The Division: Untergrund(PS4) im Test

von Max Hohenwarter 23.08.2016

Seit dem 2. August steht nun die erste kostenpflichtige Erweiterung von The Division, namentlich Untergrund, zum Download bereit! Ein Grund für mich, wieder ins verseuchte Manhattan einzutauchen. Ob es tatsächlich so stinkt, beziehungsweise keinen Spaß macht, wie die Entwickler sagen?

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Quelle: Ubisoft

Um das festzustellen braucht es wohl eine kleine Bestandsaufnahme. Seit Vanilla-The Division hat Massive mit mal mehr, mal weniger großem Erfolg versucht, Content ins Agentenspektakel zu bringen, größere Bugs auszumerzen und besonders gewisse Komfortupgrades wie eine Lagerkiste in jedem Dark Zone Checkpoint zu machen. Dringend notwendig wäre auch noch eine übersichtlichere Inventar-UI, besonders die kosmetischen Gegenstände muss man erst einmal nacheinander anprobieren, weil es keine Vorschauoption, geschweige denn tatsächliche Ordnung gibt!

Incursions – oder: die Quadratur des Kreises

Das erste Update brachte bereits die Übergriffe mit sich – bis dato sind drei dieser Einsätze veröffentlicht worden. Diese Incursions sind besonders schwere Gruppenmissionen ohne Neustartmöglichkeit, an deren Ende das mitunter beste Loot und Gear als Belohnung wartet. Damit ergibt sich aber auch schon wieder das nächste Problem. Damit ihr die Übergriffe überhaupt auf dem lohnenden „herausfordernd“-Schwierigkeitsgrad übersteht, braucht ihr eigentlich schon die Ausrüstung, die ihr erst durch das Spielen der Missionen auf herausfordernd bekommt!

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The Division: Untergrund – Quelle: gamepressure.com

Gernerell ist The Division in der Abstufung seiner Difficulty-Levels etwas mau, denn während man auf schwer noch relativ leicht durch fast alle Einsatzarten wandert, ist dies auf herausfordernd schon ganz anders. Zusätzlich gibt es seit dem letzten Update auch noch den „heldenhaft“-Modus und dass der wiederum in keinem Verhältnis steht, ist anzunehmen. Ich persönlich konnte mich noch nicht in einen Übergriff, geschweige denn diesen Schwierigkeitsgrad stürzen, weil mir schlichtweg das passende Gear fehlt, das ich wiederum nur in… Ach lassen wir das! Ich drehe mich im Kreis

So. Much. Endgame?

In Sachen Endgameaktivitäten gibts zum Status quo auch einige Neuerungen. Ab sofort warten drei unterschiedliche Tagesherausforderungen, Daily Missions auf „schwer“ beziehungsweise „herausfordernd“, Wochenherausforderungen und spezielle ISAC (die SHD-KI/Agentenuhr) Wochenherausforderungen auf euch in der ihr unterschiedlichste Belohnungen, die aber nur begrenzt attraktiv sind, abstauben könnt! Wie bereits erwähnt ist das beste Loot woanders zu kriegen. Allesamt sind diese unterschiedlichen Activities aber eher so meh! Abwechslung gibt es nicht und schon von einer Woche auf die nächste sind wieder nahezu die gleichen Teilziele zu erledigen. Seit Vanilla-The Division hat sich also auch in Sachen Abwechslungsreichtum nichts getan.

Verschlimmbesserung scheint eines der Mottos von Massive zu sein. Die namentlich bekannten Ziele, die immer irgendwo in Manhattan zu finden waren, kann man nun gezielt bei den Offizieren für hochrangige wöchentliche und tägliche Ziele ausforschen lassen. Die beiden machen das aber nicht für lau. Dazu benötigt ihr sogenannte Zieldaten, die ihr wiederum bei sogenannten „Suchen und Zerstören„-Aufträgen in den Safe-Houses erhalten könnt. Insofern müsst ihr zwar nicht mehr so lange durch New York spazieren, bis ihr einen dieser dicken Brocken findet. Obwohl: doch! Müsst ihr in Summe doch, da ihr ja erst die Infos zur Lokalisierung farmen müsst! Ein Lichtblick ist aber, dass man bei den Informationsgebern auch erfährt, welche Belohnung für die entsprechenden Ziele erhält und wie schwer diese zu erlegen sein werden.

Soviel Nutzlosigkeit!

In dieser Kategorie kann The Division dann doch punkten, leider! Es gibt dutzende unterschiedliche Schießprügel diversester Hersteller. Das ist ja an und für sich super. Blöd nur, dass die meisten Varianten hinter anderen herhinken und zwar so weit, dass zum Schluß fast jeder Agent mit dem selben Loadout operiert! Das heißt im Endgame kann man gewisse Waffenmodelle komplett kübeln und so wird die immense Auswahl dann gleich wieder ordentlich dezimiert.

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The Division: Untergrund – Quelle: gamepressure.com

Nutzloses Feature Nummer 2 sind die bis zu vier Agenten, die ich mir in The Division anlegen kann. Ich persönlich habe einen Primary Char, den ich die meiste Zeit spiele und den zweiten hab ich mir nur erstellt, weil ich mit einem Kumpel einen neuen beginnen wollte. Diese Agentin darbt aber seit geraumer Zeit dahin, weil dieser besagte Kumpel The Division nach kürzester Zeit wieder links liegen ließ. Die unglaubliche Flexibilität, die jeder Charakter bietet, da Fähigkeiten und Talente jederzeit und on the go gewechselt werden können, machen Twinks oder Zweitcharaktere eigentlich obsolet. Wie wärs mit etwas Spezialisierung? Sogar Destiny hat mit The Taken King, bzw. schon mit wenigstens drei unterschiedlichen Klassen punkten können!

