Guardians of the Galaxy (Blu-ray) im Test

von Max Hohenwarter 07.01.2015

Die 2014 finanziell erfolgreichste Comic-Verfilmung, Guardians of the Galaxy, ist ab morgen auf DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray erhältlich. Warum der Film ein absolutes Must-See-and-Hear ist, lest ihr in meinem Review der Blu-ray.

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Facts:

  • Genre: Comic Verfilmung/Sci-Fi-Abenteuer
  • Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment
  • Regie: James Gunn
  • Release: 8. Jänner 2015

Worum geht’s?

Die Erde im Jahr 1988. Der junge Peter Quill ist nicht zu beneiden. Nachdem er schon vaterlos aufwachsen musste, muss er nun auch noch Abschied von seiner krebskranken Mutter nehmen. Überfordert mit der Situation und voll trotzigem Zorn, dass er nichts gegen den Tod unternehmen kann, rennt er aus dem Spital ins Freie und wird prompt von Aliens entführt. Szenenwechel.

Wir beobachten einen Typen im langen Ledermantel und mit seltsamer Gasmaske, der zur Musik von Redbones „Come and get your love“ locker flockig durch eine verlassene Tempelanlage tanzt, während er außerirdische Ratten herumtritt oder als Mikro missbraucht. Als er eine riesige Steintür öffnet, hat er das Ziel seiner Begierde erreicht: Eine kleine unscheinbare Kugel schwebt inmitten eines Kraftfelds. Als er das seltsame Artefakt zufrieden in seine Tasche wandern lassen will, sieht er sich einer Gruppe schwerbewaffneter Kree gegenüber und blickt in deren Gewehrläufe. Er bemüht sich zwar sichtlich die Situation zu entschärfen, indem er seinen ganzen Charme spielen lässt und sich als berühmter Outlaw Star Lord (Chris Pratt) vorstellt. Schlussendlich kommt es aber doch zu einem kleinen Scharmützel, dem er – zwar unbeholfen – aber immerhin unverletzt entkommt.

Auf dem Planeten Xandria versucht Star Lord das gerade gewonnene Artefakt an einen Hehler zu verkaufen. Als dieser allerdings ablehnt, weil ihm die Ware zu heiß ist, macht Star Lord durch unangenehme Umstände Bekanntschaft mit der Verräterin Gamora (Zöe Saldana), Rocket (gesprochen von Bradley Cooper), einem kybernetisch verbesserten Waschbär und Kopfgeldjäger sowie dessen riesenhaften und wortkargen Baum-Bodyguard Groot (gesprochen von Vin Diesel). Weil sie sich gegenseitig in aller Öffentlichkeit in die Wolle kriegen, wandern sie allesamt nach Kyln, in den härtesten Knast der Galaxis. Die bunte Truppe bekommt im Hochsicherheitskittchen noch einen weiteren Gefolgsmann: Drax, genannt der Zerstörer (Dave Bautista). Der graue Muskelprotz nimmt Gamora anfangs in Sippenhaft, weil ihr ehemaliger Verbündeter, Ronan der Ankläger, seine Familie auf dem Gewissen hat. Als Star Lord, der ein Auge auf die grünhäutige Schönheit geworfen hat, den Steroidberg überzeugen kann, dass Gamora der Schlüssel zu seiner Rache an Ronan ist, willigt er ein, sie vorerst leben zu lassen, und schließt sich dem Zweckbündnis an. Die seltsame Gemeinschaft hat währenddessen längst einen Plan geschmiedet, die seltsame Kugel, deren Zweck niemand kennt, an den ominösen Collector (Benicio Del Toro) äußerst gewinnbringend zu verkaufen. Sie erkennen, dass sie als Team gut zusammenarbeiten, fliehen aus dem Bau, stürzen damit kopfüber in ein Abenteuer galaktischer Größenordnung und werden so zu HeldInnen wider Willen, denn die Kugel ist weit gefährlicher als gedacht.

Bild und Ton

In Sachen Bild und Ton lässt die Blu-ray von Guardians of the Galaxy keine Wünsche offen. Der effektgeladene Blockbuster erstrahlt in scharfem Full HD im Verhältnis 16:9/2,40:1. Auf dem Silberling finden sich neben der deutschen Synchronisation im Format DTS-HD 5.1, die englische Originalfassung in DTS-HD 7.1, sowie die italienische DTS 5.1-Version. Türkische ZuschauerInnen freuen sich über eine Dolby-Digital-5.1-Vertonung. Die Effekte knallen kraftvoll aus den entsprechenden Boxen und sind erstklassig abgemischt.

