den Begleiter des Jahres mimen, so klug wurde er designed, und das Dinobaby Laika ist nur noch süß.

Robinson: The Journey wird euch ohne Probleme für einige Stunden fesseln, wenn ihr das Game so spielt, wie es von Crytek erdacht war. Haltet ihr euch streng an die Storyline, ohne irgendetwas zu erkunden, benötigt ihr nicht mehr als zwei Abende. Dieser Titel zeigt jedoch eindrucksvoll, was mit VR alles möglich ist. Ihr könnt erforschen, ihr könnt beobachten, und das Gefühl, nur ein kleiner Mensch inmitten einer riesigen Welt zu sein, wird perfekt transportiert.

Nichts schlägt den Moment, wenn sich vor euch ein Langhals-Dino aufbaut oder ihr zum ersten Mal einen Raptor seht. Die Gefahr ist fast greifbar, und da stört es mich nicht, dass das Spiel keine Move-Controller unterstützt. Ja, die linke Hand von Robin hängt im ganzen Spiel eher lax an seiner Seite und generell fehlt der Körper des Protagonisten (was in RIGS gut gelöst wurde). Wenn ihr Fans der Erforschungs-Idee von No Man’s Sky seid und Urwaldthemen wie Dinos und Dschungel mögt, werdet ihr Robinson: The Journey lieben. Garantiert.

Wertung: 9 Pixel

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