Moonfall DVD-Test: Glückt das Katastophenfilm-Comeback von Roland Emmerich?

von Stefan Hohenwarter 11.06.2022

Der deutsche Regisseur Roland Emmerich kehrt mit Moonfall nach The Day after Tomorrow und 2012 mit einem neuen Katastrophenfilm zurück – ob das Comeback geglückt ist, erfahrt ihr in meinem Moonfall DVD-Test.

Facts:

  • Genre: Action
  • Regie: Roland Emmerich
  • Studio: Leonine
  • Veröffentlichung: 27.5.2022

Worum geht’s?

Wir schreiben das Jahr 2011. Ein dreiköpfiges Team ist mit dem Space Shuttle Endeavour auf Weltraummission. Alles sieht nach einer Routine aus, als plötzlich die Endeavour von einer Druckwelle getroffen wird. Jocinda Fowler (gespielt von Halle Berry) wird daraufhin bewusstlos, während Brian Harper (gespielt von Patrick Wilson) ansehen muss, wie sein Kollege Marcus in die Welten des Weltalls katapultiert wird. Diese Druckwelle sieht aus wie ein Schwarm von kleinen Mikrobots, die es offenbar ganz gezielt auf die Störenfriede der Erde abgesehen haben. Harper kommt nur mit Müh und Not zurück an Bord der Endeavour und schafft es wieder auf seinen Heimatplaneten sicher zu landen. Dort angekommen, wird er befragt, was denn passiert ist und als er die unglaubliche Geschichte auspackt, wird er einfach ignoriert. Wer kann so eine Geschichte schon glauben und es gibt außer Harpers Aussagen keinerlei Beweise.

Als Harper endlich mit dieser verrückten Geschichte “abgeschlossen” hat, taucht mit K.C. Houseman (gespeilt von John Bradley) ein selbsternannter Astro-Experte in seinem Leben auf, der vom Untergang der Welt berichtet. Offenbar ist der Mond aus seiner normalen Umlaufbahn gerutscht und das hat gravierende Folgen auf der Erde. Während der Großteil versucht, sich in einem Bunker zu verschanzen, brechen Harper, Houseman und die mittlerweile zur NASA-Chefin beförderte Jocinda Fowler mit der Endeavour in Richtung Mond auf, um die Theorien von Houseman, dass es sich beim Mond um eine Megastruktur (Eine solide Struktur oder feste Schale von Materie, die um einen Stern gebaut ist) handelt, zu beweisen. Ob sie das Schlimmste noch von der Erde abwenden können?

Backgroundinfos von Emmerich zum Drehbuch

Bei Moonfall ließ sich Emmerich von einer Theorie inspirieren, die den Mond als etwas völlig anderes beschreibt, als wir es in der Schule gelernt haben. „Es gibt Menschen, die daran glauben, dass der Mond kein natürliches Objekt ist“, erklärt er. „Was für eine spannende Idee für einen Film, dachte ich. Was passiert, wenn dieses Objekt in Richtung Erde stürzt? Natürlich müssen wir herausfinden, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen. Aber genauso fasziniert war ich von der Herausforderung, Figuren zu erdenken, die sich auf eine Mission zum Mond aufmachen, um unseren Planeten zu retten, wie auch ihre Familien, die zurückbleiben und darum kämpfen, die verheerenden Naturkatastrophen zu überleben, während der Mond Kollisionskurs auf die Erde nimmt.“ (Quelle: Moonfall Presseheft)

Beim Verfassen des Drehbuchs war es den Filmemachern wichtig, die physikalischen Parameter eines auf die Erde stürzenden Monds so realistisch wie möglich zu behandeln. Sie nahmen es so ernst, dass die Geschichte selbst sich daran orientiert. „Zunächst hatten wir Unterhaltungen mit Wissenschaftlern, was wirklich passieren würde“, erinnert sich Roland Emmerich. „Wir redeten mit einer Koryphäe, die beim Jet Propulsion Laboratory in Pasadena arbeitet. Was er uns erzählte, war höchst interessant. Wenn der Mond seine Umlaufbahn verlassen würde, würde sich die Umlaufbahn von kreisförmig zu elliptisch verändern. Und die Umdrehungen würden immer kleiner und kleiner werden, bis es zum Aufprall käme. Das fanden wir natürlich irre spannend.“ (Quelle: Moonfall Presseheft)

Extras

Das Bonusmaterial der DVD enthält die Featurettes „Against Impossible Odds – Making Moonfall“ (bestehend aus „An Aura Of Believability“, „Shoot The Moon“ sowie „Staging The Spectacle“) und „Sounds Of The Moon“ (Laufzeit: ca. 65 Minuten). Das Bonusmaterial der Blu-ray und 4K Ultra HD Blu-ray kann neben diesen bereits erwähnten Featurettes auch noch mit der Featurette „Exploring The Moon: Past, Present And Future“ und vier Clips der fiktiven Reihe „Dr. KC Houseman Speaks The Truth!“ aufwarten (Laufzeit: ca. 99 Minuten).

Moonfall DVD-Test-Fazit

Wenn ich Jahre zurückdenke, war ich ein großer Fan der Filme von Roland Emmerich – egal ob Independence Day, The Day after Tomorrow oder 2012. Alle Filme waren inhaltlich natürlich Quatsch, aber die Effekte und die Action war grandios. Zumindest in meinen Erinnerungen. Doch auch wenn ich Moonfall anschaue, scheinen mich meinen Erinnerungen wohl nicht ganz getäuscht zu haben. Wenngleich ich auch sagen muss, das die ein oder andere Szene doch das Niveau einer Syfy-Serie aufweist. Im Großen und Ganzen wird euch aber wieder ein Actionspektakel mit Weltuntergangsszenario geboten. Doch das alleine rettet wohl keinen Film, oder? Werfen wir einen Blick auf das Einspielergebnis kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Bei einem Budget von geschätzten 150 Millionen spielte der Film bis jetzt (laut imdb.com) nicht mal ein Drittel des geschätzten Produktionsbudgets ein. Was ist der Grund dafür? Die Schauspieler:innen machen ihre Sache ordentlich haben sich schon in anderen verdient gemacht, die Effekte sind großteils gut und das Genre der Katastrophenfilme funktionierte bislang ebenfalls. Der Grund für dieses finanzielle Fiasko ist für mich auf die zu Grunde liegende Verschwörungstheorie und die damit komplett dämliche Story zurück zu führen. Man kann das zwar auch ausblenden, aber offenbar ist das nicht so vielen Menschen gelungen, wie es sich der Filmemacher gewünscht hätte. Wer auf das Genre steht, kann sich Moonfall anschauen, aber auch dafür noch bis zur Free-TV-Premiere oder das Auftauchen in einem Streaming-Portal warten. Für die Extras gibt’s noch ein paar Extrapunkte, aber das wars für mich dann auch schon.

Wertung: 6.0 Pixel

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2 Comments
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Andreas Röper

Dolby Atmos auf Blu Ray und 4k Blu Ray das einzige Kaufargument!
Mehr nicht!!!

frank

leider ja! ich habe mich auf die brdisc gefreut! aber selbst bei allem wohlwollen kann ich dem film nicht allzuviel abgewinnen… obwohl die story sf pur ist. sehr, sehr schade!