Elden Ring Tagebuch Eintrag 5 – Margit will gefällt werden!

von Mathias Rainer 20.03.2022

Am 25. Februar begann ich als Befleckter eine Reise in das Zwischenland. Wie es mir dabei ergangen ist erfahrt ihr in meinem Elden Ring Tagebuch. Im vorherigen Eintrag haben wir die Vermessung von Limgrave abgeschlossen. Jeder Quadratzentimeter wurde erkunden, kein Stein blieb dabei auf dem anderen. Um das Startgebieb nun aber endültig abzuschließen fehlt mir jetzt nur noch ein weiteres Areal – das sich über die gesamte Landschaft erhabene Schloss Sturmschleier (im Original Stormveil Castle). Darin wartet der erste Träger einer Großen Rune – Godrick der Verpflanzte – darauf, dass wir ihm diese abnehmen. Bevor ich den ersten Legacy Dungeon des Spiels aber betreten kann, muss ich zuerst am Türsteher vorbei.

Elden Ring Tagebuch Eintrag Nr. 5 – Margit will gefällt werden!

Befürchtungen

Vor der Konfrontation hatte ich kurz die Befürchtung, dass ich, nachdem ich Limgrave so gut wie komplett gecleared hatte, für Margit sowie den ersten Legacy-Dungeon überlevelt sein würde. Das grausame Mal (oder wie im Englischen wohl besser übersetzt The Fell Omen) belehrte mich jedoch schnell eines besseren. Mein Level 56 war zwar zu diesem Zeitpunkt für den Fight ein wenig hoch, die einzelnen Aufwertungen habe ich jedoch auf diverse Attribute aufgeteilt. Zu Beginn meiner Reiese habe ich wie in jedem Dark Souls zuvor auf eine reine Kombination aus Kondition (Ausdauer) und Geschicklichkeit gesetzt. Mit Fortdauer meiner Erkundung kam ich vom reinen Dexterity-Build jedoch ab und habe meine verfügbaren Level dann auch in Stärke, Intelligenz, Glaube und sogar Arkan gesteckt.

Man findet im Spiel einfach zu viel interessant aussehenden Krempel, als das ich diesen einfach unbenutzt in der Ecke verstauben lassen will. Aber selbst wenn man sich rein auf Geschick oder Stärke versteifen will, balanciert das Spiel den Schwierigkeitsgrad aufgrund des bis dato maximalen Auflevelgrades der Waffe mit +3 sehr gut aus. Natürlich habe ich persönlich mehr Ausdauer als mit Level 20 oder 30 – ohne Margits Muster zu studieren komme ich aber hier dennoch nicht weiter. Das liegt auch daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt zwar bereits mit den Support-Aschen herumexperimentiert habe, für die großen Story-Bosse kommen diese für mich aber nicht in Frage. Meine Befürchtungen bewahrheiten sich also Gott sei Dank an dieser Stelle nicht – die Konfrontation mit Margit bleibt knackig.

Margit the Fell Omen

Margit selbst stellt mit einer Vielzahl an verschiedenen Angriffen einen spannenden ersten Gegner dieser Art dar. Mit seinem Stab vollzieht er auslandende Hiebe, die mächtig reinhauen. Auf der anderen Seite startet er aber auch mit heraufbeschworenen Messern eine schnelle Angriffskombo. Später greift er sogar auf einen riesigen Hammer und ein Langschwert zurück, weshalb man mitten im Kampf auch noch einmal adaptieren muss. Besonders vor Probleme stellten mich in den ersten paar Versuchen seine laaaaang verzögerten Hiebe von oben. Ich rollte und rollte und wartete auf seinen Schlag, bis mich dieser am Ende und um ca. 5 Sekunden später erst traf.

Nach den ersten Tries kristallisierte sich jedoch eine bewährte Strategie heraus: Margit zuerst auf mittlere Distanz halten bis er seinen Sprungangriff einsetzt. Führt er diesen aus so kann man mit einer einfachen Rolle auf ihn zu relativ gut hinter ihn kommen, ohne zu weit vn ihm weg zu sein. Bis sich das grausame Mal umdreht um mit seinen händischen Waffen angreifen zu können, landet man so ein paar Hits. Setzt Margit dann zu seiner Kombo an, gehe ich wieder auf Distanz und wir wiederholen dieses Spielchen. Soweit so gut. Aufpassen muss ich im Rücken des großen Türstehers dann nur noch vor seinem Schweif – auch diesen schwingt er nämlich zum Angriff.

Genauso wie das krasse verzögern seiner Hiebe stellt auch dies eine Weiterentwicklung von From Software in Bezug auf seine Bosse dar. In den vergangenen Titeln des japanischen Herstellers konnte man als alter Hase des Genres immer häufiger auf eine bewährte Strategie zurückgreifen: nämlich einfach nah am Mann im Rücken des Gegners zu bleiben, den Angriffen des Gegenübers auszuweichen während man im gleichen Atemzug seine eigenen Nadelstiche platizert. Selbiges gilt für die Timings der Attacken vieler Bosse in Dark Souls oder Bloodborne (in Sekiro konnte man die Verzögerungs-Taktik an der ein oder anderen Stelle bereits bemerken). Hat man in diesen Games den Rythmus der Angriffe kapiert, so war der scheinbar übermächte Feind dann oft nur mehr ein Klacks.

