Krampus (Blu-ray) im Test

von Matthias Jamnig 05.07.2016

Ich bin kein großer Fan von Trash-Horror-B-Movies. Aber im Fall von Krampus musste ich als just am 5. Dezember Geborener eine Ausnahme machen und zugreifen. Nach rund eineinhalb Stunden mit Evil Santa war mein Zufriedenheitsstrumpf bestenfalls mit Kohle gefüllt.

Krampus Packshot

Facts:

  • Genre: Komödie, Fantasy, Horror
  • Format: Blu-ray
  • Studio: Legendary Pictures, Universal Pictures
  • Spieldauer: 98 min
  • Produktionsjahr: 2015

Der Legende nach war es Christoph Waltz mit seinem Auftritt bei Jimmy Fallon, der die Macher von Krampus zu diesem Trash-Opus inspiriert hat. Der österreichische Schauspieler erläuterte in der US-Talkshow die Weihnachtsbräuche der Alpenrepublik. Dabei nicht fehlen durfte natürlich der mit Birkenrute und Zirbenholz-Larve bewehrte, Kuhglocken schwingende Begleiter des Nikolo.

Es nimmt den Anschein als hätten sich Drehbuchschreiber, Regisseur und Produzent auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht beziehungsweise weitere Nachforschungen angestellt. „Dieser Krampus ist nichts anderes als ein Evil Santa Claus“, mit dieser Prämisse ging man munter ans Werk, heuerte Schauspieler mit haupstächlich komödiantischem Hintergrund an und fand zu guter Letzt mit Krista Stadler auch noch eine authentisch-österreichische Omi für die Slapstick-Grusel-Sause.

Kann Spuren von Krampus enthalten

Natürlich will Krampus von der ersten Minute an nicht ernst genommen werden. Es ist was es ist: eine trashige Horror-Komödie mit viel Kunstblut in verschiedensten Farben und wenig erzählerischem Tiefgang. Einzig Omis Erzählelemente verbreiten ein wenig vorweihnachtliche Gruselstimmung. Ansonsten fügen sich klassische Horrorkomödien-Elemente zu einem vollkommen verklärtem Brauchtumsklamauk. Doch auch wenn man den Streifen als das nimmt, was er ist, nämlich eine nicht ganz ernst gemeinte Persiflage auf eine den US-Amerikanern fremde Adventstradition, muss man anmerken, dass Krampus selbst aus diesem Blickwinkel bestenfalls Mittelmaß ist.

Der Cast ist zwar solide und der Sountrack genretypisch aber die Handlung rangiert unter ferner liefen. Bis auf den Krampus-ähnlichen Dämon in der abgeranzten Santa Claus-Jacke werden einfach Versatzstücke aus der Stereotyp-Kiste aneinandergereiht. Da dürfen blutrünstige Kuscheltiere ebensowenig fehlen wie die achsogeliebte Shotgun. Schreiende Söhne, kampfbereite Väter, ominöse Omis und sterbende Töchter bereiten den Weg für ein zugegebenermaßen niemals langweiliges Grusel-Flickwerk, das abgesehen vom Namen nur minimalen Spuren von Krampus enthält.

Fazit

Man sollte Krampus schon irgendwie einmal gesehen haben. Und wenn es nur ist, um sich ein Bild davon zu machen, was das kulturlose Übersee so von unseren Traditionen hält – oder zumindest welche Elemente davon bei ihnen hängen bleiben. Abgesehen davon kann sich die nicht ganz ernst gemeinte Horrorkomödie im unteren Mittelfeld der B-Movies einreihen. Kurzweilig? Ja,schon. Sehenswert? Nicht unbedingt.

Wertung: 5.5 Pixel

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Mari
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Mari

„Um sich ein Bild davon zu machen, was das kuriose Übersee so von unseren Traditionen hält“ – Als ob Sound of Music nicht schon als Antowort darauf gereicht hätte ^^
Und der Trailer zu „Krampus“ schaut aus, als wäre er für „Five Nights at Freddy’s – The Movie“ mit dem scharf-bezahnten Teddy 😀

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