Dragon Ball FighterZ-Test: Beat’em Up in Reinkultur

von Stefan Hohenwarter 22.01.2018

Dank Bandai Namco konnte ich schon eine Woche lang ausgiebig das kommende Beat’em Up Dragon Ball FighterZ vor dem Verkaufsstart am 26.1.2018 testen. Ob sich der Kauf lohnt, oder wieder mal nur der Name eines Mega-Franchises für ein mittelklassiges Spiel verwendet wird, erfahrt ihr in meinem Dragon Ball FighterZ Test.

Lobby und Lootboxen

Im Gegensatz zu meinem gamescom-2017-Hands-on, bei dem die Lobby noch weit weg von einem fertigen Zustand war, entpuppt sie sich nun als Hub fürs Offline- und Online-Spiel. Mit Chibi-Charakteren könnt ihr euch hier zu verschiedenen Spielmodi bewegen, mit Hilfe von Stickern mit anderen SpielerInnen interagieren, euren Chibi-Charakter ändern oder beispielsweise ein Replay anschauen. Die im Spiel verdienten Zeni könnt ihr für Z-Capsules – ähnlich wie bei Overwatchs Lootboxen –  eintauschen und so kosmetische Goodies freischalten. Ob ihr die Zeni oder Premium-Zeni auch online kaufen könnt, kann ich nach dem offiziellen Verkaufsstart verifizieren, doch kursieren bereits Gerüchte im Netz, dass es laut Bandai Namco nicht möglich sei wird, Z-Capsules für Echtgeld zu kaufen. Offizielles Statement habe ich allerdings keines gefunden. Und in meiner Testversion waren sogenannte Premium-Zeni sehr wohl enthalten. Ob diese allerdings für Echtgeld erworben werden können, kann ich jetzt noch nicht sagen. Hier müssen wir auf den offiziellen Verkaufsstart warten.

Story-Mode

Im Mittelpunkt der Geschichte, die von Akira Toriyama beaufsichtigt wurde, steht eine Wissenschaftlerin der Red Ribbon, die offenbar ähnlich viel über die Cyborgs weiß, wie ein gewisser Dr. Gero, der – wie Fans von Dragon Ball Z wissen – die Cyborgs und Cell erschaffen hat. Im Verlauf des Story-Modus stellt sich heraus, das sie der kürzlich enthüllte spielbare Charaktere C-21 ist. Mit ihrer ultimativen Attacke „Tasting Cut“ entzieht sie ihren GegnerInnen nicht nur die Lebensenergie, sie erhält auch ihre besonderen Fähigkeiten. Je mehr ihr also über den Spielstil der anderen Charaktere wisst, desto größer sind die jeweiligen Vorteile. Ihr Meteor Angriff feuert zudem einen Strahl ab, der die Feinde in einen Kuchen verwandelt. Als Minions bei ihrer Mission dienen ihr Klone von Son Goku, seinen FreundInnen  sowie den Ultrabösewichten wie Cell, Freezer oder beispielsweise Nappa.

Sogar die Dragon Ball Super Charaktere sind dabei

Sehr zur Freude zahlreicher Son-Goku-Fans weltweit sind neben altbekannten auch die brandneuen Dragon Ball Super Charaktere (u.a. Goku Black, Hit) mit an Bord. Hier eine Auflistung aller bislang enthüllten Charaktere. Da in der Auflistung noch die gerade enthüllte C-21 fehlt, hier gleich ein Gameplay-Video von ihr:

Extrem einsteigerfreundlich, aber hart zu meistern

Dragon Ball Fighter Z macht selbst unerfahrenen SpielerInnen das Leben nicht unnötig schwer. Als komplett untalentierter Beat’em Up-Spieler gelang es auch mir nach kurzer Zeit, die Charaktere, von denen ihr stets drei im Tag-Team habt, auszuwechseln, gezielte Schläge zu verteilen und sogar Spezialangriffe auszulösen. Genial! Zudem scheint das Balancing – soweit ich das als Beat’em Up-Noob beurteilen kann – gelungen zu sein. So hat beispielsweise Krillin, der über etwas weniger Kampfkraft verfügt, die Spezialfähigkeit eine magische Bohne zu einem Teamkollegen zu werfen und diesen zu heilen. Alleine mit dieser Fähigkeit kann er in so manchem Battle kampfentscheidend sein. Andere haben ihre Stärke im Nahkampf, während sie im Fernkampf etwas schwächer sind. Für mich wirkt das wirklich sehr gelungen, wobei mir ein langfristiger Test gegen die Beat’em Up-Community fehlt.

Dragon Ball FighterZ Test-Fazit: Beat'em Up Spaß in Reinkultur

Ich hatte mir von Dragon Ball FighterZ nach der Ankündigung nichts erwartet und das Spiel gar nicht auf meiner Liste. Es wirkte für mich auf dem ersten Blick nach einem Cashcow-Titel, der sich des Namens eines gigantischen Franchises bedient. Doch bereits auf der gamescom wurde ich des Besseren belehrt. Entwickler Arc System Works (u.a. bekannt durch BlazBlue) hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Charaktere und ihre Attacken sowie Animationen sehen sehr gut, doch das ist nicht alles. Da das Aussehen zwar nett aber nicht entscheidend ist, war es für mich wichtig, auch selbst in den Ring zu steigen und ein paar Schläge zu verteilen – und das konnte ich die letzten Tage ausgiebig. Das Spiel ist zwar leicht zu lernen, aber schwer zu meistern. Dennoch ist das wesentlich motivierender als Tekken Tag Tournament oder andere Hardcore-Beat’em Ups, in denen selbst das Tutorial für so manche(n) SpielerIn schon eine Hürde darstellt. Das einzige Manko, das mich wirklich gestört hat, ist, dass die Animationen in den Story-Zwischensequenzen etwas hölzern und roboter-artig wirken. Das nimmt viel von der Atmosphäre.

Wenn Arc System Works so weitermacht und uns laufend neue Charaktere sowie Stages liefert, wird das Spiel langfristig für die Community interessant bleiben, da die Animationen, das Gameplay und das Balancing keine Wünsche offen lassen. Für mich ist Dragon Ball FighterZ ein rundum zufriedenstellendes Beat’em Up mit tollen Multi- als auch Singleplayer-Optionen.

Wertung: 9.0 Pixel

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