Going deeper Untergrund

Mit Update 1.3 ist nun der erste kostenpflichtige DLC Untergrund erschienen. Und was bringt der so mit sich? Nunja: ein paar neue Ausrüstungssets, Waffen und eine weitere Incursion in der man mit den Four Horseman – vier ganz besonders garstige Cleaner – aufräumt. Aber die größte Neuerung wartet natürlich im namensgebenden Untergrund. Vom neuen, unter der Operationsbasis gelegenen Social-Hub, dem Terminal aus, gehts noch ein paar Stockwerke tiefer ins taktische Operationszentrum. Dieser Komplex bildet das Herzstück des Untergrund-DLCs. Von hier aus startet ihr in die Untiefen der tatsächlichen New Yorker Unterwelt! Unendlich viele Tunnelsysteme, U-Bahn-Stationen und Kanalsysteme warten darauf, euch ihr Loot, aber auch ihre Fallen und Gegnerscharen zu offenbaren.

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The Division: Untergrund – Quelle: gamepressure.com

Doch was genau macht man im Untergrund außer in diversen Levelschläuchen zu looten, zu leveln und Gegner über den Haufen zu schießen? Nunja: nichts. That’s it. In Sachen Spielprinzip ändert sich im Vergleich zu den Hauptmissionen überhaupt gar nichts. Schalte dieses oder jenes Ziel x aus, zerstöre y Vorräte, befreie/unterstütze JTF Trupp z, Schläferbusiness as usual also.

Play as you wish

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das mit ’unendlich’ in Untergrund ist tatsächlich so gemeint war, denn alle Einsätze sind zufallsgeneriert. Es wird zwar passieren, dass euch diverse Versatzstücke immer mal wieder bekannt vorkommen, aber persönlich muss ich gestehen, dass dies zumindest die schönsten Dungeons sind, in denen ich seit langem spielen durfte! Das mit dem Detailreichtum hat Massive nämlich nach wie vor drauf. Und auch wenn es manchmal schon aufgesetzt, bzw. relativ unerheblich wirkt, weil es sich zu wenig auf die eigene Lebensenergie auswirkt: die Fallen sind ein netter Einfall!

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The Division: Untergrund – Quelle: gamepressure.com

Zusätzlich könnt ihr auch noch bestimmen, wie viele Phasen eure Operation haben soll. Bis zu drei sind mit fortgeschrittenem Untergrund-Rang (ein eigenes 40 Stufen umfassendes Level-System ähnlich dem Agentenlevel und Dark Zone-Rang) möglich, was für Missionslängen zwischen 20 und 60 Minuten sorgt. Wers ganz hart will, schraubt die Schwierigkeitsgrad noch bis „heldenhaft“ hoch und stellt sich selber ein paar Beine, in dem er/sie sich sogenannte Direktiven aktiviert. Diese Mutatoren sorgen dafür, dass ihr entweder laufend Gesundheit verliert, keine Minimap habt oder die Feinde auch Spezialmunition, wie normalerweise nur ihr sie einsetzen könnt, benutzen.

Fazit:

Massive hat wie gesagt das Problem, dass sie sich im Kreis drehen. Sie fixen ein paar kleine Dinge, sorgen sich dann aber nicht um die großen Probleme. Auch Paradoxe scheinen es den EntwicklerInnen angetan zu haben, wie man am Loot-Teufelskreis der Übergriffe bemerkt. The Division macht mit Untergrund aber durchaus noch etwas Spaß, allerdings nur im Team, denn wie in Diablo 3 mal kurz ein Ründchen allein losziehen ist bei den loot-mäßig lohnenden Einsätzen schlichtweg nicht drin! Das Problem: Dafür braucht es wieder mehr Spieler. Ich persönlich habe schon meine Probleme aus meinem Freundeskreis ein 4er Squad zu rekrutieren.

Die Zauberworte, damit das nach wie vor sehr atmosphärische, verseuchte Manhattan eine langfristige Überlebenschance hat, lauten meiner Meinung nach: Mehr Abwechslung, eine Prise Spezialisierung, Reduktion von Nutzlosem und im Bestfall sogar noch etwas storymäßige Vertiefung der an und für sich interessanten Spielwelt! Aber vor allem: bloß nicht noch ein extra Survival Rang oder was auch immer! Erhöht lieber das eigentliche Levelcap, damit auch der Coop-Bereich wieder belebt wird und entrümpelt euer Spiel, Massive! Geht nicht einen Schritt vor und zwei zurück, sonst bleibt auch der Spielspaß unterirdisch! Für den zweiten DLC Survival werde ich nochmal zurückkehren, also sorgt besser dafür, dass der dann auch das Überleben von The Division sichert und die SpielerInnen nicht weiter in die Röhre schauen! Es wäre schade um die IP! Mir wäre es lieber, ich könnte wieder zu meiner Ersteindrucks-Wertung zurückkehren, aber beim derzeitigen Zustand von The Division: Untergrund kann ich nur diese Wertung geben.

Wertung: 7.3 Pixel

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