Die Tribute von Panem – Catching Fire (Blu-ray) im Test

von Stefan Hohenwarter 23.04.2014

Mögen die Spiele beginnen! Diesen Satz würden die Tribute von Panem wohl am liebsten nie hören, denn sie bedeuten, dass ein grausamer Gladiatorenkampf entbrennt. Was auf Katniss und Peeta, die die Hungerspiele im ersten Teil überlebten, in der zweiten Buchverfilmung zukommt, erfahrt ihr in meinem Test.

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Facts

  • Genre: Action, Sci-Fi/Fantasy, Drama
  • Vertrieb: StudioCanal
  • Regie: Francis Lawrence
  • Release: 27. März 2014

Lasst die Kassen klingeln!

Neben der Twilight-Saga und der Harry Potter-Buchreihe zählt Suzanne Collins Trilogie Die Tribute von Panem wohl zu den größten Teenager-Buchhits. Mit der ersten Verfilmung „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ inszenierte Regisseur Gary Ross, der unter anderem für Pleasantville oder Seabiscuit bekannt ist, ein mitreißendes Abenteuer, das nicht nur Teens in seinen Bann zog. Mit dem Filmdebüt von Die Tribute von Panem wurde nicht nur bei den BewohnerInnen der zwölf Bezirke ein Revolutionsfunke entzündet, sondern auch ein richtiger Hype beim Filmpublikum ausgelöst. Das spiegelt sich eindrucksvoll an der Kinokassenbilanz wider, denn der Film spielte bei einem Budget von rund 80 Millionen US-Dollar das rund neunfache ein. Die Fortsetzung Catching Fire stellte die Erfolge vom ersten Teil sogar in den Schatten und spülte bei einem Budget von rund 130 bis 140 Millionen über 850 Millionen US-Dollar in die Kassen.

Worum geht’s?

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist aus dem zerstörten Nordamerika der Staat Panem entstanden, in dem das totalitäre Kapitol das bemitleidenswerte und ums Überleben kämpfende Volk mit eiserner Hand „regiert”. Um das Volk unter Kontrolle zu halten und die eigene Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime alle Jahre wieder die grausamen Hungerspiele. Jeder der zwölf Distrikte (Bezirke) muss dafür zwei GladiatorInnen (je ein Mädchen und einen Jungen) entsenden, um an dem modernen Überlebensturnier teilzunehmen. Doch sie kämpfen nicht gemeinsam, sondern für sich – nur ein/e TeilnehmerIn kann sich über den Triumph freuen. Im ersten Teil von Die Tribute von Panem waren Katniss und Peeta die SiegerInnen und sorgten mit ihrer Weigerung, sich gegenseitig zu töten, damit nur ein/e GewinnerIn gekrönt werden kann, für Aufruhr. Dieses Auflehnen gegen das Kapitol hatte Folgen für den gesamten Staat Panem, denn das Volk schöpfte nun die Hoffnung, dass man gegen das totalitäre Regime ankämpfen kann.

Nach den Spielen ist vor den Spielen. Das Kapitol fühlt sich im zweiten Teil der Trilogie in die Ecke gedrängt, und selbst die Präsentation der siegreichen GladiatorInnen Katniss und Peeta kann die Meute nicht besänftigen. So fasst Präsident Snow, der langsam um seine Macht und Stellung bangt, den Entschluss, ein noch brutaleres Spektakel zu inszenieren: Hungerspiele, bei denen nur SiegerInnen vergangener Tage teilnehmen. Wird es den beiden Teenagern aus Distrikt zwölf gelingen, den Arenakampf erneut siegreich zu beenden?

Bild und Sound

Die Tribute von Panem – Catching Fire lässt sich in Sachen Präsentation und Inszenierung nicht lumpen. Der neue Regisseur Francis Lawrence, der denselben Nachnamen wie der Hauptcharakter Jennifer trägt, hat ganze Arbeit geleistet und die zweite Buchverfilmung zu einem Kassenschlager gemacht. Wie auch im ersten Teil leisten die SchauspielerInnen ganze Arbeit – allen voran Jennifer Lawrence in der Rolle von Katniss Everdeen. Man spürt regelrecht Katniss’ innere Zerrissenheit: Sie möchte einerseits einfach überleben, sich andererseits aber auch dem barbarischen System kämpferisch entgegenstellen. Endlich einmal erleben wir eine Protagonistin, die nicht dem Archetypus der weinerlichen, völlig überforderten Heldin, aber auch nicht jenem der kampfwütigen und knallharten Tussi entspricht.

Technisch gesehen gibt es mit einem 2,40:1-1080/24p-Full-HD-Bild und einer 5.1-DTS-HD-MA-Tonspur in der deutschen Fassung hochwertige Blu-ray-Standards, die kaum Wünsche offenlassen.

Extras

Die Tribute von Panem – Catching Fire geht mit einer mehr als nur prall gefüllten Bonusrubrik an den Start. Angefangen von einem neunteiligen Making-of und Audiokommentaren über physische Extras bis hin zu diversen Featurettes gibt es einiges zu entdecken.

  • Neunteiliges Making-of über die Dreharbeiten, den Cast, die Stunts u.v.m.
  • Audiokommentare von Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson
  • Geschnittene Szenen
  • Featurette „Die Vision“
  • Featurette „Rückkehr der Verbündeten“ (Die Besetzung)
  • Featurette „Freund oder Feind“ (Die neuen Darsteller)
  • Easter Egg
  • fünf Trailer
  • Booklet
  • Poster

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Zusammenfassung

Ich habe die Buchvorlagen nicht gelesen und erlaube mir deshalb kein Urteil darüber, ob es Francis Lawrence gelungen ist, die Geschichte von Suzanne Collins gut auf die Leinwand bzw. den Fernseher zu bringen. Ich habe mich ohne Vorkenntnis auf Die Tribute von Panem – The Hunger Games eingelassen, und der Film hat mich sofort gepackt. Als er vorüber war, wusste ich, dass ich unbedingt die Fortsetzung sehen muss. Doch war ich auch skeptisch, ob das Niveau des sehr guten ersten Teils überhaupt nochmals erreicht werden kann. Zudem wurde Regisseur Gary Ross von Francis Lawrence abgelöst – schlechte Vorzeichen für eine Fortsetzung, möchte man meinen. Als dann jedoch der Abspann über den Bildschirm flimmerte, waren meine Zweifel wie weggeblasen. Catching Fire hat den Funken, der bei mir beim ersten Teil übersprungen ist, voll entfacht, und ich kann es kaum erwarten, bis die Fortsetzungen das letzte Buch wird mit zwei Filmen aufgearbeitet erscheinen. Abseits der mitreißenden, gesellschaftskritischen Story punktet Die Tribute von Panem – Catching Fire mit umfangreichem Bonusmaterial, einer tollen Inszenierung und einem absolut fairen Preis von rund 17 Euro für die Blu-ray.

Wertung: 9 Pixel

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