2010 erschien mit dem ersten Darksiders ein Franchise-Hoffnungsträger. Doch diese Hoffnung wurde nach einem ebenfalls sehr soliden zweiten Teil mit der Pleite von THQ vorerst zu Grabe getragen. Den Sequel-Reiter, Tod, bedachte man bereits vor einem guten Jahr mit einer Neuauflage in der Darksiders 2 Deathinitive Edition und nun gibt’s endlich auch Krieg in schickerem Gewand. Warum ihr das Action Adventure unbedingt (nochmal) zocken solltet, lest ihr in meinem Darksiders Warmastered Edition Test.

Apocalypsis praecox und andere Männerprobleme

Manche Männer haben das Problem, dass sie zu früh kommen. Selbige Geschichte passiert Krieg, unserem „Helden“ in Darksiders. Aus irgendeinem Grund wird Krieg als einziger Reiter der Apokalypse herbeigerufen, obwohl das siebte Siegel noch nicht gebrochen wurde. Und während somit das Reich der Menschen dem Untergang geweiht ist und Himmel und Hölle sich die Köpfe einschlagen, steht unser kriegerischer Nephilim ratlos da und versteht die Welt nicht mehr.

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Wer ist dafür verantwortlich, wieso hat er oder sie den Pakt gebrochen, wo bleibt die Kavalerie in Form seiner Brüder und Schwestern und warum ist der Feurige Rat so sauer auf ihn, obwohl er nur getan hat, wozu er gemacht wurde? Typische Männerprobleme eben!

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Innovationslos und trotzdem genial!

In meinem Darksiders Warmastered Edition Test beginnt also an diesem Punkt mein Abenteuer. Zuerst soll ich Vulgrim, den Dämonenhändler, aufsuchen, da der vermutlich Antworten hat. Neben letztgenannten hat der Gute auch noch diverse Upgrades für unsere Waffen, Zaubersprüche und Kampffähigkeiten im Angebot.

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Und damit wir uns an seinen Waren gütlich tun können, verlangt Vulgrim eine ganz besondere Währung – Seelen. Die bekommen wir, indem wir Dämonen und Engel gleichermaßen in Einzelteile zerlegen und per markigen Finishern von ihrem irdischen Dasein erlösen. Das Kampfsystem orientiert sich dabei stark an God of War.

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Doch während meines Darksiders Warmastered Edition Test metzle ich nicht nur wie ein gewisser grimmiger Grieche durch die toll gestalteten Dungeons und die verbindende Oberwelt, nein! Auch ruhige Passagen bietet mir das Action Adventure. Wie ein gewisser Link löse ich Schieberätsel und andere Kopfnüsse, die mit zunehmender Spieldauer immer komplexer werden.

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Meine grauen Zellen bringt das Herausfinden der benötigten Kombinationen diversester Ausrüstungsgegenstände teils ganz schön zum Rauchen. Fluchen muss ich gelegentlich auch. Denn an ganz wenigen Stellen ärgern mich diverse Trial and Error Passagen, die ja durchaus zum guten Ton im Genre gehören.

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In Summe merke ich in meinem Darksiders Warmastered Edition Test, dass sich Vigil Games bei diversen großen Marken, wie eben Zelda, God of War und sogar Portal ordentlich bedient hat. Dabei ist das Metzeln, Erkunden und Rätseln mit Krieg aber so sauber in der Umsetzung, dass man Darksiders schon fast als großartigen Gameplay-Cuveé bezeichnen könnte!

Blizzard hat angerufen…

…sie wollen ihr Art-Design zurück! Schön langsam frage ich mich in meinem Darksiders Warmastered Edition Test, ob ich tatsächlich Krieg spiele oder doch den unbekannten fünften apokalyptischen Reiter, Dieb! Creative Director Joe Madureira, der sich sowohl für Script, Story als auch die künstlerische Gestaltung von Darksiders verantwortlich zeichnet, muss sich diesen Vorwurf definitiv gefallen lassen.

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Der klotzige Krieg könnte eigentlich direkt auch in Warcraft mitspielen. Doch betrachtet man Joe Madueiras Werdegang als Comiczeichner und die von ihm entworfenen Figuren, kann man sagen, dass er lediglich seinem bisherigen Stil aus Uncanny X-Men und anderen treu geblieben ist. Wie dem auch sei: Das Art Design von Waffen und Rüstungen, über Charaktere, bis hin zu Levels und dergleichen ist in sich eines der stimmigsten Universen und wirkt wie aus einem Guss. Absolut genial!

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Was im Gegensatz hierzu nicht so genial ist, ist die Grafik. Sechs Jahre nach Erscheinen der Ur-Version macht die Neuauflage im Darksiders Warmastered Edition Test keine allzu gute Figur mehr. Allerdings haben sich die EntwicklerInnen größtmögliche Mühe gegeben, den etwas angestaubten Titel neben der typischen 1080p60 Kur (auf PS4 Pro sogar in 4K) mit schärferen Texturen und besser dargestellten Schatten, sowie einigen Post-Processing Effekten für die Gegenwart fit zu machen – eine grundsolide Überarbeitung also!

Das Fazit zum Darksiders Warmastered Edition Test:

Als zuerst die Darksiders 2 Deathinitive Edition veröffentlicht wurde, war ich etwas traurig, denn auch wenn das Sequel ein sehr anständiges war, gefiel mir Kriegs Abenteuer immer besser. Umso glücklicher war ich, als ich meinen Darksiders Warmastered Edition Test dann doch endlich angehen konnte. Das Universum, das Joe Madueira um Krieg und seine apokalyptischen KavaleristInnen gesponnen hatte, übte bereits beim Zocken des Ur-Darksiders auf der PS3 eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich aus. Obwohl ich von Religion im Generellen nicht viel halte, gefiel mir das mystische Bibel Brimborium mit seinem Engel-Dämonen-Geclashe und der Balance zwischen den drei Reichen sehr.

In Sachen Gameplay gilt für die Darksiders Serie ein altes Sprichwort mehr als irgendetwas anderes: Lieber gut geklaut, als schlecht selber erfunden! Darksiders ist gar so dreist, dass es Konzepte aus Links Legenden bis hin zu den gleichen Ausrüstungsgegenständen oder die Portal-Gun aus Valves Knobelhit klaut. Aber genau darum ist das Action-Adventure so großartig: es nimmt coole Gameplay Mechaniken und fügt sie in einem straff inszenierten, 25 Stunden dauernden Best-Of aus The Legend of Zelda gemischt mit der brutalen Gekröse-Orgie aus God of War und Devil May Cry zusammen und fühlt sich dennoch frisch und durchdacht an. Allein, weil ich mir auch noch mindestens zwei weitere Abenteuer mit den ReiterInnen Strife und Fury wünsche und zusätzlich weil ihr für 20 Euro vermutlich selten so gut und lange – ca. 20 – 25 Stunden müsst ihr einplanen – unterhalten worden seid, vergebe ich in meinem Darksiders Warmastered Edition Test eine Award-Wertung von