Tetris 99 Test (Switch): Denksport-Battle Royale

von Mandi 17.02.2019

Nintendo-SpielerInnen aufgepasst: Wenn ihr Tetris liebt, könnt ihr in Tetris 99 gegen die Welt antreten. Wie genau das funktioniert und warum das Ganze so viel Spaß macht, lest ihr hier in diesem Review!

Worum geht‘s in Tetris 99?

Im Grundsatz ist auch dieser Ableger (so wie Tetris Effect) den Wurzeln des Originals treu geblieben. Tetris 99 lockt euch nicht mit tollen Grafik-Effekten, sondern mit dem Versprechen eines Battle Royal-Spiels. Das heißt, ihr tretet gegen 98 GegnerInnen aus der Welt an und spielt gleichzeitig Tetris. An und für sich ist das schon ein toller Twist, denn kompetitives Tetris hat es bislang noch nicht in den Mainstream geschafft. Das ändert sich mit Tetris 99 jedoch schlagartig! Die Runden dauern nicht länger als ein paar Minuten, was diesen Gratis-Titel ideal für zwischendurch macht.

Dabei habt ihr im Grunde nichts Anderes zu tun, als einfach euer Spielbrett so lückenlos wie nur möglich zu füllen. Ist eine gesamte Reihe voller Steine (sogenannter Tetrominos), löst sich diese auf, und ihr habt wieder vertikalen Platz gewonnen. Dabei gibt es ein paar verschiedene Steinformen, die ihr aber binnen einer oder zwei Partien auch an der Farbe und somit ihrer Ausrichtung erkennt. Jetzt wird es aber fies: In Tetris 99 verwandelt ihr eure aufgelösten Reihen in Zusatzreihen für eure Gegner! Wenn ihr also entspanntes und gemütliches Spielen sucht, ist Tetris 99 eher eure zweite Wahl. Trailer gefällig?

Eine Anleitung für Tetris 99

Spannenderweise hat Nintendo beim Release des Titels auf ein Tutorial verzichtet. Daher möchte ich in eigenen Worten ein Tutorial für Tetris 99 nachreichen. Startet ihr nämlich eine Partie, werden sofort GegnerInnen aus aller Welt zusammengesucht und ihr könnt schon lospuzzeln. Mit den Schultertasten (L oder R) dürft ihr immer einen Block zur Seite legen, ideal für die langen schmalen Tetrominos oder wenn euch ein Stein gerade so gar nicht in den Kram passt. Ihr könnt aber nur einmal pro Zug tauschen, ein Rückwechseln gibt‘s nicht: Erst nach einem gesetzten Tetromino dürft ihr wieder tauschen.

Mit dem rechten Stick dürft ihr dann zwischen „Zufall“, „Leichtes K.O.“, „Abzeichen“ und „Konter“ tauschen. Dies wird in Tetris 99 überhaupt nicht erklärt, lässt sich aber nach einigen Spielen wie folgt ableiten: In Tetris 99 sammelt ihr durch das Vernichten von GegenspielerInnen Abzeichen. Je mehr Abzeichen ihr habt, umso mehr Blöcke erscheinen bei euren GegnerInnen, wenn ihr eine Reihe auflöst. Beim K.O.-Schlag erhaltet ihr zusätzlich alle Abzeichen des ausgeschalteten Feindes. Leichtes K.O. zielt also auf die Bretter mit den meisten Steinen, Abzeichen zielt auf die SpielerInnen mit den meisten Abzeichen und Konter zielt auf jene Bretter, die es auf euch abgesehen haben.

Spielspaß? Aber ja!

Mehr braucht es eigentlich nicht, um Tetris 99 zu genießen, mal von einer Online-Mitgliedschaft bei Nintendo abgesehen. Der Gratis-Titel macht wider Erwarten richtig Spaß, und es ist sowohl für EinsteigerInnen als auch Altgediente immer wieder witzig. Was man Tetris 99 durchaus vorhalten kann, ist jedoch der reine Zufallsfaktor, der mit Battle Royale-Spielen einhergeht. Ihr könnt nämlich teilweise Runden erwischen, wo ihr bis auf Platz fünf oder drei kommt, ohne große Probleme zu haben. Dem gegenübergestellt sind dann wieder reine Pechvogel-Partien.

Ihr könnt nämlich nichts dagegen machen, wenn euch mehrere Gegner gleichzeitig anvisieren. Sie räumen euch dann euer Spielbrett mit Blöcken voll, die ihr nur mit dem effizienten Auflösen von Reihen wegbekommt. Es empfiehlt sich also, einen langen Tetromino zur Seite zu legen und eine Spalte freizulassen, um im Fall des Falles einen oder gar zwei Viererreihen zu entfernen (ein solcher Zug wird übrigens Tetris genannt). Werdet ihr aber von mehreren Leuten gleichzeitig in die Zange genommen, scheidet ihr oft auf Platz 90 oder 78 aus. Macht nichts, gleich ab in die nächste Runde!

Fazit zu Tetris 99: Kompetitives Tetris Royale

Ob dieser Titel Suchtfaktor besitzt oder nicht, hängt vollkommen von euch als Person ab. Es gibt keine Nebenquests, keine Story, es gibt nur Tetris. Es ist eine interessante Entscheidung des Teams, kein Tutorial oder auch nur eine Anleitung für Tetris 99 mitzuliefern. So werdet ihr ins kalte Wasser geworfen und wisst die ersten Partien überhaupt nicht, was ihr da eigentlich tut (abgesehen vom altbekannten Tetris). Warum dann plötzlich euer Brett einen Alarmton abgibt, klärt sich auch erst später – neben eurem Brett seht ihr, wie viele Reihen und nach wie vielen Zügen ihr Blöcke aufgebrummt bekommt.

Obwohl Tetris 99 weitaus nicht so aufwändig wie ein Tetris Effect ist, so überfordert es neue SpielerInnen doch, weil sich einiges am Bildschirm tut. Vor allem, wenn die Spieleranzahl weniger wird (nur noch 50 SpielerInnen, nur noch 10 SpielerInnen), erhöht sich die Geschwindigkeit drastisch. Das macht aber so richtig Laune, wenn man sich die Idee des Spiels bewusst macht. Die Nintendo Switch präsentiert hier einen guten Online-Titel, den man auf alle Fälle einmal probiert haben sollte. 

Wertung: 8.0 Pixel

für Tetris 99 Test (Switch): Denksport-Battle Royale von Mandi