Ein besonderes Hörvergnügen bietet auch die von Tyler Bates (Watchmen – Die Wächter) komponierte, bombastische Original-Score, die mit hervorragend gewählten 60er- und 70er-Jahre Popsongs durchzogen, das Sci-Fi-Epos sehr amüsant und stets passend mit einem Augenzwinkern untermalt.

Extras

Die Bonus-Sektion von Guardians of the Galaxy ist zwar überschaubar, jedoch mit sehr sinnvollen und interessanten Inhalten bestückt. Zum einen findet man sehr amüsante Goofs vom Set und entfallene oder erweiterte Szenen auf dem Datenträger, zum anderen eine, mit fast 30 Minuten sehr umfangreich ausgefallene Behind-the-Scenes-Featurette, die unter anderem die Spezialeffekte, die riesigen Kulissen und die abgefahrenen Figuren beleuchtet. Ein besonderes Schmankerl für Marvel-AnhängerInnen ist auch noch dabei, denn Disney hat eine exklusive Preview für den im Sommer kommenden The Avengers 2: Age of Ultron mit auf die Scheibe gepackt. Alles in allem also ein Rundum-glücklich-Paket für Comic-Fans.

Kritik

Mit Guardians of the Galaxy hat Regisseur und Co-Autor James Gunn ein äußerst unterhaltsames Sci-Fi-Abenteuer geschaffen, das auf den Comics des 2008er-Reboots der Comicreihe und nicht auf den 1969 etablierten Ur-„Guardians“ rund um Major Victory basiert. Auch wenn die Origin-Stories der Comic-Charaktere nur lose als Vorlage der Filmhelden herhalten, versteht es Gunn, fast jedem der Antihelden eine wundervolle Persönlichkeit auf den Leib zu schneidern. Zöe Saldana bleibt dabei die am wenigsten memorable Darstellerin, reiht sich sogar noch hinter grandiosen Nebendarstellern, wie John C. Reilly oder dem erstlklassigen Benicio Del Toro, ein. Der restliche Cast spielt allerdings sehr überzeugend. Chris Pratt als Star Lord ist ein Sprüche klopfender und sympathischer Tunichtgut, der oftmals mehr Glück als Verstand zu haben scheint. Bradley Cooper als Voice-Actor des äußerst intelligenten Waschbären Rocket versucht sich als abgebrühter und nur von Gier angetriebener Waffennarr zu etablieren, trägt das Herz dabei aber doch am richtigen Fleck. Sogar WWE-Star Dave Bautista gibt den etwas tumben, anfangs nur von Rache erfüllten Muskelprotz, der den Wert der Freundschaft zu schätzen lernt, mit Bravour und bricht neben einigen Knochen durch unfreiwillig-komische Sequenzen die Ernsthaftigkeit seines Charakters auf.

Der geheime Star von Guardians of the Galaxy, und darüber sind sich wohl alle ZuschauerInnen einig, ist allerdings das gutherzige Baumwesen Groot. Auch wenn Vin Diesel in seinen bisherigen Rollen nicht gerade durch Oscar-reife und emotionsgeladene Charakterdarstellungen überzeugen konnte, macht er mit diesem sehr wortkargen Portrait einer unschuldigen und naiven anthropomorphen Pflanze viele schwache Darstellungen wieder mehr als gut und verblüfft den/die ZuschauerIn, wie einfach ein computeranimiertes, nur fünf Worte sprechendes Wesen exzellente Situationskomik schaffen, Herz beweisen und somit fast im Alleingang eine ohnehin schon großartige Cast an die Wand spielen kann. Als er beispielsweise in einer der finalen Szenen mehrere Bösewichte mit Leichtigkeit an die Wand klatscht und sich in Folge wie ein kleines Kind mit einem zufriedenen Grinsen zu seinen Kumpanen umdreht und man merkt, wie er wortlos nach einem lobenden Schulterklopfer verlangt, kippt man vor Lachen fast aus dem Stuhl, während einem gleichzeitig das Herz dahinschmilzt.

Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass Guardians of the Galaxy meinen bisherigen Marvel-Genre-Primus The Avengers locker vom Siegertreppchen kickt. Ein derart effektvolles, von genialen Figuren getragenes, mit einem perfekten Soundtrack abgerundetes und mit der nötigen Prise Selbstironie und Humor gewürztes Filmerlebnis gab es im Mainstream-Kino schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Kein Wunder, dass für den 5. Mai 2017 bereits eine Fortsetzung geplant ist. Die Blu-ray von Guardians of the Galaxy wacht fortan über den Comic-Verfilmungsthron und garantiert galaktischen Heimkino-Spaß. Unbedingte Kaufempfehlung.

9.5

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