Konami Anniversary Collection: Arcade Classics Test (PS4): Retro-Kugelhagel

von Mandi 20.04.2019

Arcade-Fans dürfen sich über die Anniversary Collection: Arcade Classics von Konami freuen. Acht knüppelharte Spiele erwarten euch in diesem Package – sind sie es wert? Lest hier das Review!

Acht Spiele sollt ihr sein

In Anniversary Collection: Arcade Classics erwarten euch acht Spiele, die im vorigen Jahrtausend in den Arcade-Hallen Unmengen an Münzen verschlangen. Das müsst ihr im Jahr 2019 gottlob nicht mehr machen, dafür reicht ein Druck auf die Dreieck-Taste. So könnt ihr Credits einwerfen, aber keine Sorge: Das ist keine Mikrotransaktion und kostet euch daher nichts. Der 50. Geburtstag von Konami ist der Anlass, warum die Anniversary Collection überhaupt ins Leben gerufen wurde. Auf der offiziellen Website des Spiels steht jedoch, dass dies die erste Collection ist: Mal sehen, ob vielleicht auch noch die RPG-Klassiker von Konami folgen werden. Man kann ja noch von einem Suikoden träumen…

Die acht Spiele in Anniversary Collection: Arcade Classics teilen sich die selben Merkmale. Sie sind schwer zu spielen, ihr sterbt teuflisch schnell, und ihr werdet eine Unmenge an Credits benötigen. Ihr könnt die Games auch wahlweise zu zweit in Angriff nehmen, was oft bestimmt kein Fehler ist. Die Grafik wurde für heutige Verhältnisse geringfügig verbessert, ihr könnt aber in den Optionen auch Retro-Filter aktivieren. Dadurch verschwimmt der Bildschirm leicht und bietet euch einen ähnlichen Effekt, als würdet ihr vor einem guten alten Röhrenfernseher sitzen. Nur der statische Effekt beim Drüberstreichen kann nicht simuliert werden! Los geht‘s mit den Games…

Scramble (1981)

Hier fliegt ihr mit einem Raumschiff von links nach rechts. Ihr könnt mit der X-Taste ein Projektil nach vorne schießen, und mit der Kreis-Taste jeweils bis zu zwei Raketen abfeuern. Sie fallen langsam in einer Kurve nach unten – und mit ihnen müsst ihr die FUEL-Behälter treffen. Denn wenn ihr nicht regelmäßig den Treibstoff abschießt, ist euer Leben schnell dahin! Auch, wenn ihr von einem anderen Projektil oder Feind getroffen werdet, müsst ihr ein Leben aufbrauchen. Scramble ist schwer und hebt eure Zielfertigkeit gewaltig an, wenn ihr es öfter spielt.

TwinBee (1985)

In diesem Shooter fliegt ihr mit eurem Spacecraft von unten nach oben. Im Vergleich zu Scramble geht es hier viel schneller zu und eure Reaktion wird hier benötigt! Auch hier könnt ihr die X-Taste nicht halten, das heißt, für schnelle Schüsse müsst ihr schnell tippen. Wieder kann die Kreis-Taste Raketen für Bodenziele abfeuern, und wieder könnt ihr eure Leben sehr schnell verlieren. Die beiden Spacecrafts heißen übrigens TwinBee und WinBee – nicht, dass das etwas bedeuten würde. Aber so könnt ihr zumindest einen Namen fluchen, wenn ihr in TwinBee wieder mal sterbt.

Nemesis (Gradius, 1985)

Hier tretet ihr als Vic Viper gegen das böse Bakterienimperium an. Wieder seid ihr von links nach rechts in einem Raumschiff unterwegs, doch dieses Game hat Dauerfeuer eingebaut. Einfach auf der X-Taste bleiben, alternativ könnt ihr selbst schneller schießen. Neu hier sind die Power-ups: Hier könnt ihr selbst entscheiden, welches Goodie ihr mit der Quadrat-Taste aktiviert. Mit einem oder mehreren Bonuspacks könnt ihr die folgenden Kräfte freischalten: Geschwindigkeit, Raketen, Doppelschuss, Laser, Mehrfachschiff oder ein Schild vor euch. Wählt weise in Nemesis!

Life Force (Salamander, 1986)

Der Ableger Life Force bietet euch ein ähnliches Setting wie Nemesis an. Allerdings funktionieren hier die Powerups automatisch, und das Spiel ist etwas zugänglicher als die anderen. Hier kämpft ihr gegen neue Bakterien, die Salamanders genannt werden. Während ihr mit der X-Taste den regulären Schuss auslöst, der durch Boni immer stärker wird, könnt ihr wenig später mit Quadrat einen Sonderschuss abfeuern. Jede Runde spielt sich von der Waffenauswahl ein wenig anders, ihr könnt Glück haben oder auch nicht!

