Raya und der letzte Drache Kritik: Vertrauen muss man sich erarbeiten

von Stefan Hohenwarter 01.03.2021

Anlässlich des bevorstehenden Disney+ Start von Disneys neuestem Animationsfilm präsentiere ich euch meine Raya und der letzte Drache Kritik.

Facts:

  • Genre: Animation
  • Regie: Don Hall und Carlos López Estrada
  • Studio: Disney
  • Veröffentlichung: 5.3.2021 (Disney+ Start mit VIP-Zugang)
Raya und der letzte Drache Kritik

Copyright: Disney

Worum geht’s?

Der neueste Animationsfilm aus dem Hause Disney katapultiert uns in ein fiktives – aus Südostasien inspiriertes – Land namens Kumandra, in dem Menschen und Drachen in Frieden leben. Bis zu einem alles verändernden Tag, an dem die Druun, finstere Geisterwesen, auftauchen, die alle, die sie berühren in Stein verwandeln. Immer mehr Drachen und Menschen fielen den Druun zum Opfer, als der mächtige Drache Sisu mit einem Zauber die Feinde besiegte. Doch das hatte seinen Preis – von jenem Tag an wurde kein Drache mehr gesehen.

500 Jahre später erzählt man sich immer noch diese Geschichte, doch ist die Bedeutung von diesem Tag immer weiter in Vergessenheit geraten. Rayas Vater möchte den Traum eines vereinten Reiches wieder aufleben lassen und lädt die verfeindeten Stämme zu einem gemeinsamen Essen ein. Die fünf Nationen sollen wieder zur altbekannten Nation Kumandra vereinen und für einander eintreten. Doch das Essen verläuft anders als erhofft, und es liegt an Raya, die Situation zu retten und die Menschheit zu einen. Wird ihr dieses Unterfangen gelingen?

Das Produktionsteam

“Regie führten Don Hall, der unter anderem für Disneys Oscar-prämiertem Animationsfilm Baymax verantwortlich zeichnet, und Carlos López Estrada (Blindspotting). Co-Regisseure sind Paul Briggs – bekannt für seine Arbeit als Head of Story von Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren (hier geht’s zu unserem Test) und Baymax – sowie sein langjähriger Kollege Animator/Story Artist John Ripa (bekannt durch die Animationsfilmhighlights Vaiana und Zoomania). Osnat Shurer (Vaiana) und Oscar-Gewinner Peter Del Vecho (Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren), fungierten als ProduzentInnen. Der preisgekrönte Autor Qui Nguyen und Autorin Adele Lim (Crazy Rich) zeichneten für das Drehbuch verantwortlich.” Quelle: Disney Presseinformation

Fun Fact: Suppe mit Herz

“Rayas Vater Benja zeigt ihr, wie man eine Schüssel Suppe zubereitet, die von der thailändischen Tom-Yum-Suppe inspiriert ist. Er erklärt ihr – und dem Publikum – sogar, wie man die realen Zutaten Zitronengras, Limettenblätter und Palmzucker kombiniert, um Kumandras ganz eigenes, wärmendes Gericht zu kreieren. Die Szene wurde inspiriert durch die eigene Erfahrung von Head of Story Fawn Veerasunthorn in einem thailändischen Kochkurs, als sie erkannte, dass die harmonische Kombination von süßen, sauren und scharfen Aromen Benjas Vision für die Länder von Kumandra widerspiegeln könnte, die auf die gleiche schöne Weise koexistieren.” Quelle: Disney Presseinformation

Highend-Animation, trotz Home-Office

Besonders beeindruckend finde ich die Tatsache, von der Regisseur Don Hall in der folgenden Featurette spricht: der Film mit seiner beeindruckenden Animation entstand nahezu bei den mehr als 400 KünstlerInnen und Crewmitgliedern zu Hause. Das Schreiben der Story, die Effektbearbeitung und Story-Meetings, dies und noch viel mehr passierte großteils über Videokonferenzen. Dies war laut Hall nur möglich, weil das gesamte Team mit so viel Herzblut und Passion mit an Bord war.

Raya und der letzte Drache Kritik: Eine Geschichte von Vertrauen

Raya und der letzte Drache macht genau da weiter, wo andere Disney-Werken zuletzt aufgehört hatten und feiert dennoch eine Premiere. Die Rede ist von der Wahl eines weiblichen Hauptcharakters, wie wir es beispielsweise schon bei Rapunzel, Zoomania, Vaiana oder Merida erlebt haben. Und dennoch gibt es eine Premiere: laut Kelly Marie Tran – die englische Originalstimme von Raya – ist begeistert, die erste südostasiatische Disney-Prinzessin überhaupt zu sein.

Doch das ist sicher nicht der einzige Vorzug, sich den Film anzusehen. Inhaltlich finde ich die Geschichte spannend erzählt: geht es doch, um Vertrauen und das Zurückgewinnen von verlorenem Vertrauen – eine Situation, die wohl alle einmal erlebt haben. Immer wieder ertappte ich mich dabei, nachzudenken, wie ich in der ein oder anderen Situation wohl reagiert hätte. Und genau das, macht einen tollen Film aus. Perfekt gewählt sind auch die englischen Originalstimmen wie Kelly Marie Tran (als Raya) oder Awkwafina (als Sisu), deren deutsche Pendants (u.a. Christina Ann Zalamea als Raya) auch einen guten Job machen. Süß aber unnötig war der Auftritt von Alan Tudyk (u.a. bekannt als Mr. Nobody in DCs Doom Patrol), aber das obligatorische Maskottchen muss einfach dabei sein (man erinnere sich an Baby Yoda oder Porg).

Es wäre der perfekte Film, um die Wiedereröffnung der heimischen Kinos zu feiern, da aber die Öffnung sich noch etwas hinziehen wird, müssen wir vorerst mit dem exklusiven Disney+ VIP-Release des Films vorlieb nehmen. Raya und der letzte Drache serviert euch einen Film für die ganze Familie rund um das Thema Vertrauen mit einer hochwertigen Animationstechnik, einer ordentlichen Portion Humor und liebeswerten Charakteren.

Wertung: 9.0 Pixel

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