Computermäuse haben eine ähnlich undankbare Aufgabe wie der Drummer der Bloodhound Gang. Wenn’s nicht passt, oder die Leistung nachlässt, werden sie einfach ausgetauscht. Wer je eine Maus, und sei sie noch so groß angepriesen worden, zur Reparatur gebracht hat, statt sich eine neue zu kaufen, zeigt bitte auf. Meine alte Maus ereilte kürzlich das Schicksal des spontanen Nager-Todes. Daher habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt, und meine Neue, die Nacon GM 350L, gleich einem ausführlichen Test unterzogen.

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Nacon, wer?

Nacon, das ist jetzt kein Name der in den Gehörgängen nachhallt, wie Logitech oder Razer. Entsprechend günstig ist die Laser-Maus zu haben. Mit 40 € ist man dabei. Dafür bekommt man bei Nacon aber eine solide verarbeitete und ergonomische Laser-Gaming-Maus, die sich nicht vor der großen Konkurrenz verstecken muss.

In der Nacon GM 350L verrichtet derselbe Avago9800 Laser-Sensor sein Werk, der auch in Mäusen von Ravcore oder Asus steckt. Er operiert mit einer Genauigkeit von 250 bis 8200dpi, und lässt sich mit einem Schalter unter dem Mausrad in 7 Stufen regeln. Da nur 3 LEDs zur Anzeige der DPI-Stufe vorhanden sind, lässt sich nicht auf den ersten Blick erahnen, welche der sieben Stufen gerade eingestellt ist. Wenn man die passende Geschwindigkeit einmal gefunden hat, ist das aber auch gar nicht mehr nötig.

GM 350L

Großzügigen Einrastpunkte beim Mausrad

Das Mausrad der 305L ist rau gummiert, und sehr angenehm zu bedienen. Mit großzügigen Einrastpunkten vermittelt das Scrollen eine sehr angenehme Haptik, und wirkt weder zu lasch noch zu starr. Eine Option, um den Widerstand vom Mausrad zu lösen, und mit Schwung zu scrollen, sucht man bei der Nacon-Maus vergeblich. Vermisst habe ich diese Option beim Spielen aber zu keinem Zeitpunkt.

Angenehmes Gewicht dank Metall-Rahmen

Ergonomisch liegt die Rechtshänder-Maus sehr angenehm in der Hand. Lediglich die Ablagefläche für den kleinen Finger ist für große Hände, wie meine, ein wenig zu glatt geraten. Statt ihn auf der Maus abzulegen, muss man den kleinen Wicht immer leicht anheben, damit er nicht abrutscht. Das Gewicht der Maus ist dank des stabilen Metall-Chassis sehr gut ausbalanciert. Man kann zwar keine zusätzlichen Gewichte einlegen, um die GM 350L den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Aber auch das ist kein Feature, das ich schmerzlich vermisse.

Stoffummanteltes Kabel

Die Nacon GM 350L verfügt, wie bei Gaming-Mäusen üblich, über ein 1,5 Meter langes, stoffummanteltes Kabel. Bei meiner letzten Maus war das ein Manko, denn die Stoffummantelung riss mancherorts auf, und legte das darunterliegende Plastikkabel in einer schönen Schleife frei. Ob dieses Problem hier auch auftritt, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

GM 350L

LED-Beleuchtung

Schön anzusehen an der Nacon-Maus ist die angebrachte LED-Beleuchtung. Das sieht man zwar nur, während man die Maus gerade nicht in der Hand hat. Aber sobald Strom über das USB-Kabel fließt, leuchten die LEDs in allen Farben des Spektrums. Das ist zwar kein praktikables Feature, außer man sucht die Maus im Dunklen, aber gut aussehen tut es allemal.

Fazit zur Nacon GM 350L

Die Nacon GM 350L bietet mit ihren 7 Tasten ausreichende Gaming-Features zum sehr vernünftigen Preis. Ansonsten lässt sich über die Maus nicht sehr viel sagen. Es ist halt eine Maus, so wie der Drummer der Bloodhound Gang ein Drummer ist. Derweilen verrichtet sie ihren Dienst nach Vorschrift, und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Aber Gnade ihr Gott, wenn sie das eines Tages nicht mehr tut.