Typhoon (1987)

Dieses Game macht euch zur A-JAX-Sondereinheit. Hier wird ein ganz neuer Spielscreen eingeführt, der euch eine Art 3D-Ansicht vorgaukelt. Im Sturzflug stürzt ihr euch auf einen Flugzeugträger, den ihr gewieft ausschaltet. Habt ihr das geschafft, verwandelt sich Typhoon in einen klassischen Sky-Shooter. In feinster Pixelgrafik versucht ihr, länger als ein paar Sekunden zu überleben. Während ihr fleißig die X-Taste hämmert, müsst ihr Powerups aufsammeln, um überhaupt eine Chance zu haben.

Haunted Castle (1988)

Der Alptraum eines jeden Kriegers wird wahr: Die Braut von Simon Belmont (kennt ihr aus Super Smash Bros.) wird entführt. In diesem Castlevania-Verschnitt müsst ihr euch zum namensgebenden Haunted Castle durchkämpfen, um dem Fiesling das Handwerk zu legen. Fledermäuse, Untote, Skelette, umstürzende Säulen und mehr wollen euch ans Leder. Haunted Castle ist ein ideales Beispiel dafür, wie damals den Leuten die Münzen aus der Tasche gezogen wurde. Wer hier länger überlebt, hat wahrlich eine Mordsgeduld!

Vulcan Venture (Gradius II, 1988)

In diesem Spiel wird euch zum ersten Mal auch die Art der Power-ups überlassen. Gleich zum Einstieg könnt ihr wählen, welche Kräfte ihr freischalten können möchtet. Wieder könnt ihr das Dauerfeuer mit X auslösen (ihr seid aber mit Tippen schneller), und wieder könnt ihr mit Quadrat ein Powerup aktivieren. Habt ihr die Raketen an eurem Raumschiff montiert, schießt ihr diese mit der Kreistaste ab. Vulcan Venture ist wirklich schwer, und wenn ihr euch nicht mit den einzelnen Kräften beschäftigt, ist dieses Game fast unmöglich zu schaffen.

THUNDER CROSS (1988)

Wieder wartet hier ein Space Fighter auf euch, der im Vergleich ein wenig leichter geraten ist. Das heißt nicht, dass THUNDER CROSS ein Spaziergang ist: Feinde überraschen euch von links und von rechts. Die Geschosse blinken orange und blau, was sie teils ideal mit dem Hintergrund tarnt. Allerdings habt ihr hier drei bildschirmräumende Bomben, die stilecht „Lil‘ Baby“ genannt werden. Ohne jegliche Vorbereitung werdet ihr in diesem Spiel am weitesten kommen, hier begann wohl die vielzitierte Öffnung der Games an die breitere Öffentlichkeit…

Anniversary Collection: Arcade Classics: Bullet Hell vom Feinsten

Wenn ihr auf die Arcade-Klassiker steht, solltet ihr hier zugreifen. Für grade mal 20 Euro bekommt ihr acht knüppelharte Spiele, die ihr mit erweiterten Optionen anpassen könnt. Ob CRT-Filter, ob mehr Leben oder geringerer Schwierigkeitsgrad, hier ist vieles möglich. Für Hardcore-Fans wartet in der Anniversary Collection: Arcade Classics auch ein Bonusbuch. In diesem könnt ihr viele Designstufen, Kritzeleien und interessante Texte finden, die als Hintergrund für die Spiele dienen.

Habt ihr jedoch nur wenig mit der guten alten Spielezeit am Hut, so verringert sich der Reiz der Collection spürbar. Dann werdet ihr bloß eine Kollektion von Spielen bekommen, die euch binnen Minuten einiges an Geduld kostet, und das Bonusbuch wird einmal oder keinmal geöffnet. Habt ihr aber kein Problem mit hohem Schwierigkeitsgrad (der sich über das Menü drosseln lässt) und findet Gefallen an Retro-Pixelgrafik, ist das schon wieder in Ordnung. Und Arcade-Fans sollten sich die Auswahl an Games sowieso näher ansehen – viel Abwechslung dürft ihr zwar nicht erwarten, aber die Stimmung, die Anniversary Collection: Arcade Classics versprüht, passt!

Wertung: 7.0 Pixel

für Konami Anniversary Collection: Arcade Classics Test (PS4): Retro-Kugelhagel von Mandi

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