Ready or Not Kinokritik: Blut, Okkultismus und schwarzer Humor

von Matthias Tüchler 28.08.2019

Ready or Not ist eine Horror-Komödie mit Samara Weaving als Hauptdarstellerin. Die sympathische Grace heiratet über ihren Mann Alex in die reiche Le Domas Familie ein, die ihr Vermögen mit einem Imperium aus Karten- und Brettspielen gemacht hat. Wer sich den Trailer ansieht, der weiß, dass für das junge Paar eher schlechte als gute Zeiten bevorstehen, als Grace eine Hochzeitsnacht der etwas anderen Art durchleben muss. Blut, Okkultismus und eine gute Prise dunkler Humor warten ab dem 27. September in Österreich’s Kinos auf uns.

Eine teuflisch traditionelle Familie

Seit Generationen ist die Le Domas Familie dank einer Reihe sehr lukrativer Geschäfte mit ihren Spiele-Imperium äußerst erfolgreich. Als Business mit Wurzeln in einer Zeit, in der Glaube und Aberglaube größere Rollen in der Gesellschaft spielten, als Wissenschaft und Rationalität, hat sich über die Jahrhunderte natürlich die ein oder andere Tradition eingeschlichen. Als Grace nach ihrer Hochzeit also von ihrem frisch vermählten Mann erfährt, dass sie erst dann ein fester Teil der Familie ist, wenn sie um Mitternacht der Hochzeitsnacht ein Spiel mit der gesamten Familie gespielt hat, ist sie zwar überrascht aber nicht weiter besorgt.

Ready or Not(c) FOX Searchlight Pictures

Was Alex ihr verschweigt, ist das eine Spiel, das in dieser Familie über Leben und Tod entscheiden könnte: das Versteckspiel (engl. Hide & Seek). Die blauäugige Grace (pun not intended) sieht sich also plötzlich mit einer bewaffneten und ihr nach dem Leben trachtenden Schwiegerfamilie konfrontiert. Gerade so schafft Gatte Alex es, Grace zu verstecken und erklärt, dass die gesamte Familie dem Tod geweiht wäre, wenn sie Grace nicht bis Sonnenaufgang den gepflegten Southstate-Rasen von unten betrachten lassen. Eine irres, mitreißendes, blutiges und immer wieder humorvolles Katz-und-Maus-Spiel geht los.

Ready or Not(c) FOX Searchlight Pictures

Horror & Humor – eine riskante Romanze

Ohne weiter um den heißen Brei herumzureden: Ja, Horror-Komödien benötigen eine gute Balance aus Schock und Scherz, um wirklich gut zu funktionieren. Glücklicherweise wissen Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett genau was sie tun. Ready or Not tanzt gekonnt den schmalen Grad zwischen zu brutalem Horror und zu überzeichnetem Humor entlang. Die blutigen Tode und die klaumaukigen Charaktere entlocken einen ganz eigenen Mix aus „Oh mein Gott! Ist das gerade wirklich passiert? Ich kann nicht hinsehen.“ und herzhaftem Lachen, wie Fans des Horror-Comedy Genres ihn mögen.

Ready or Not(c) FOX Searchlight Pictures

Ready or Not lebt auch zu großen Teilen von den durch die Bank guten schauspielerischen Leistungen aller Darsteller. Mark O’Brien und Adam Brody zeigen wunderbar kaputte aber herzliche Brüder-Dynamik und Andie MacDowell mimt eine fürsorgliche mörderische Schwiegermutter ohne dabei lächerlich(er als es passend erscheint) zu wirken. Besonders überzeugend ist jedoch Hauptdarstellerin Samara Weaving, die den schwierigen Bogen zwischen Angst bzw. Panik als Opfer und Humor bzw. Action-Heldin mit Bravour meistert!

Auf die Kinoplätze, fertig, los!

Versteht uns nicht falsch. Ready or Not ist kein unfassbar tiefgehender Arthouse-Film, der zum Nachdenken anregt oder Leben verändert. Der Streifen hat kleine Logik-Fehler und bedient einige der bekannten Horror/Action-Tropes, die eigentlich keinen Sinn machen. Was Ready or Not allerdings sehr wohl ist, ist wirklich gelungene Horror-Comedy, die viel Spaß macht, sympathische schräge Charaktere zeigt und für einige Schreck-Momente sorgt.

Wer den Trailer amüsant oder ansprechend findet, dem empfehlen wir, ab 27. September das Kino seines Vertrauens aufzusuchen. Denn Ready or Not hält in der Tat noch etwas mehr, als der Trailer bereits verspricht.

Wertung: 7.5 Pixel

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