Beide Strategien funktionieren prinzipiell auch in Elden Ring. Allerdings wird die Situation für unachtsame Zocker so ein wenig erschwert. Durch die Implementierung von Margits Schweif-Schlägen und den verzögerten Hieben wird in den Kämpfen eine zusätzliche Komponente eingebaut. Das erschwert die Konfrontation natürlich prinzipiell. Wer dem aus dem Weg gehen will, der kann auch schon beim ersten Story-Boss Margit auf diverse Ingame-Erleichterungen des knackigen Schwierigkeitsgrades zurückgreifen. Zum einen kann man sich diverse Unterstützung aus Kriegsaschen beschwören – die Qualle hat sich gerade bei Bossen oft als starker Verbündeter heraukristallisiert weil sie viele Attacken tankt und viel aushält. Daneben kann man auch auf den bewährten Support aus den vergangenen Soulslikes zurückgreifen: entweder man holt sich Hilfe von an die Story geknüpften NPCs oder gar von anderen menschlichen Spielern.

Wie bereits erwähnt werde ich für meinen Run bei Story-Bossen auf diese Hilfen nicht zurückgreifen. Das ist zumindest bis dahin der Plan und ich bin gespannt ob dieser bis zum allerletzten Gegner stand hält. Ich bin zumindest relativ zuversichtlich. Durch die vergangenen From Software-Titel ist meine Frustresistenz doch schon sehr hoch. Gegen Midir aus Dark Souls 3 rannte ich beispielsweise ganze 70-mal an. Margit – obwohl für einen ersten Story-Boss relativ knackig – benötigte diese Anzahl an Versuchen jedoch bei weitem nicht. Im insgesamt neunten Try wurde Margit the Fell Omen gefällt.

Elden Ring Tagebuch

©Bandai Namco – nach insgesamt 9 Anläufen ist Margit gefällt.

Jetzt geht das Elden Ring Tagebuch erst richtig los

Nach dem (vermeintlichen?) Sieg über Margit labert dieser erstmal noch eine halbe Minute weiter. Wer sich für diesen Dialog im Detail interessiert, der kann sich den im verlinkten Video oben noch einmal zu Gemüte führen. Das bringt mich aber kurz einmal ins Rätseln. Normalerweise stammeln From Software-Bosse nach ihrem Ableben noch ein paar letzte Worte bevor sie das zeitliche segnen. Margit jedoch tobt sich noch einmal richtig aus. Ist das gefallen Omene jetzt tot oder etwa doch nicht? Egal! Denn zumindest haben wir nun Zugang zu Stormveil Castle, wie mir das soeben freigeschaltete Bonfire vor den Toren der Burg unmissverständlich zu verstehen gibt.

Natürlich nehmen wir die Gelegenheit wahr und rasten an besagtem Ort der Gnade. Aus 2 Gründen bietet sich diese Verschnaufpause auch an: neben den 12 tausend Runen, welche wir von Margit bekommen haben, erhalten wir mit dem Sieg auch noch einen zusätzlichen Talisman-Slot. Diesen gilt es natürlich im Zuge der Rast erstmal bestmöglich zu füllen. Während der Rast am Ort der Gnade gesellt sich auch unsere Finger-Maid erneut zu uns und bittet uns um Vergebung. Der Kampf gegen Margit sei ein Test gewesen, uns auf die Probe zu stellen ob wir denn der eine wahrhaftige Eldenlord werden können. Ich würde sagen, wir haben die Herausforderung mit bravour gemeistert. Das sieht auch Melina so, sie bietet mir nämlich an dieser Stelle an noch ein weiteres Mal zu stärken. Dieses Mal werde ich aber – gänzlich unverhofft – an einen anderen Ort jenseits von Raum und Zeit teleportiert.

Die “Ritter” der Tafelrunde

Und auf einmal stehe ich im fast schon legendären Feuerband-Schrein von Elden Ring. Natürlich heißt dieser im Spiel nicht so wie das Equivalent aus den Dark Souls-Spielen. Hier wird der Hub des Games Tafelrundfeste genannt. Die Einordnung des nun für mich jederzeit per Schnellreise zugänglichen Ortes ist mir jedoch bereits auf den allerersten Blick klar. An diesem Ort zwischen Raum und Zeit versammeln sich unter der Leitung des allwissenden Sir Gideon Ofnirs ausgewählte Befleckte, um unter gegenseitiger Hilfe ihr gemeinsames Ziel zu erreichen, der neue Eldenlord zu werden.

Hier versammeln sich neben Ofnir aktuell noch ein blinder Prophet, welcher uns mit neuen Anrufungen versorgt. Ein adliger Krieger, der auf der Suche ist nach seiner verschwundenen Untergebenen. Ebenso befindets ich an dieser Abwandlung des Feuerband-Schreins ein Schmid zur weiteren Aufwertung unserer Waffen und ein Händler. Ich hatte jetzt eigentlich erwartet mit großen Armen empfangen zu werden. Dem ist jedoch bei weitem nicht so.

Ofnir ist mir gegenüber sogar relativ abweisend – wir müssen uns erst einmal beweisen, bis wir von ihm und der Tafelrunde vollständig anerkannt werden. Dafür müssen wir eine Große Rune ergattern und mit dieser gewähren uns dann die Zwei Finger – eine Art Orakle deren Wort für die Tafelrunde Gesetz ist – eine Audienz. Nur gut, dass unser Ziel sich mit dem von Beginn durch Varré mitgegebenen noch immer deckt. Godrick geht es – nun da wir den Zugang zur Festung Sturmschleier haben – zeitnah an den Kragen.

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