Die bekannte Studio-Ghibli-Blu-ray-Collection hat nach Tränen der Erinnerung, Chihiros Reise in Zauberland, Prinzessin Mononoke und vielen mehr erneut Zuwachs bekommen. Dieses Mal kam die schräge Geschichte der Yamadas hinzu, die ihr Leben als stete Gratwanderung zwischen Normalität und Wahnsinn zeigt. Ob es sich lohnt, Meine Nachbarn, die Yamadas in eure Blu-ray-Collection aufzunehmen, erfahrt ihr in meinem Review.

meine nachbarn die yamadas

Facts

  • Genre: Animation, Komödie, Familie
  • Format: Blu-ray
  • Studio: Studio Ghibli, Universum Film
  • Spieldauer: 103 min
  • Produktionsjahr: 1999

Alltag der Yamadas

In Meine Nachbarn, die Yamadas erleben wir die Abenteuer der Familie Yamada. Zur Familie gehören Vater Takashi, der einem langweiligen Bürojob nachgeht, seine Frau Matsuko, die von Arbeit im Allgemeinen nicht viel hält, Sohn Noboro, der sich wünscht, in eine coolere Familie geboren worden zu sein, Tochter Nonoko, die kein Blatt vor den Mund nimmt, und zu guter Letzt noch Oma Shige, die an niemanden ein gutes Haar lässt. Als wäre der Haufen noch nicht chaotisch genug, gibt es noch einen phlegmatischen Hund, der eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist und den ganzen Tag nur in seiner Hundehütte verbringt.

Zusammen mit diesen sechs Familienmitgliedern dürfen wir dann in bester Satire den japanischen Alltag beziehungsweise das Leben selbst in episodenartigen Abschnitten betrachten. So wird in einer Szene beispielsweise der Vater gezeigt, der nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt und von seiner Frau nur eine Banane als Abendessen vorgesetzt bekommt. In einer anderen Sequenz geht die Familie einkaufen, und als sie nach dem Einkauf nach Hause fahren, vergessen sie ihre Tochter Nonoko im Kaufhaus.

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Extras

Die Blu-ray beschert euch die folgenden digitalen Extras:

  • Storyboard zum kompletten Film
  • NTV Special
  • Japanische Original-Promotiofilme
  • Japanische Originaltrailer und TV-Spots
  • Studio-Ghibli-Trailershow

Zusätzlich dürft ihr euch auf drei Karten mit den jeweiligen Studio-Ghibli-Collection-Blu-ray-Covern von Meine Nachbarn, die Yamadas, Erinnerungen an Marnie und Tränen der Erinnerung freuen.

Satire nach Ghibli-Art

Der Film zeigt, wie die Yamadas, eine Familie, die jeglichen Respekt voreinander verloren hat, den Alltag bewältigt. Isao Takahata stellt das Ganze überspitzt dar und versucht, auf komische Art zum Teil traurige Sequenzen zu überspielen. Zum Beispiel gibt es eine Szene, als Vater Takashi alle freudig herbeiruft, weil der erste Schnee fällt und er ein gemeinsames Foto machen möchte. Niemand in der Familie interessiert sich jedoch dafür, da der Fernsehfilm gerade interessanter ist. Letztendlich stellt Takashi den Fotoapparat auf den Fernseher mit einem Zeitauslöser. Die restliche Familie zeigt keine Regung, während er sich nach draußen stellt und die Schiebetür zum Garten schließt. Auf dem Bild ist dann der Vater zu sehen, der von draußen hineinsieht, während der Rest vor dem Fernseher sitzt.

Es war zum Teil sehr schwer, den Film laufen zu lassen und der Familie weiter zuzusehen. Sicher gab es auch Sequenzen, die schön waren, aber meistens war es doch eher anstrengend. Der Stil unterscheidet sich komplett vom Rest der Ghibli-Titel. Wer also hier voll ausgearbeitete Szenen erwartet, wird enttäuscht werden. Bei Prinzessin Kaguya wird dieser Stil zwar ein weiteres Mal verwendet, jedoch muss ich sagen, dass es dort viel besser passt. Bei den Yamadas hingegen waren die Figuren oft so grob gezeichnet, dass es aussah, als wäre die Szenen nie aus dem Skizzenmodus herausgekommen. Ein weiteres Problem, das mit Sicherheit viele westliche ZuschauerInnen bei diesem Werk haben dürften, ist die äußerst japanische Darstellung der Alltagsszenen. So gesehen ist dieses Werk hauptsächlich etwas für Ghibli-Fans, die ihre Sammlung komplettieren möchten. Alle anderen, die sich nicht unbedingt mit der japanischen Kultur auskennen oder identifizieren, sollten besser anderen Ghibli-Filmen greifen.